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Luftwaffe: Nicht nur Büroalltag

Kalkar, 29.09.2010.
Sie ist jung, intelligent, und sie hat immer ein charmantes Lächeln auf den Lippen. Sonja Goertz (22) kann man sich in vielerlei Berufsfeldern vorstellen. Aber bei der Bundeswehr? Den Stahlhelm auf den blonden Haaren, Tarnfleck statt Kleid, die schwere Splitterschutzweste und in der Hand das Gewehr G-36? Eigentlich schwer vorstellbar, aber genau so ist es…

Schweißtreibende Ausbildung: Die Luftwaffe ist mehr als nur Büroalltag

Schweißtreibende Ausbildung (Quelle: Luftwaffe/Sonja Goertz)Größere Abbildung anzeigen

Und genau wegen dieser Szenarien hat sich Sonja Goertz vor fast genau einem Jahr dazu entschlossen zur Luftwaffe zu gehen. Mittlerweile ist sie Unteroffizier und wird derzeit beim Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte zum Personalfeldwebel ausgebildet. „Ich wollte nicht nur den Büroalltag“, erzählt Sonja Goertz, die nach zwei Jahren ihre Ausbildung zur Rechtsanwaltsfachangestellten abgebrochen hatte. „Irgendwo in der Verwaltung sind alle Tage gleich“, so die Motivation der 22jährigen. Bei der Bundeswehr schätzt sie gerade die Abwechselung, beispielsweise durch die Möglichkeit der Sportausbildung während der Dienstzeit, durch regelmäßige Ausbildungen im Rahmen der Individuellen Grundfertigkeiten, sprich Schießen, Leistungsmarsch oder Brandschutzausbildung. „Anfangs“, so die junge Frau, „konnte ich mir das gar nicht vorstellen.“ Mittlerweile aber habe sie an der allgemeinmilitärischen Ausbildung richtig viel Spaß: „Man wächst da rein“, so Unteroffizier Goertz, die vor allem die Kameradschaft, das Gemeinschaftsgefühl bei der Bundeswehr schätzt.

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Publikumsverkehr: Gerade den Kontakt zu anderen Soldatinnen und Soldaten schätzt die 22-jährige an ihrer Tätigkeit

Publikumsverkehr (Quelle: Luftwaffe/Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Kein Meister fällt vom Himmel

Die Grundausbildung und den kombinierten Unteroffizier- / Feldwebellehrgang hat sie bereits hinter sich. Nach der Grundausbildung in Heide wurde sie zur Luftwaffenunterstützungsgruppe nach Kalkar versetzt. Das war auch ihr Wunsch gewesen. „Ich bin sehr gut beraten worden“, hat sie nur Lob für den in Kalkar beheimateten Wehrdienstberatungsfeldwebel übrig. In diesem Herbst wird Sonja Goertz für fast zwei Jahre ihre Zivilberufliche Aus- und Weiterbildung (ZAW) in Hilden absolvieren. Danach hat sie ihren Abschluss als Bürokauffrau in der Tasche. Nach dem zweimonatigen Personalfeldwebellehrgang in Hannover und dem einmonatigen Führungstraining in Heide ist sie mit ihrer Ausbildung fertig. Für zwölf Jahre hat sie sich verpflichtet. Ob daraus noch mehr wird, dass lässt die junge Frau auf sich zukommen. „Im Moment kann ich mir sehr gut vorstellen, irgendwann Berufssoldat zu werden“, so Unteroffizier Goertz, „aber vielleicht sieht das in ein paar Jahren ja ganz anders aus.“ Bereut hat sie ihre Entscheidung für die Luftwaffe bis heute nicht. „Ich bin durch die Bundeswehr reifer geworden“, so Sonja Goertz. Man lernt Disziplin und Selbständigkeit, Eigenschaften, die auch bei jedem zivilen Berufsbild gefragt sind.

Unteroffizier Goertz an ihrem Arbeitsplatz im Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte

Unteroffizier Goertz an ihrem Arbeitsplatz (Quelle: Luftwaffe/Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Auch mit der Wahl ihrer Fachtätigkeit ist die Soldatin zufrieden. „Es ist ein sehr umfangreiches Aufgabengebiet“, so Sonja Goertz, „und gerade in Zeiten der Einsätze eine sehr wichtige und verantwortungsvolle Aufgabe.“ Das Führen der Personalakten gehört beispielsweise zu ihren Aufgaben, genauso wie das Erstellen von Kommandierungen oder die Eingabe von Personaldaten in SAP. Sie arbeitet dem Personaloffizier zu, wenn es um Entscheidungen wie Weiterverpflichtungen geht. Da ist genaues und sorgfältiges Arbeiten gefragt. Jeder Fehler kann einen Nachteil für den betroffenen Soldaten bedeuten. Am meisten schätzt sie, dass sie in ihrer Tätigkeit als angehender Personalfeldwebel immer wieder mit (anderen) Menschen zu tun hat, Einblicke in viele verschiedene Aufgabenfelder im Bereich Datenverarbeitung und Jura bekommt.

Wichtig ist ihr auch, dass die ZAW-Maßnahme zur Bürokauffrau mit in die Ausbildung integriert ist: „Damit habe ich etwas in der Hand, wenn ich nach zwölf Jahren bei der Bundeswehr ausscheiden sollte“, so Unteroffizier Goertz. In diesem Fall möchte sie gerne im Verwaltungsbereich bleiben: „Vielleicht im öffentlichen Dienst.“ Ihr jetziger Arbeitsplatz brauche dabei den Vergleich mit nicht-militärischen Verwaltungen aber keinesfalls zu scheuen, ergänzt die 22-jährige.

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Unteroffizier Goertz bei der Schießausbildung: Auch das ist Soldatenalltag bei der Luftwaffe

Unteroffizier Goertz bei der Schießausbildung (Quelle: Luftwaffe/Sonja Goertz)Größere Abbildung anzeigen

Einsatz ist kein Tabu

Und wie steht sie zum Thema Auslandseinsatz? „Das gehört dazu“, so Sonja Goertz, „und ich möchte auch gerne in den Einsatz.“ Auch daraus habe der Wehrdienstberater keinen Hehl gemacht, habe klar erklärt, dass sich darüber jeder junge Soldat im klaren sein müsse. Die Erfahrungen, die man im Einsatz sammelt, konnte bisher noch jeder Soldat - im Nachhinein - gebrauchen. „Man entwickelt sich einfach weiter“, so die junge Frau, „als Soldat und als Mensch.“ Ihre Eltern waren anfangs gar nicht begeistert gewesen über ihre Entscheidung: „Die hatten vor allem Angst wegen der Auslandseinsätze“, so die junge Soldatin. Mittlerweile aber sähen auch sie, wie sie sich positiv weiterentwickelt habe und wie sehr sie der Berufsalltag in der Bundeswehr zu einer reiferen Persönlichkeit fordere und forme: „Meine Eltern waren bei meiner Vereidigung dabei und auch beim Tag der offenen Tür im vergangenen Jahr“, so Sonja Goertz - und sehen deshalb ihren Arbeitsplatz heute mit ganz anderen Augen. Auch ihr Freundeskreis stand nicht ohne Bedenken zu ihrer Berufswahl, wurde mittlerweile aber eines besseren belehrt.

„Ich bin glücklich mit meiner Entscheidung“, sagt Unteroffizier Sonja Goertz heute, setzt ihr charmantestes Lächeln auf und stürzt sich wieder in ihre Arbeit…

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Klaus Sattler


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