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Der Auftrag: Unsichtbarkeit

Münsterbusch, Truppenübungsplatz, 09.03.2010.
Egal ob Wüste, Wald oder Gebirge, Scharfschützen passen sich immer perfekt der Umgebung an. Es ist eine der herausfordernsten Verwendungen, die die Luftwaffe zu bieten hat.

Im Einsatzraum sind die Scharfschützen aus dem Objektschutzregiment der Luftwaffe „Friesland“ oft die ersten, die feindliche Bewegungen wahrnehmen. Je nach Auftrag verharren Sie auch schon mal mehrere Tage im offenen Gelände, um kritische Punkte zu beobachten und Auffälligkeiten zu melden. Sie halten dabei der Truppe den Rücken frei und agieren stets unsichtbar für den Gegner. Schießen? Selten! Aber wenn es drauf ankommt, ist jeder Schuss ein Treffer...

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In „tiefster Gangart“ kaum zu erkennen.

In „tiefster Gangart“ kaum zu erkennen. (Quelle: Luftwaffe/Markus Schulze)Größere Abbildung anzeigen

Hohe Anforderungen bei der Vorauswahl

Acht von zehn Bewerbern geben meist bereits nach wenigen Tagen auf. Durchschnittlich einer fällt im weiteren Verlauf des Trainings durch. Die Ausbildung wird pro Jahr nur von vier bis fünf der rund 40 angehenden Scharfschützen erfolgreich beendet. Momentan gibt es gerade einmal 30 Soldaten in der Luftwaffe, die sich Scharfschützen nennen dürfen.Die Vorraussetzungen, um die Ausbildung überhaupt beginnen zu können, sind hoch. Zu körperlicher Fitness und scharfem Sehvermögen gehört der Status „Combat ready“ (Einsatzbereit), wie auch besondere Fähigkeiten im Schießen mit den „normalen“ Standardhandwaffen, nachgewiesen durch die verliehene „goldene Schützenschnur“.

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Häuserkampf gehört mit zur Ausbildung

Häuserkampf gehört mit zur Ausbildung (Quelle: Luftwaffe/Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung zur Elite

Zur Ausbildung gehören nicht nur praktische, sondern auch theoretische Elemente, die in einer umfangreichen Schulung abgehandelt werden. An der Infanterieschule des Heeres, einer zentralen Ausbildungseinrichtung in Hammelburg, lernen die angehenden Scharfschützen unter anderem, wie man sich unbemerkt anschleicht, tarnt und täuscht, sowie Entfernungen genau ermittelt und schätzt. Jeder Anwärter besitzt einen individuellen Tarnanzug, den die Soldaten informell auch als ,,Ghillie“ bezeichnen. Dieser wird mit Hilfe von verschiedenen Pflanzen, wie Gräsern, Moosen oder Blättern erweitert. Natürlich können auch andere Gegenstände, wie Tücher, Stoffreste oder Tarnschminke zur Tarnung verwendet werden. Mit der perfekten Tarnung ist ein Scharfschütze im Gelände beinahe unsichtbar.

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Der „Buddy“ beobachtet für den Scharfschützen das Vorfeld

Der „Buddy“ beobachtet das Vorfeld (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Ein Scharfschütze kommt selten allein

Ein Scharfschützenteam besteht in der Regel aus zwei Mann: Der sogenannte „Buddy“ hilft dem Schützen das Ziel zu identifizieren wie auch beim genauen Justieren des Zielfernrohres. Außerdem beobachtet er den gesetzten Schuss mit einem Fernglas und gibt dem Schützen an, wo und wie selbiger „daneben gegangen ist“, beziehungsweise, was der Schütze verändern muss, um das nächste mal „einen Volltreffer zu landen.“ Da beide Soldaten des Scharfschützenteams dieselbe Ausbildung durchlaufen haben, können auch beide die Position des Schützen, beziehungsweise des „Buddies“, einnehmen.

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Die Vorbereitung für den Einsatz beginnt in der Heimat.

Vorbereitung für den Einsatz (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung für den Einsatz

Scharfschützen werden im Schwerpunkt für den Einsatz ausgebildet. Aufgaben wie Konvoi- und Personenschutz, Aufklärung, Überwachung und Sicherung von Räumen und Objekten werden bereits in Deutschland geübt, um im Einsatz perfektioniert zu werden.An den drei Luftwaffenstandorten Schortens, Nörvenich und Büchel bilden sich die Scharfschützen täglich und in immer wieder neuen Szenarien weiter, möglichst genau so realistisch, wie sie es im Einsatz – auch und gerade – hinter feindlichen Linien erwarten würden. Auf diese Weise gelingt es den Soldaten auf einem hohen Trainingsstand für vielseitige Szenarien einsatzfähig zu sein.

Vom umgebenden Gras kaum zu unterscheiden

Vom umgebenden Gras kaum zu unterscheiden (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Fazit: Die Luftwaffe kann ihre Basen im In - und Ausland bereits im Vorfeld und autark überwachen und verteidigen, ohne zwingend auf Unterstützung durch andere Teilstreitkräften angewiesen zu sein.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Tim Schulz, Simon Weber


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