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Die Luftwaffe hat ihre erste Luftfahrzeugladungsmeisterin

Wunstorf, 28.10.2010.
Oberst Bernhard Altersberger, Kommodore des Lufttransportgeschwaders 62 (LTG 62), überreichte der ersten Luftfahrzeugladungsmeisterin der Luftwaffe, Oberfeldwebel Tamara Kaczmarek, die „Berechtigungslizenz“, um in dieser Männerdomäne Fuß zu fassen. Wir stellen Ihnen die junge Frau schon mal vor…

Oberfeldwebel Kaczmarek „pakt an“

Oberfeldwebel Kaczmarek „pakt an“ (Quelle: Luftwaffe/LTG 62)Größere Abbildung anzeigen

Eine lange und fordernde Ausbildung zu Ladungsmeisterin liegt hinter ihr. Auf den Lorbeeren ausruhen? Für Oberfeldwebel Kaczmarek überhaupt kein Thema und auch von ihrer Exotenrolle will sie nichts wissen: „Hier werden keine Unterschiede gemacht! Ich muss genauso meinen „Mann“ stehen, wie jeder andere auch“.

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Die anrollende Ladung wird eingewiesen

Die anrollende Ladung wird eingewiesen (Quelle: Luftwaffe/LTG 62)Größere Abbildung anzeigen

Warum gerade Ladungsmeisterin?

„Vor meiner Bundeswehrzeit habe ich Hotelfachfrau gelernt, was schon viel mit Dienstleistung zu tun hat. Später als Flugbetriebsmeisterin im Geschwadergefechtsstand hatte ich dann die ersten Berührungspunkte mit dem Tätigkeitsfeld Luftfahrzeugladungsmeister.“ Und letztere Tätigkeit gefiel ihr immer besser, denn sie vereinte alles, was sie sich unter einem perfekten Job vorstellte: „Teamarbeit, Verantwortung und geistige Herausforderung!“

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Oberfeldwebel Kaczmarek an der Vorflugkontrolle

An der Vorflugkontrolle (Quelle: Luftwaffe/LTG 62)Größere Abbildung anzeigen

Eine anspruchsvolle Tätigkeit

Die Betreuung der Fluggäste ist dabei nur eine Facette: „Unmittelbar vor dem Flug kläre ich die Fluggäste über Sicherheitsvorschriften und Verhaltensweisen auf.“ sagt Kaczmarek. „Wer unter Luft- oder Höhenkrankheit leidet, ist bei mir ebenfalls richtig aufgehoben“, lacht sie, „aber das ist natürlich nicht meine primäre Aufgabe. Der Schwerpunkt meiner Tätigkeit ist generell das Be- und Entladen der Transall C-160. Dabei überprüfe ich das Ladegut auf Lufttransportfähigkeit und überwache die Einhaltung der Sicherheitsbestimmungen. Außerdem übernehme ich die Ladegüter und Begleitpapiere und erledige auf Start-, Zwischenlande - und Zielflugplätzen die Abfertigungsformalitäten. Entscheidend ist jedes Mal das Umrüsten des Luftfahrzeuges je nach Art des Einsatzauftrages und die damit einhergehenden Ladungsberechnungen einschließlich der Schwerpunktberechung“, betont sie. „Damit bin ich als Besatzungsmitglied der Transall summa summarum für alles, was als Material oder als Personal an Bord kommt, verantwortlich“, fasst Oberfeldwebel Kaczmarek ihr Aufgabengebiet zusammen.

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Prüfender Blick aus dem Laderaum: Oberfeldwebel Kaczmarek überprüft den richtigen Sitz des Türschutzes für die Fallschirmspringer

Prüfender Blick aus dem Laderaum (Quelle: Luftwaffe/LTG 62)Größere Abbildung anzeigen

Ein Berufsbild, das fordert

Allerdings hört ihr Job nicht auf, wenn die Ladung verstaut ist und die Frachtpapiere alle stimmig sind. Denn die Arbeitsbedingungen, unter denen Oberfeldwebel Kaczmarek ihre Aufgabe versieht, verzeihen keinen „Durchhänger“ und fordern hohe psychische und physische Belastbarkeit. Ob unregelmäßiger Flugdienst bei Tag und Nacht, weltweite Einsätze in allen Klimazonen ohne Eingewöhnungszeit, regelmäßige Flüge in Kabinendruckhöhen bis 10.000 Fuß oder die Mitwirkung bei Evakuierungs- beziehungsweise Unterstützungseinsätzen in Krisen- und Kriegsgebieten: „Meine Aufgabe stellt mich jeden Tag vor neue Herausforderungen, die ich in Zusammenarbeit mit der Transall-Besatzung lösen muss. Das macht es spannend und fordernd zugleich“, unterstreicht die sympathische junge Frau ihre Verbundenheit zum Team.

Abgefertigt wartet die Transall auf der Rollbahn.

Abgefertigt auf der Rollbahn. (Quelle: Luftwaffe/LTG 62)Größere Abbildung anzeigen

Die zweieinhalb jährige, intensive Ausbildung hat Oberfeldwebel Kaczmarek darauf vorbereitet und ihr einiges abverlangt: „Geistig sowie körperlich war das mit Abstand die anspruchvollste Ausbildung, die ich bisher durchlaufen habe“, resümiert sie. Auf die Frage, was denn ihr bisher schönstes Erlebnis als Ladungsmeisterin war: antwortete Kaczmarek: „Schlechtes, regnerisches Wetter. Die Transall startet. Wir sind in der Luft über den Wolken, ich sitze in meinem Sitz und durch das Bullauge neben mir fallen die ersten Sonnenstrahlen. Das sind für mich immer wieder unvergleichbar schöne Momente.“

Und Oberfeldwebel Kaczmarek plant schon weiter: Sie möchte Berufssoldatin mit einhergehender Umschulung auf das Transall Nachfolgemodell Airbus A 400M werden: „Das wäre eine Traum!“

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Florian Wipke


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