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Vom Automotor zum Triebwerk einer F-4 F Phantom

Wittmund/Siauliai, 07.01.2011.
Für den 29-jährigen Hauptfeldwebel Tobe Janßen vom Jagdgeschwader 71 “Richthofen“ (JG 71 „R“) war von Anfang an klar, dass er etwas mit Motoren zu tun haben wollte. Als gelernter Kraftfahrzeugmechaniker repariert und wartet er heute die Triebwerke der F-4 F Phantom.

Tobe Janßen überprüft das Triebwerk

Tobe Janßen überprüft das Triebwerk (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Grannaß)Größere Abbildung anzeigen

Angefangen hat für Hauptfeldwebel Tobe Janßen alles beim Wehrdienstberater im Kreiswehrersatzamt, wo sich der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker freiwillig zum Dienst in der Bundeswehr beworben hatte. Im Gespräch äußerte er seinen Wunsch als Triebwerksmechaniker beim Jagdgeschwader 71 “Richthofen“ eingesetzt zu werden.

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Tobe Janssen an seinem Arbeitsgerät

Tobe Janssen an seinem Arbeitsgerät (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Grannaß)Größere Abbildung anzeigen

Teamwork und Expertentum sind gefragt

In der Teileinheit Triebwerk läuft die Information auf, dass eine Luftfahrzeugbesatzung während ihres Fluges Probleme mit einem Triebwerk hatte. Nun sind Janßen und seine Kameraden aus dem Triebwerksshop gefragt.Zusammen mit einem Nachprüfer und der fliegenden Besatzung wird nach dem Fehler geforscht. Anschließend werden die notwendigen weiteren Maßnahmen abgesprochen. Um in diesem Fall der Sache gründlich auf den Grund zu gehen, muss das Triebwerk ausgebaut werden. Dies übernehmen vorweg Luftfahrzeugmechaniker aus einer anderen Teileinheit.

Vorbereitung zu einem Bremslauf

Vorbereitung zu einem Bremslauf (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Grannaß)Größere Abbildung anzeigen

Kurze Zeit später kommt das Triebwerk bei Tobe Janßen an. Nach einer gründlichen Analyse ist der Fehler schnell gefunden- und die Reparatur beginnt. Wenn diese abgeschlossen wird, muss das Triebwerk - wie nach jeder Reparatur oder Inspektion - getestet werden. „Hierfür haben wir einen so genannten „Bremsschein“ gemacht, der uns berechtigt, die notwendigen Tests durchzuführen“, so Tobe Janßen. Je nach Art der Fehlerbehebung wird entschieden, welche Bremsläufe durchgeführt werden müssen: Zum Einen besteht die Möglichkeit, das Triebwerk im eingebauten Zustand am Luftfahrzeug zu überprüfen. Bei diesem Verfahren spricht man von der Kategorie B. Anders wie bei der Kategorie A, bei der das Triebwerk im Nachbrennerbereich getestet wird, wird die Leistung auf lediglich 85 % hochgefahren und die Dichtigkeit, Abgastemperatur, Kraftstoffverbrauch und die Druck der Hydraulikanlagen überprüft.

Die Instrumente fest im Blick

Die Instrumente fest im Blick (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Grannaß)Größere Abbildung anzeigen

Sollte ein Testlauf mit Nachbrenner notwendig sein, steht den Technikern eine Bremshalle (Schallschutzhalle) zur Verfügung, um die Bevölkerung vor zu starker Lärmbelästigung zu schützen. Wenn alle Tests gut verlaufen sind, wird das Triebwerk von den Nachprüfern abgenommen, bevor das Luftfahrzeug wieder für den Flugbetrieb freigegeben wird. Aber nicht nur die Störbehebung gehört zu den Aufgaben von Hauptfeldwebel Janßen: Bei jedem Triebwerk muß nach 150 Flugstunden eine Inspektion durchgeführt werden. Nach 600 Stunden ist dann eine große Inspektion vorgeschrieben. „Dann zerlegen wir das Triebwerk komplett. Für diese Inspektion benötigen wir schon mal ein bis zwei Monate“, sagt Janßen.

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Tobe Janßen in seinem Kajak

Tobe Janßen in seinem Kajak (Quelle: Luftwaffe/Tobe Janßen)Größere Abbildung anzeigen

Meister seines Faches – auch sportlich

Seine zweite große Leidenschaft gehört dem Rennkanusport. Sehr früh mit dem Sport angefangen, kann Tobe Janßen bereits auf mehrere norddeutsche Meistertitel zurückblicken. Für eine Medaille bei den Deutschen Meisterschaften hat es leider noch nicht gereicht. Doch er trainiert weiter. Vielleicht klappt es ja noch. „Aber mit 29 Jahren gehört man in diesem Sport schon fast zum „Alten Eisen“, resümiert Tobe Janßen. Doch Janßen ist nicht nur ehrgeizig, sondern auch realistisch: „Der Sport ist für mich ein guter Ausgleich und gibt mir die Fitness, die ich bei meiner täglichen Arbeit brauche“, erzählt er. In seinem Verein ist er aber auch als Trainer aktiv und kümmert sich um den Nachwuchs. Wenn er deren Talente genauso konsequent fördert, wie er mit seinen Triebwerken umgeht, dann klappt es vielleicht doch noch mit der Deutschen Meisterschaft...

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Alle Arbeiten am Triebwerk werden dokumentiert

Arbeiten am Triebwerk werden dokumentiert (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Grannaß)Größere Abbildung anzeigen

Der Weg zum Traumjob

Nach Bewerbung und bestandener Prüfung wurde Tobe Janßen zunächst zur Grundausbildung nach Goslar eingezogen. Drei Monaten später wurde er in die Instandsetzungsstaffel JG 71 “R“, zur Teileinheit Triebwerk, versetzt. Der anschließende Unteroffizierlehrgang in Pinneberg ist Tobe Janßen in besonderer Erinnerung geblieben. „Wir wurden auf dem Lehrgang für zehn Tage während der Elbhochwasserkatastrophe zur Hilfeleistung in Lüchow-Dannenberg abgestellt. Das schweißt so einen Hörsaal richtig zu einem Team zusammen“. Seine ersten Erfahrungen am Triebwerk einer F-4 F Phantom sammelte der junge Soldat während seiner vierwöchigen Ausbildung am Arbeitsplatz. Die artverwandte, zivile Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechaniker kam Tobe Janßen zu Gute und somit wurde er vorzeitig zum Stabsunteroffizier befördert. In den darauffolgenden Jahren absolvierte er neben seinem Feldwebellehrgang in Appen mehrere Fachlehrgänge an den technischen Schulen in Kaufbeuren und Faßberg zum Fluggerätemechanikerfeldwebel für F-4 Phantom Triebwerke.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Reimund Wilms


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