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Historischer Rückblick

Mit der Unterzeichnung des "Luftwaffenaufstellungsbefehls Nr. 141 für den Stab der 4. Luftverteidigungsdivision (LVDiv)" durch den Inspekteur der Luftwaffe, in dem die Aufstellung zum 1. Oktober 1959 angeordnet wurde, beginnt die Geschichte der Division. Bereits in diesem Befehl wurde die Kreisstadt Aurich in Ostfriesland als Stationierungsort für das Divisionskommando bestimmt.

Der Aufbau des Stabes erfolgte jedoch zunächst in Münster beim dortigen Stab der 3. Luftverteidigungsdivision, wo man die Erfahrungen und die Tagesarbeit dieses Stabes nutzte, um die eigene Organisation einzunehmen und wichtige Grundlagenpapiere zu erstellen. Nach dieser "Lehrzeit" begann Ende 1960 die Verlegung nach Aurich. Sie verlief in mehreren Phasen ab dem 1. November und wurde am 11. Juni 1961 abgeschlossen. Die ersten Angehörigen des Stabes bezogen die Kaserne der ehemaligen Marinefernmeldeschule, die heutige Blücher-Kaserne, die nach Kriegsende durch Engländer belegt war und seit 1953 als Durchgangslager für zeitweilig über 8.000 Flüchtlinge genutzt wurde. Am 14. Januar 1961 konnte der zweite Divisionskommandeur, Brigadegeneral Lothar von Heinemann, der vorgesetzten Luftwaffengruppe Nord die Arbeitsbereitschaft des Stabes melden, so dass die vorgesehenen Verbände zwei Tage später unterstellt wurden. Der Namensänderung von "Luftverteidigungsdivision" in "Luftwaffendivision" zum 1. April 1963 folgten bis 1968 zwei entscheidende Umgliederungen, die zunächst den regionalen Aspekt der unterstellten Verbände in den Vordergrund rückten. Damals waren neben dem Jagdgeschwader 71 "Richthofen" auch das Lufttransportgeschwader 62 und das Aufklärungsgeschwader 54 als fliegende Verbände unterstellt. 1968 wurde die Luftwaffe dann unterteilt nach den Auftragsmustern der "offensiven" und "defensiven" Kräfte. Der 4. LVDiv unterstanden danach alle deutschen Luftverteidigungsverbände im Nordbereich der Bundesrepublik. Sie war bereits Anfang der 70er Jahre mit einem Jagdgeschwader, zwei Fernmelderegimentern und vier Flugabwehrraketenregimentern die größte deutsche Luftwaffendivision.

Mit der Änderung der NATO-Luftverteidigungskonzeption wurde die Bindung des Kommandos an die NATO enger, die "Truppendienstliche Führung" der Verbände und die "Einsatzvorbereitung" als nationale Aufgabe erlangten größeres Gewicht. Das Divisionskommando wurde zum nationalen Gegenstück und Ansprechpartner des Hauptquartiers der 2. Alliierten Taktischen Luftflotte in Brunssum/Niederlande. Eine grundlegende Änderung der Struktur erfolgte aufgrund der politischen Veränderungen in Mitteleuropa und der Vereinigung beider deutscher Staaten. Infolge der Reduzierung des Friedensumfanges der Luftwaffe von circa 110.500 auf circa 83.000 Soldaten waren Verbände der 4. Luftwaffendivision aufzulösen, umzugliedern, zu verlegen beziehungsweise neu zu unterstellen. Die Division wandelte sich von einer reinen Luftverteidigungsdivision zu einem Großverband, der sowohl Verbände mit offensiven als auch defensiven Aufgaben zusammenfasst. Mit der Verlegung von unterstellten Flugabwehrraketenverbänden an Standorte in den neuen Bundesländern sowie der Übernahme einer Radarführungsabteilung in Mecklenburg-Vorpommern hat auch die 4. Luftwaffendivision einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau der Luftwaffe im Osten der Republik geleistet.

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Stand vom: 07.08.12


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