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Softwareingenieur in Uniform

Neuburg a.d.Donau, 02.03.2011.
Bundeswehr und modernste Technologie - das ist überhaupt kein Widerspruch. Für den Betrieb hochmoderner Waffensysteme braucht die Luftwaffe erstklassig ausgebildete Offiziere und Spezialisten. Major Dominik Bódi ist einer von ihnen. Als Staffelchef der Wartungsstaffel Jagdgeschwader 74 (JG 74) kann er in vielen Fragen zur Elektronik des Eurofighters „mitreden“. Ehemals zuständig auch für die Software des „fliegenden Rechners Eurofighter“ kennt er diese Hochleistungsgmaschine bis ins letzte Byte.

Major Bódi und sein Team im Hangar

Major Bódi und sein Team im Hangar (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Major Bódi trat am 1. Juli 1996 seinen Dienst in der Bundeswehr an. Nach der Offizierausbildung begann er ein Informatikstudium an der Universität der Bundeswehr in München, das er im Frühjahr 2002 erfolgreich abschloss.

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Bódi an seinem Arbeitsplatz in Manching - hier noch im Dienstgrad Hauptmann

Bódi an seinem Arbeitsplatz in Manching (Quelle: Luftwaffe/Dominik Bódi)Größere Abbildung anzeigen

Karriere durch Informatik

Anschließend wurde er im Jagdbombergeschwader 32 in Lechfeld zum Luftfahrzeugelektronikoffizier ausgebildet. Es folgten Abstellungen zur Luftfahrtindustrie, hier der Firma EADS, sowie eine dreijährige Verwendung als Softwareingenieur für die Eurofighter-Radarentwicklung in Edinburgh, Schottland, bevor er im Jahr 2007 nach Manching kam. Hier wurde er im Systemunterstützungszentrum (SysUstgZ) Kampfflugzeuge in Manching als Softwareingenieur für das Waffensystem Eurofighter eingesetzt.

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Der Eurofighter – Ein fliegender Rechner

Der Eurofighter – Ein fliegender Rechner (Quelle: Luftwaffe/DB_100809_002.jpg)Größere Abbildung anzeigen

Der fliegende Rechner

Moderne Kampfflugzeuge sind komplizierte Systeme mit einer Vielzahl an Computern und Sensoren, die über Datenleitungen miteinander verbunden sind. „Mein Auftrag war beispielsweise in Manching die Softwarepflege und -änderung, also die Wartung der operativen Software, die in den vielen Computern des Eurofighters steckt. Die Industrie liefert ein hochkomplexes Produkt, das dann durch die Erfahrungen der Luftwaffe an neue Bedürfnisse angepasst werden muss. Im SysUstgZ verbesserten wir dieses Produkt, indem wir schnell und mit Blick auf die operationelle Nutzung auch Probleme beseitigen und neue Funktionen entwickeln.“, beschreibt Major Bódi seine Aufgaben in Manching im Jahr 2010, damals noch im Dienstgrad Hauptmann. Das Programmieren ist aber nur eine - wenn auch zentrale - Tätigkeit eines Softwareingeniers in Uniform: Der Aufgabenbereich ist tatsächlich viel weiter gefasst. Bevor ein Programm einsatzbereit ist, steht in Zusammenarbeit mit anderen Dienststellen - auch unter Einbindung der Piloten - die Konzeption und Modellierung neuer Funktionen, die Erstellung und Änderung von Spezifikationen und das Design der Software zur Diskussion und Umsetzung. Außerdem müssen die entwickelten Programme umfangreiche Prüfzyklen durchlaufen, vom Softwaretest einzelner Programmteile bis hin zum Überprüfungsflug. All dies erfolgt beim Eurofighter in enger Zusammenarbeit mit der Luftfahrtindustrie.Technisches Wissen und Können sind dabei notwendige Grundlage. Darüber hinaus werden einem Softwareingenieur genauso Teamfähigkeit und Kenntnisse im Bereich Projekt- und Qualitätsmanagement abverlangt. „Gerade in einer von Luftwaffe und Industrie betriebenen Einrichtung wie dem SysUstgZ wird einem Offizier neben einem umfänglichen Fachwissen sowohl Führungs-, als auch Teamfähigkeit abverlangt.

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Internationalität am Teststand des Eurofighters

Internationalität am Teststand des Eurofighters (Quelle: Luftwaffe/Dominik Bódi)Größere Abbildung anzeigen

Expertise für Heute und Morgen

Mit der Fähigkeit zur Softwarepflege- und Änderung bewahrt sich die Luftwaffe einen wichtigen Beitrag zum Einsatzbetrieb des Waffensystems Eurofighter. Nur so kann die Bundeswehr kurzfristig Herausforderungen in Grundbetrieb und Einsatz begegnen, vor allem dann, wenn einzelne Herstellerfirmen nicht rechtzeitig reagieren sollten. Das detaillierte Wissen über Technik und Entwicklung ist ein unverzichtbarer Baustein für die Kenntnis über das Waffensystem insgesamt. Das Nutzungsmanagement kann deshalb zielgerichtet und punktgenau auf das Fachwissen im SysUstgZ zurückgreifen und so die Zusammenarbeit mit der Industrie bei der Weiterentwicklung und Verbesserung des Waffensystems einsatzorientiert optimieren.

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Staffelchef Major Bódi in seinem Element

Staffelchef Major Bódi in seinem Element (Quelle: Luftwaffe/Xaver Habermeier)Größere Abbildung anzeigen

Abstrahieren auf das Ganze

„Die Tätigkeit als Softwareingenieur für den Eurofighter ist abwechslungsreich, fordernd und hochinteressant. Besser kann ich mich mit meinem Fachwissen und Interessen für die Luftwaffe wohl kaum einbringen.“, sagt Major Bódi heute über seine vormalige Tätigkeit. Er muß es wissen, denn als heutiger Staffelchef der Wartungsstaffel im Jagdgeschwader 74 tritt er aus dem Mikrokosmos der Soft- und Hardware heraus und ist nun für die Wartung des teuersten Waffensystems der Luftwaffe verantwortlich, muß sich also nun auch beispielsweise Themen aus allgemeiner Luftfahrzeugtechnik und Maschinenbau widmen. Sein Fachwissen als - ehemaliger - Softwarespezialist in der Luftwaffe wird ihm dabei sicherlich eine Hilfe sein, da er durch seine Kenntnisse in der Datenverarbeitung einerseits und der mathematischen Grundvoraussetzungen für die Informatik andererseits eine sehr gute Basis für das Allgemeinverständnis vieler mechanischer und elektronischer Systeme schneller erreicht, als ein technischer Laie, der zwar auch Staffelchef ist, aber beispielsweise Pädagogik studiert hat. Es kann davon ausgegangen werden, dass er auch zukünftig auf vielen Ebenen der Luftfahrzeugtechnik ein gefragter Ansprechpartner sein wird: Der richtige Mann am richtigen Platz.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: PIZLw, Xaver Habermeier, SysUZ-S1


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