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Kaufmann in Flecktarn – Lufttransportsoldat bei der Flugbereitschaft

Köln-Wahn, 01.09.2010.
Der Gedanke, Soldatin zu werden, bestand seit der Kindheit, da auch der Vater Soldat gewesen ist. So hatte Obergefreiter Katharina Pätzold schon früh eine Vorstellung von ihrem Beruf, bevor sie überhaupt einen Schulabschluss hatte. Heute hat sie eine kaufmännische Tätigkeit bei der Flugbereitschaft – allround und anytime.

Kalenderblatt September

Kalenderblatt September (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Nachdem sie den Realschulabschluss mit Fachrichtung wirtschaftlicher Grundbildung auf einem Berufskolleg abgeschlossen hatte, machte sie sich auf die Suche, ihre erlernten kaufmännischen Kenntnisse sinnvoll umsetzen zu können. In dieser Orientierungsphase vor zwei Jahren absolvierte sie dabei auch ein zweiwöchiges Praktikum bei der Flugbereitschaft des Bundesministeriums in Köln-Wahn – und wusste sogleich, dass sie hier ihren Weg gehen wollte. Direkt im Anschluss an das Praktikum informierte sie sich über den Wehrdienstberater beim Kreiswehrersatzamt: Seit 1.Oktober 2009 ist sie nun bei der Bundeswehr und seit Beginn diesen Jahres in der Flugbereitschaft.

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Die Soldaten werden eingecheckt

Die Soldaten werden eingecheckt (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

AAA – Allround and anytime

Gearbeitet wird im Schichtdienst. Es gibt die Frühschicht, 7.00-15.40 Uhr, die Tagschicht, 7.20-16.00 Uhr und die Bereitschaftsschicht, 13.00-21.40. Dabei kann die Frühschicht auch noch mitten in der Nacht liegen, weil der Arbeitsbeginn auch mit drei Stunden vor Ankunft oder Abflug eines geplanten Flugzeuges definiert ist. Auch die Bereitschaftsschicht hat Besonderheiten, da sich hier das Schichtende schon mal weit über Mitternacht verzögern kann, wenn Flugzeuge Verspätung haben: Der Auftrag steht immer im Vordergrund. Und natürlich muß man sich irgendwo auch um die Passagiere - „die Kunden“ - kümmern, die aber eben nicht in den Urlaub fliegen, sondern ganz im Gegenteil: In einen Einsatz, der auch sehr gefährlich werden kann.

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Ein Aufkleber für das Gepäck

Ein Aufkleber für das Gepäck (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

Luftverkehrskauffrau in Flecktarn

Das Hauptaufgabenfeld von Obergefreiter Pätzold ist die Flugabfertigung von Passagiern, was im Prinzip nicht viel anders aussieht wie bei einer zivilen Flugabfertigung. Diese setzt sich aus verschiedenen Aufgabenfeldern zusammen: Rezeption (Information), Check-In, Sicherheitsschleuse (Personen- und Gepäckkontrolle) und allgemeine Betreuung (Begleitung und Transport zum Flugzeug). Während all diese Einzeltätigkeiten im benachbarten Flughafen Köln-Bonn von verschiedenen Berufsbildern und Menschen bedient werden, kann Obergefreiter Pätzold wirklich an allen Stationen arbeiten. Zwar hat die Flugbereitschaft natürlich kein so hohes Passagieraufkommen wie ein ziviler Flughafen was dort im Rahmen der Arbeitsteilung die Spezialisierung auf einzelnen Arbeitsplätzen bedingt – doch gibt es auch hier in der Flugbereitschaft mehrere Flüge pro Woche, wo ein vollbesetzer Airbus in den Einsatz fliegt oder voll besetzt, beispielsweise aus Termez/Usbekisten, zurückkommt.

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Kontrolle am Gate

Kontrolle am Gate (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatz ist das Maß der Dinge

Der Einsatz im VIP-Bereich - und damit vorrangig der Transport von Mitgliedern der Bundesregierung, wofür die Flugbereitschaft allgemein eher bekannt ist macht gar nicht mal die Masse der Arbeit aus, sondern vielmehr die Organisation und Durchführung der Flüge. Immerhin sind ständig über 7000 Soldaten im Ausland im Einsatz. Die Flüge gehen dabei nicht immer nur in Richtung Afghanistan. Auch andere Einsatzgebiete werden bei kurzfristigem Bedarf mit einem Airbus abgedeckt – dann kann der Flug also beispielshalber auch nach Djibouti gehen, von wo aus die Marinesoldaten für den Einsatz (EU NAVFOR) Atalanta operieren. Für unsere Protagonistin macht es keinen Unterschied, was auf dem Ticket draufsteht. Sie kontrolliert, wie ihr ziviler Counterpart im Flughafen Köln/Bonn, die Legitimation des Tickets und bucht dann den betreffenden Passagier ins System ein.

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Jedes Gepäckstück wird durchleuchtet

Jedes Gepäckstück wird durchleuchtet (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

Sicherheit hat höchste Priorität

Nachdem das Gepäck des Soldaten aufgenommen wurde, geht es weiter zur Sicherheitsschleuse. Hier kommt es schon mal zur einen oder anderen Überraschung, denn die Soldaten - obschon vorher belehrt, was man mitnehmen darf und was nicht - rechnen entweder nicht mit einer Kontrolle oder aber unterschätzen einfach, dass derartige Kontrollen überhaupt durchgeführt werden. Dabei muß die Überprüfung schon allein deswegen stattfinden, weil immer wieder Passagiere mitfliegen, die nicht Bundeswehrsoldaten sind. So findet Obergefreiter Pätzold auch immer wieder mal ein Messer oder auch nur ein Feuerzeug, dass die Soldaten natürlich nicht behalten dürfen.
Auch das Handgepäck unterliegt einer strengen Kontrolle und wird immer durchleuchtet. Nicht unbedingt, weil man einen Terroristen an Bord vermuten würde, doch kann der Betreffende Substanzen oder Gegenstände an Bord bringen, die später während des Fluges zu einem Problem führen können.

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Hier wird angepackt

Hier wird angepackt (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

Allround – and all around the world

Damit ist das Arbeitsfeld unseres Kaufmanns im Flecktarn noch nicht abgeschlossen. Je nachdem, welche Arbeitsschwerpunkte über die Flugbereitschaft hinweg verteilt sind, kann sie auch noch in anderen Bereichen zum Einsatz kommen, beispielsweise beim Luftumschlag. Hier kann man nicht mehr von einer Tätigkeit als militärische Luftverkehrskauffrau sprechen, Groß- und Außenhandelskaufmann wäre vielleicht passender. Dabei kommt es an dieser Station darauf an, die Fracht für den Einsatz zeitgerecht elektronisch zu erfassen und anschließend an die richtige Stelle im Lager zu bringen. Kurz bevor der Flieger dann abhebt, muß auch unsere Soldatin ran, damit die Güter so rechtzeitig das Flugzeug erreichen, das dieses zeitgerecht abheben kann. Über einen Mangel an Arbeit muß sich die junge Frau also wirklich nicht beklagen: Es gibt immer was zu tun – und das an verschiedenen Stellen, halt allround and anytime. Vielleicht sollte man noch „allwhere“ hinzufügen, denn ohne viel Aufhebens könnte sie diesen Job auch über mehrere Wochen in Termez, dem Luftwaffenstandort in Usbekisten ausüben…

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Norbert Thomas


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