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Weitsicht vom Turm

Holzdorf/Schönewalde, 21.02.2011.
„Schon im Alter von fünf oder sechs Jahren begann ich mein Hobby, den Flugmodellbau, auszuüben. Mein Vater war „Spieß“ in einer Radarführungskompanie und mein Onkel war Jägerleitoffizier, ebenfalls bei der Luftwaffe. Mein Hobby, meine Verwandtschaft sowie ein Zufall ließen keinen anderen Schluss zu, als militärischer Flugverkehrskontrolloffizier zu werden...“

Hauptmann Seidel hat den Weitblick

Hauptmann Seidel hat den Weitblick (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Der in Helmarshausen (Hessen) geborene Seidel dient seit nunmehr 13 Jahren auf dem Fliegerhorst Holzdorf. Der Offizier befindet sich seit der Ernennung zum Leutnant im Status eines Berufssoldaten.

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Der Arbeitsplatz von Hauptmann Seidel, der 2005 neu errichtete Anflugkontrollturm auf dem Flugplatz von Holzdorf

Der Anflugkontrollturm Holzdorf (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Den Überblick haben

Hauptmann Seidel fungiert während seines Flugsicherungsdienstes als Fluglotse, Wachleiter, Ausbilder und Prüfer. Aufgrund seiner weitreichenden Qualifikation ist er als Ausbildungsoffizier verantwortlich für die Koordination und Durchführung der gesamten Ausbildung im Bereich der Flugsicherungsdienste für den Standort Holzdorf. Seidel verfügt über einen großen Erfahrungsschatz, welchen er versucht, an seine jungen, in Ausbildung befindlichen Kameraden zielführend weiterzugeben. Sein Arbeitsplatz in Holzdorf hat für Hauptmann Seidel zudem den immensen Vorteil, dass das gesamte Spektrum an Luftfahrzeugen der Bundeswehr diesen Platz anfliegt.

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Hauptmann Seidel bei der Abfrage von Flugzielen

Abfrage von Flugzielen (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Alle Chancen genutzt

Nach dem Abitur begann Michael Seidel seine militärische Laufbahn bei der Luftwaffe mit der obligatorischen Grundausbildung. Zunächst einige Jahre im Jägerleitdienst eines Luftverteidigungsgefechtsstandes eingesetzt, hatte er eines Tages eine schicksalhafte Begegnung: Zufällig begegnete er einem Einplaner der Bundeswehr bei einem abendlichen Aufenthalt im Offizierheim - und dieser vermittelte ihn gleich zu seiner wahren „Berufung“: Offizier im militärischen Flugsicherungsdienst. Eine mehrmonatige Einweisung bei der „artverwandten“ Flugsicherung auf dem Fliegerhorst Büchel folgte, danach erwarb er sich an diversen Einrichtungen eine Lizenz nach der anderen. Die erworbenen Lizenzen sind europaweit anerkannt und den zivilen Lizenzen gleichgestellt.

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Hauptmann Seidel bei Koordinationstätigkeiten im Tower

Hauptmann Seidel bei Koordinationstätigkeiten (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Es gibt viel zu tun

Der Aufgabenbereich für einen militärischen Flugverkehrskontrolloffizier im Flugsicherungsdienst ist vielschichtig.
Auf der Flugplatzkontrollstelle (Tower) besteht eine seiner Aufgaben im Erteilen von Freigaben zum Ein-, Aus- und Durchflug für Luftfahrzeuge im Bereich (Kontrollzone) des Flugplatzes Holzdorf. Desweiteren ist er für die Steuerung des Rollverkehrs der Luftfahrzeuge am Boden und die Koordination des Fahrzeugverkehrs im Bereich des Flugbetriebsbereiches zuständig. Der Zuständigkeitsbereich der Radaranflugkontrolle umfasst einen wesentlich größeren Luftraum um den Flugplatz, der sich bis zu einer Entfernung von rund 55 Kilometern erstreckt.

Blick aus dem Tower: Eine AWACS – Maschine landet in Holzdorf.

Eine AWACS – Maschine landet in Holzdorf. (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Innerhalb dieses Radius erstellt Hauptmann Seidel mittels Kurs- und Höhenanweisungen an die Piloten eine Anflugreihenfolge und führt die Luftfahrzeuge mittels Radar sicher - auch und gerade bei schlechtem Wetter - bis kurz vor die Landebahn. Zudem muss er bestimmte Mindestabstände zwischen den Luftfahrzeugen und zu umliegenden Zuständigkeitsbereichen einhalten und gibt wichtige Informationen über das Wetter und andere Aktivitäten im Holzdorfer Luftraum an die Luftfahrzeugbesatzungen weiter. Generell sind die Aufgaben für einen Flugverkehrskontrolloffizier interessanter und vielschichtiger als im zivilen Flugsicherungsbereich, da wesentlich mehr Platzverkehr auf Militärflugplätzen stattfindet. „Besonders reizt mich, dass ich während meiner Arbeit auf dem Tower oder im Radar mein eigener Herr auf der Position bin. Eine reine Bürotätigkeit würde mich nicht ausfüllen“ sagt er.

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Der Modellbauer und sein Modell. Im Hintergrund die italienische Kunstflugstaffel „frecce tricolori“.

Der Modellbauer und sein Modell. (Quelle: Luftwaffe/Klaus Hubmann)Größere Abbildung anzeigen

Glück gehabt

Seinen Ausgleich zum verantwortungsvollen und mitunter mental fordernden Dienst findet Hauptmann Seidel in einem harmonischen Privatleben.
Seine Ehefrau ist in der Nähe seines Wohnortes, welcher sich in unmittelbarer Standortnähe befindet, berufstätig und schenkte ihm zwei Kinder. Als ruhiger und ausgeglichener Familienmensch legt er jede freie Minute in die Erziehung und den Aufwuchs seiner noch kleinen Kinder.
Darüber hinausgehende Freizeit investiert Hauptmann Michael Seidel in sein immer noch bestehendes Hobby „Flugmodellbau“, welches für ihn unter anderem ein auslösender Faktor für seine spätere Berufswahl war: Seinen Kindheitstraum hat er wahr gemacht.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Klaus Hubmann


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