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Ein eingespieltes Team

Visselhövede, 11.04.2011.
Das sonore Blubbern des schweren Dieselaggregates durchdringt die Lehnsheide-Kaserne. Langsam schiebt sich ein grün-schwarzes Schwergewicht mit 420 PS Richtung Aufbauplatz. Behutsam und präzise in die richtige Position manövriert von Oberfeldwebel Torsten Andreß, Truppführer und IT-Administrator am digitalen Richtfunk der Bundeswehr. Und natürlich Kraftfahrer der Klassen B, C und E. Er sorgt zusammen mit seinen Kameraden dafür, dass die mobilen Antennenmastanlagen (AMA) aufgebaut und digitale Richtfunkstrecken darüber betrieben werden können.

Die mobile Antennenmastanlage auf dem Aufbauplatz

Die mobile Antennenmastanlage (Quelle: Luftwaffe/Hendrik Niermann)Größere Abbildung anzeigen

„Es ist enorm wichtig beim Aufbau ein eingespieltes Team zu sein“, erklärt Oberfeldwebel Andreß vom Führungsunterstützungsbataillon 285 in Visselhövede. Als Truppführer eines digitalen Richtfunktrupps koordiniert und leitet der 32-jährige Oberfeldwebel seinen fünfköpfigen Trupp, bestehend aus zwei Feldwebeln und drei Mannschaftssoldaten. Seine Arbeitsmittel sind schlichtweg nicht zu übersehen: Ein für das Militär umgebauter MAN mit 22,5 Tonnen Gesamtgewicht als Plattform für den hydraulischen Antennemast und ein Mercedes 1017-Trägerfahrzeug mit Fernmeldekabine. Beide Fahrzuge sowie der zugehörige Richtfunkaufbau sind wichtige Bausteine im mobilen Kommunikationssystem der Bundeswehr.

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34 Meter - eine beeindruckende Höhe

34 Meter - eine beeindruckende Höhe (Quelle: Luftwaffe/Hendrik Niermann)Größere Abbildung anzeigen

Flatrate für 30 Nutzer

„Alle Handgriffe müssen sitzen, um unsere Anlage schnellst möglich aufzubauen“ erklärt Andreß. In gut 30 Minuten schaffen es die fünf Soldaten, die AMA zu positionieren, die vier 90cm-Parabolantennen auf die Gegenstellen auszurichten und das eigene Fernmeldegerät sende- und empfangsbereit zu schalten.
„Alle standardisierten 2 MegaBit/s-Datenleitungen sind an den Trupp anschaltbar – und das sind immerhin 30 Sprach- oder Datenkanäle. Über die einzelne Richtfunkstrecke schicken wir dann Signalbündel, die in der Fernmeldekabine entweder verstärkt und weitergeleitet werden wie bei Relaisstelle oder bei einer Endstelle an einen Nutzer direkt angebunden sind."

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Jeder packt mit an, damit der Aufbau schnell gelingt

Jeder packt mit an (Quelle: Luftwaffe/Hendrik Niermann)Größere Abbildung anzeigen

Üben für den Einsatz

Die militärische Fernmeldelandschaft hat sich in den letzten Jahren stark verändert. Ehemalige Richtfunkstrecken von Heer und Luftwaffe ersetzt heute das vorhandene Netz ziviler Kommunikationsanbieter. Dennoch kann auf die Fähigkeiten des Richtfunks nicht verzichtet werden. „Bei Übungen wie ELITE oder auch im Auslandseinsatz KFOR schaffen wir die Anbindungen, die die Truppe für ihre Informationssysteme benötigt. In Afghanistan wird die AMA allerdings nicht eingesetzt. Hier verwendet die Bundeswehr die „guten alten“ Gittermasten, da es sich dort um feste Einrichtungen handelt“, so der Luftwaffenuniformträger.
Kontinuierliche Verbesserung der fachlichen Aufgaben, Pflege und Wartung des benötigten Gerätes sowie allgemeinmilitärische Ausbildung stehen immer wieder auf dem Dienstplan des eingespielten Teams. Mindestens einmal monatlich heißt es, den hydraulischen 34-Meter-Mast aufzubauen und die Vernetzung mit den unterschiedlichsten nationalen und internationalen Kommunikationssystemen zu proben. Schnelligkeit ist gefragt. Die Sicherheit von Mensch und Material stehen dabei dennoch immer an erster Stelle.

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Ein eingespieltes Team ist enorm wichtig

Ein eingespieltes Team (Quelle: Luftwaffe/Hendrik Niermann)Größere Abbildung anzeigen

Für alle Situationen gerüstet

„Der Abstand Antenne zu Antenne beträgt beim Richtfunk möglichst konstant etwa 30 bis 50 Kilometer, „quasi freie Sicht" zur Gegenstelle ist zusätzliche Bedingung“, erklärt Andreß und meint damit, dass Richtfunkstrecken immer korrekt aufeinander ausgerichtet sein müssen – ganz im Gegensatz zum allgemeinen Funk, wo sich die Funkwellen frei durch den Äther bewegen. Daher verschlägt es Team und Fahrzeuge auch schon einmal in abgelegene Regionen, um eine einwandfreie Funkstrecke aufzubauen, die nicht durch Geländererhebungen oder künstliche Störungen - beispielsweise hohe Gebäude - unterbrochen werden kann.
„Karte und Kompass beherrschen wir ja alle. Die Anfahrt zum befohlenen Aufbauplatz wird durch GPS-Navigation heute aber erheblich erleichtert. Da wir unsere eigene Stromversorgung mitführen, sind auch ungewöhnliche Koordinaten kein Problem für uns“ fügt er lächelnd hinzu.

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Die Ruhe selbst – Oberfeldwebel Andreß

Die Ruhe selbst – Oberfeldwebel Andreß (Quelle: Luftwaffe/Hendrik Niermann)Größere Abbildung anzeigen

Ausgeglichen - und zielorientiert

Als Vater von drei Kindern und „Herrchen“ eines 70 cm hohen Labrador-Mischlings bleibt für ausgefallene Hobbys kaum Zeit. Für den eingefleischten Motorrennsportfan steht Modellbau in seiner Freizeit weit oben.
Nach seiner zivilen Ausbildung zum Radio- und Fernsehtechniker verpflichtete sich Oberfeldwebel Andreß nach Gesprächen mit seinem Schwager, der ebenfalls Soldat ist, für zwölf Jahre bei der Bundeswehr. Neben seiner Ausbildung zum Feldwebel, dem Erwerb der notwendigen Fahrerlaubnis und den fachspezifischen Lehrgängen auf das automatische Führungs- und Fernmeldenetz der Luftwaffe, holte Oberfeldwebel Andreß - in der Freizeit und durch die Bundeswehr gefördert - sein Abitur nach. Seit diesem Jahr befindet er sich in der Ausbildung auf das Mobile Kommunikationssystem der Bundeswehr.
Getreu seinem Lebensmotto – „immer die Ruhe bewahren“, macht sich Andreß über die Zeit nach der Bundeswehr keine Sorgen. Zwar wäre er gerne Berufssoldat geworden, aber Dank seiner Ausbildung auf die unterschiedlichen Kommunikationssysteme, die ähnlich auch zivil verwendet werden, blickt der Abiturient zuversichtlich in Richtung berufliche Karriere nach seiner Bundeswehrzeit.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Helmut Leipertz, Daniel Schad


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