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Faszination Fliegen

Rostock/Laage, 01.06.2010.
"Schon in frühester Kindheit hatte ich Kontakt zur Fliegerei. Die Mitflüge in der Cessna eines Bekannten meines Vaters weckten in mir das Interesse einmal selbst zu fliegen. Diese Leidenschaft hat sich bis heute fest erhalten."

Ausbildung im fliegerischen Dienst

Der Weg zum Arbeitsplatz des Piloten

Der Weg zum Arbeitsplatz (Quelle: Luftwaffe/Berit Recklebe)Größere Abbildung anzeigen

1994 begann Major Thönes Offizierlaufbahn im fliegerischen Dienst bei der Bundeswehr. In den ersten drei Jahren seiner Ausbildung absolvierte er den Offizierlehrgang an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck seine fliegerische Ausbildung in den USA auf den Flugzeugmustern T-37 und T-38 und F-4 Phantom. Zurück in Deutschland verschlug es Major Thöne zum Jagdgeschwader 71 "Richthofen" nach Wittmund, zunächst als Staffelpilot, später als Fluglehrer für die jungen Phantom-Piloten.

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Major Thöne ist mit seiner Maschine sehr verbunden – man sieht`s förmlich

Mit seiner Maschine sehr verbunden (Quelle: Luftwaffe/Cornelia Koch)Größere Abbildung anzeigen

Ein neues Waffensystem – und eine neue Chance

Mit Einführung des Waffensystems Eurofighter im Jahr 2004 wurde Major Thöne gefragt, ob er an der Umschulung auf den Eurofighter teilnehmen wolle. Auch diesmal zögerte er keine Sekunde: Neugierig auf die zu erwartende Herausforderung und offen für den Reiz des Neuen und Modernen, ließ er sich nach Mecklenburg-Vorpommern in das Jagdgeschwader 73 "Steinhoff" versetzen. Während seiner Umschulung zum Eurofighter-Piloten und der anschließenden Fluglehrerausbildung, lernte er mit der Maschine neue Grenzen kennen. Seine eigenen konnte er dabei neu definieren: Allein die körperliche Beanspruchung, die das Waffensystem Eurofighter abfordert, setzt hohe Maßstäbe an die Piloten. In einem speziellen Sportprogramm trainiert Major Thöne deshalb insbesondere die Nacken- und Rückenmuskulatur unter fachlicher Aufsicht. Mit speziellen Sport- und Kraftgeräten, die seine Leistungsfähigkeit per Computer auswerten und sich individuell auf ihn einstellen lassen, trainiert er so entsprechende Körperregionen, um Verletzungen vorzubeugen.

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Derartig viele Instrumente im Auge zu behalten, ist wahrlich ein Kunst…

Viele Instrumente (Quelle: Luftwaffe/Cornelia Koch)Größere Abbildung anzeigen

Der Weg eines Flugschülers

Seit April 2007 ist der 35-Jährige Fluglehrer für den Eurofighter ausgebildet und darf nun selbst angehende Eurofighter-Piloten für die deutsche Luftwaffe schulen. Zu seinen täglichen Aufgaben gehöret auch der theoretische Unterricht: „Ein Flugschüler beginnt natürlich nicht sofort mit dem Fliegen, sondern muss sich in den modernen Unterrichtsräumen zunächst das gesamte theoretische Wissen über den Eurofighter aneignen.“ Das ist nicht anders wie in der Fahrschule.“ In der anschließenden Simulatorausbildung, führt Major Thöne seine Flugschüler an den praktischen Umgang mit dem neuen Luftfahrzeug heran. Hier haben die angehenden Piloten die Möglichkeit, alle erwarteten und unerwarteten Vorkommnisse während eines Fluges nachzustellen und zu trainieren. Beispielsweise erfordert die korrekte Verwendung der zahlreichen Knöpfe und Schalter an Schubhebel und Steuerknüppel nicht nur Fingerspitzengefühl, sondern auch ein hohes Maß an Konzentration und Multi-Tasking-Fähigkeit. „Einen Eurofighter im Luftkampf zu fliegen… ist wie ein Formel-1-Rennen zu fahren und nebenbei noch Klavier zu spielen. Das Fliegen muss hundertprozentig „sitzen“ und jeder Handgriff im Cockpit muss beim ersten Versuch stimmen“, so Major Thöne.

