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Guten Morgen, Hörsaal 4 Alpha

Fürstenfeldbruck, 20.08.2010.
„Herr Hauptfeldwebel, ich melde den Hörsaal 4 Alpha zur Morgenlage angetreten!“ Für Lehrfeldwebel Silvio Königshausen bedeutet diese Meldung des Hörsaalältesten morgens um 06:45 Uhr den Beginn eines intensiven und umfangreichen Ausbildungstages an der Offizierschule der Luftwaffe (OSLw) in Fürstenfeldbruck.

"Im Gleichschritt: Marsch."

"Im Gleichschritt: Marsch." (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

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Traumverwendung

Der 36-jährige Lehrfeldwebel ist einer von 25 Hörsaalfeldwebeln an der OSLw und somit, neben dem Hörsaalleiter, Ausbilder und zugleich auch erster Ansprechpartner für die 20 Offizieranwärterinnen und Offizieranwärter (OA’s). Die zukünftigen Luftwaffenoffiziere in seinem Hörsaal absolvieren an der OSLw in „Fürsty“ ihren elfmonatigen Offizierlehrgang.

Nach der Morgenlage geht es direkt zum täglichen Stubendurchgang. „Gerade zu Beginn eines Lehrganges, wenn die jungen OA’s noch keine militärischen Grundkenntnisse haben, lege ich großen Wert auf den einheitlichen Spindaufbau und eine ordentliche Stube.“

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Spindkontrolle: „Sieht schon ganz ordentlich aus“

„Spindkontrolle“ (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Keine Zeit zum Verschnaufen

Zeit zum Verschnaufen bleibt kaum, weder für ihn noch für seinen Hörsaal. Direkt im Anschluss sieht der Dienstplan die zweistündige Formalausbildung vor, bei der die OA’s unter anderem das richtige Marschieren und den korrekten militärischen Gruß erlernen und üben. Beim Marschieren gibt Hauptfeldwebel (HptFw) Königshausen den „Takt“ vor - und los geht’s: „Links, zwo, drei vier.“ Seine Kommandos sind laut und eindeutig. Immer wieder stoppt er die Formation, zeigt die Fehler auf und macht den OA’s vor, wie es korrekt aussehen soll. „Führen durch Vorbild“ nennt er das. „Eine Tugend, die für mich enorm wichtig ist. Wie kann ich von den Soldaten etwas verlangen, das ich nicht selbst imstande zu leisten bin?“

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„Military Fitness“ in Reinkultur

„Military Fitness“ in Reinkultur (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Zähne zusammenbeißen und durch

Das gilt übrigens auch für die „Military Fitness“, den letzten Ausbildungsabschnitt vor dem Mittagessen. Der Outdoor-Parcours oder die Bergläufe stellen für den aktiven Hobbyfußballer kein Problem dar - aber so mancher OA muss gehörig die Zähne zusammenbeißen. „Hier muss man den jungen Soldaten und Soldatinnen auch mal Mut zusprechen und sie aufbauen“, so Königshausen. Überhaupt sei er auch oft nicht als Ausbilder gefragt, sondern einfach nur als Mensch und guter Zuhörer. „Sich den Sorgen und Nöten der OA’s anzunehmen, ist Teil meines Berufsverständnisses und macht unter anderem auch den Reiz dieser Tätigkeit aus.“ So überlegte er vor zwei Jahren auch nicht lange und lud kurzerhand einen Austauschkadetten aus Burkina Faso zu sich nach Hause ein, um gemeinsam mit seiner Familie Heilig Abend zu verbringen. „Er hatte keine Möglichkeit nach Hause zu fliegen und hätte sonst allein in der Offizierschule das Weihnachtsfest verbringen müssen.“

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Vorbereitung des Nachtmarsches

Vorbereitung des Nachtmarsches (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Nach dem Unterricht ist vor dem Unterricht

