Historischer Rückblick

Die Chronik des Geschwaders beginnt auf dem im Norden Deutschlands gelegenen Fliegerhorst Oldenburg. Die 3. Staffel der Waffenschule der Luftwaffe 10 wurde mit dem Jagdflugzeug F-86K Sabre ausgerüstet und das Personal für die neuen Aufgaben geschult. Zur Aufstellung des Jagdgeschwaders 75 am 1. Oktober 1960 verlegte die Staffel von Oldenburg nach Leipheim. Zum 1. Mai 1961 erfolgte eine erneute Verlegung des Geschwaders an den nunmehr nutzbaren Zielstandort Neuburg an der Donau. Aufgrund der Reduzierung der Jagdgeschwader von sechs auf vier erfolgte gleichzeitig eine Umbenennung in Jagdgeschwader 74. Am 5. Mai 1961 konnte der Verband in Dienst gestellt werden.

Im Mai 1964 erhielt das Jagdgeschwader 74 die ersten F-104G Starfighter. Die Umrüstung wurde Anfang 1966 mit der Abgabe der letzten F-86K Sabre abgeschlossen. Am 22. November 1973, dem 32. Todestag von Oberst Werner Mölders, wurde dem Jagdgeschwader 74 der Name "Mölders" verliehen. Das Jagdgeschwader war damit neben den Geschwadern "Richthofen", "Boelcke", "Immelmann" und "Steinhoff" eines der Traditionsgeschwader der Luftwaffe. Diesen Namen führte das Geschwader bis zum 11. März 2005.

Am 26. September 1974 erhielt das Geschwader die ersten vier F-4F Phantom II, dem Einsatzflugzeug der folgenden fast 35 Jahre. Im Sommer 2005 stellten die Jagdgeschwader 71 und 74 für drei Monate die Alarmrotte im Rahmen der durch die NATO wahrgenommenen Luftraumsicherung der drei baltischen Staaten Estland, Lettland und Litauen.

Mit der Übergabe der ersten vier Eurofighter begann am 25. Juli 2006 ein neues Zeitalter der Geschwadergeschichte. Wie bei den vorhergehenden Umrüstungen wurden beide Flugzeugtypen im Flugbetrieb gehalten, bis die Aufgaben der Alarmrotte mit dem neuen Jagdflugzeug ohne Einschränkungen wahrgenommen werden konnte. Am 12. Juni 2008 gab das Jagdgeschwader 74 im Rahmen eines Appells seine letzten F-4F Phantom II an das Jagdgeschwader 71 "R" ab.