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Vor der Kür kommt die Pflicht: Der Pilot kontrolliert den Fahrgestellschacht

Der Pilot kontrolliert den Fahrgestellschacht (Quelle: Luftwaffe/Cornelia Koch)Größere Abbildung anzeigen

Lampenfieber vor dem ersten Flug

Für jeden Flugschüler ist es ein Highlight, den ersten "echten" Flug im Eurofighter durchzuführen. Während der Flugschüler im vorderen Sitz eines doppelsitzigen Eurofighters seine Checkliste durchgeht, die Instrumente überprüft und die Triebwerke anlässt, beobachtet Major Thöne seinen Schüler vom hinteren Sitz aus ganz genau. Im identischen Cockpit des Doppelsitzers kann er alle Vorgänge nachvollziehen und gegebenenfalls unterstützen. Ab dem dritten Flug kann der Schüler bereits allein fliegen und Major Thöne begleitet ihn in einer zweiten Maschine. Jeder Flug wird vorher mit den Beteiligten genau durchgesprochen und geplant. Im sogenannten Briefing werden Flugroute, Auftrag und Besonderheiten bis ins Detail erörtert. Nach dem Flug erfolgt das Debriefing. Dies ist die Auswertung der gerade durchgeführten Mission. Die Erfolge werden gelobt, Fehler oder auch Probleme werden analysiert und ausgewertet. Gnadenlos.

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Fliegen in Formation ist weitaus schwieriger als es aussieht

Fliegen in Formation (Quelle: Luftwaffe/Marc Thöne)Größere Abbildung anzeigen

„Eines für Alles!“

Major Thöne legt Wert auf die Feststellung, dass sich die Aufgaben des Piloten beim Eurofighter geändert haben. Während man sich die Arbeit früher geteilt hat und der Luftfahrzeugführer sich ausschließlich auf das Fliegen konzentrierte, übernahm der Waffensystemoffizier im hinteren Sitz die taktischen Entscheidungen und die Navigation. Im Eurofighter übernimmt der Luftfahrzeugführer beide Aufgaben. Der geringere Anteil ist dabei dem Steuern des Luftfahrzeugs gewidmet - vielmehr steht die Ausführung des Auftrags im Vordergrund: „Die Priorisierung ist eine andere geworden“ meint Major Thöne. Der Eurofighter ist ein fliegender Rechner, der mehrere Ziele gleichzeitig verfolgen kann und dabei die unglaublichsten Flugmanöver ausführt. Major Thöne hat schon viele Eurofighter-Flugschüler ausgebildet. Immer wieder ist er begeistert von der Motivation und der Zielstrebigkeit seiner jungen Piloten: „Die Ausbildung zum Eurofighter-Piloten ist kein Zuckerschlecken. Der Weg dorthin fordert einem viel ab - doch der Schweiß lohnt sich am Ende.“

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Luftbetankung unterwegs nach Indien

Luftbetankung unterwegs (Quelle: Luftwaffe/Marc Thöne)Größere Abbildung anzeigen

Persönliches Highlight

Major Thöne flog bei zahlreichen Auslandsübungen, zum Beispiel in den USA und Kanada. Auch die Teilnahme zur Luftraumsicherung im Rahmen des Air-Policing-Baltikum war für ihn ein großes Erlebnis. Besonders in Erinnerung ist ihm jedoch der Flug von Abu Dhabi nach Rhiad in Saudi-Arabien und anschließend zurück nach Deutschland geblieben: Allein mit einem Eurofighter über der Wüste Arabiens zu fliegen empfand er als ein außergewöhnliches und einmaliges Gefühl.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Recklebe, Berit


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