Nach der Körperpflege geht es zum Mittagessen zurück ins „Blaue Palais“, wie die Offizierschule wegen seines blauen Anstrichs auch genannt wird. Für Königshausen ein wenig Zeit zum Entspannen, sich mit dem Hörsaalleiter auszutauschen und sich auf den zweistündigen Unterricht gleich nach Mittag vorzubereiten. „Fernmeldesicherheit“ steht auf dem Plan. Funkgeräte, Funkbetriebsprache, Authentisieren und Verschlüsseln müssen an den Mann - beziehungsweise die Frau - gebracht werden. Im Anschluss übernimmt der Hörsaalleiter den Hörsaal für den Rest des Tages und Königshausen wird die Truppe erst am nächsten Tag wiedersehen. Zeit sich auszuruhen bleibt dem Hörsaalleiter aber dennoch nicht viel, denn es gibt immer etwas zu tun: Die Vorbereitung für das Schießen auf der Standortschießanlage oder einfach nur die Unterrichte zu überarbeiten und gegebenenfalls auf den neuesten Stand bringen. „In der Ausbildung ändert sich immer etwas. Und man lernt nie aus...“
Diesen Nachmittag gilt es, den anstehenden Nachtmarsch vorzubereiten. In seinem Büro trifft er alle organisatorischen Maßnahmen, die für eine ordentliche Durchführung notwendig sind. Den Dienstplan erstellen und die Marschverpflegung anfordern sind nur zwei von vielen Maßnahmen. Gegen 17:00 Uhr geht der Ausbildungstag für ihn zu Ende.

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Training mit der Fußballmannschaft

Training mit der Fußballmannschaft (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung und Erziehung stehen im Vordergrund

Hauptfeldwebel Königshausen zieht ein positives Resümee des heutigen Tages: Sein Hörsaal hat gut mitgearbeitet. „Es macht einfach großen Spaß, die jungen Soldaten und Soldatinnen in den elf Monaten, die sie an der Offizierschule verbringen, auszubilden, zu erziehen, sie auf ihrem Weg zum Luftwaffenoffizier zu begleiten und zu sehen, wie sie zu einem Team, das gemeinsam durch dünn und dick geht, zusammenwachsen“, so Königshausen. „Ich jedenfalls habe diesen Schritt bis heute noch keine Sekunde bereut!“

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Morgens um 06:45 Uhr: Befehlsausgabe

Befehlsausgabe (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Hohe Berufszufriedenheit

Und so beginnt auch der nächste Tag pünktlich um 06:45 Uhr mit der Meldung: „Herr Hauptfeldwebel, ich melde den Hörsaal 4 Alpha zur Morgenlage angetreten!“ Nur die Meldung ist gleich, ansonsten wird sich dieser Ausbildungstag von dem des Vortages grundlegend unterscheiden und ihn und seinen Hörsaal vor neue Herausforderungen stellen. „Aber das ist es unter anderem, was bei mir zu einer hohen Berufszufriedenheit beiträgt. Eine Traumverwendung mit jeder Menge Herausforderungen und vielen abwechslungsreichen Ausbildungstagen.“

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Hauptfeldwebel Silvio Königshausen

Hauptfeldwebel Silvio Königshausen (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung

1994 trat Hauptfeldwebel Königshausen als Soldat auf Zeit in die Luftwaffe ein und absolvierte seine Grundausbildung in Germersheim. Er wurde anschließend zum Nachschubbearbeiter ausbildet und beim Luftwaffenausbildungsregiment (LwAusbRgt) in Holzdorf eingesetzt. „1998 schied ich aus der Bundeswehr aus, da es für mich keine Einplanungsmöglichkeit im Nachschubbereich gab. Nach einer Reserveübung Anfang 1999 trat ich als Wiedereinsteller im Juni 1999 meinen Dienst beim 18. LwAusbRgt1 in Holzdorf an. Das Interesse mit Menschen zu arbeiten, sie auszubilden und zu führen waren meine Beweggründe für den Wiedereinstieg in die Luftwaffe.“ Von Holzdorf aus ging es weiter zum LwAusbRgt nach Budel in den Niederlanden. Seit 2005 ist er als Hörsaalfeldwebel in der 4. Inspektion der OSLw in Fürstenfeldbruck eingesetzt – und hochzufrieden damit.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Karl Heinz Schad


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