Mit einem Kilowatt um die Welt
Köln-Wahn, 09.03.2011.
Unteroffizier FA (Feldwebelanwärter) Dennis Steube ist beim Sektor für Informationstechnik 5 in Köln - Wahn eingesetzt. Seine Aufgabe ist die Kommunikationsfähigkeit über Funk im In- und Ausland sicherzustellen, auf vielen Übungen und auch im Einsatz – und zwar weltweit.

Der Kurzwellenfunktrupp: Zwei Lastkraftwagen, ein Anhänger, vier Mann, ein Team.

Auftrag: Kommunikation herstellen
Unteroffizier Steube befindet sich in der Ausbildung zum Truppführer. Damit ist er militärischer Vorgesetzter von drei Soldaten, die zusammen mit ihm die Herstellung und Sicherstellung der weltweiten Kommunikationsfähigkeit über HF-Funk (high frequency, zu Deutsch: Kurzwelle) gewährleisten. Sein Arbeitsplatz im Einsatz ist eine Fernmeldekabine, die auf einem Lkw verlastet ist und mit der sein Trupp im In- und Ausland unterwegs ist. „Ich bin gerne mobiler Funker. Vor allem schätze ich auch die technischen Herausforderungen in meinem Beruf: Abwechslungsreich und interessant.“

Vielseitigkeit ist Trumpf
Mit dem Erhalt des Einsatzbefehles fängt alles an: Anhand der vorgegebenen Koordinaten heißt es zunächst, die Lage des Aufbauplatzes zu bestimmen. Mit Karte, Kompass und Planzeiger macht sich Steube ans Werk. Nachdem er den Standort auf der Karte markiert hat, heißt es nun „Aufsitzen“ und Verlegen an den neuen Einsatzort.
Dort angekommen, analysiert er das Gelände, um einen geeigneten Aufbauplatz festzulegen. Er achtet dabei auf den Untergrund und die Größe des Platzes, baut dann unter Ausnutzung der natürlichen Tarnung seinen Trupp auf. Durch ein eigenes Stromerzeugungsaggregat (SEA), das sich auf einem der mitgeführten Anhänger befindet, ist der Trupp von anderen Energiequellen unabhängig und kann alleine agieren. Für einen kompletten Aufbau braucht Unteroffizier Steube mit seinem Team ungefähr 20 Minuten, danach ist er mit dem Funktrupp in der Lage, über mittlere und große Entfernungen Nachrichtenübermittlungen in Form von Sprech-, Schreib, und Datenfunk durchzuführen. Als nächstes entwirft Steube einen Schichtplan, um eine 24-stündige Einsatzbereitschaft zu gewährleisten. Die nächsten Stunden und Tage werden Nachrichten empfangen, gesendet und weitergeleitet: Der Dienstbetrieb läuft.

Nach der Übung ist vor der Übung
Die Übung ist vorbei - und es geht zurück an den Heimatstandort. Hier folgt die Materialpflege, wozu unter anderem die Wartung der Lastkraftwagen, des Anhängers und der Stromerzeugungsanlagen gehört. Nachdem der Schmutz entfernt wurde, überprüft Unteroffizier Steube die Vollzähligkeit und den Zustand des Materials. Und sollte doch mal was kaputt gegangen sein, macht er kleinere bis mittlere Instandsetzungsarbeiten selbst. Langeweile kommt eigentlich nie auf: Zwischen den Übungen betreibt er zusätzliche Aus- und Weiterbildungen am System, um sich und seine Soldaten fachlich und operationell auf einem hohen Niveau zu halten.

Fördern kommt von Fordern
Sobald Unteroffizier Steube zum Feldwebel ausgebildet ist, wird sich sein Aufgabenspektrum und sein Verantwortungsbereich deutlich erweitern. Dann wird er als einer der ersten ins Einsatzland verlegen, um zu bewerten, wie eine erste Form von Führungsfähigkeit im Einsatzraum aufgebaut werden kann. Anschließend wird er ein Kommunikationsnetzwerk etablieren, das nationalen und internationalen Dienststellen zu Verfügung gestellt werden kann. Derartige temporäre Einsätze können auch sehr kurzfristig entschieden und beendet werden, weswegen Steube ein hohes Maß an Flexibilität und Mobilität abgefordert wird. Aber genau das ist auch die Herausforderung, die er sucht: „Man ist viel im Freien unterwegs und arbeitet mit unterschiedlichsten Charakteren zusammen, die auch zu anderen Nationen und Kulturen gehören. “

Das Ziel immer vor Augen
Als Ausgleich zum Fachauftrag und zur Aufrechterhaltung seiner Fitness ist der Feldwebelanwärter sportlich sehr vielseitig aktiv. Er nimmt beispielsweise am Friesenfünfkampf teil, einer Mischung aus Schwimmen, Laufen, Kugelstoßen, Schießen und Degenfechten. Außerdem engagiert er sich im Bereich der Jugendarbeit, wo er Jugendfreizeiten beaufsichtigt und betreut. Wen wundert`s: Steube ist ein geborener Führer, dem die Verwirklichung seiner Vorstellung und Ideen Spaß bereitet.
