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Feldversuch FL@PS

Laage/Rostock, 11.11.2011.
Schneller, sicherer und papierstreifenlos. Am Flugplatz Rostock - Laage testen Bundeswehr und Deutsche Flugsicherung (DFS) in einem gemeinsamen Feldversuch den automatischen Austausch von Flugplandaten mit der Kontrollzentrale Bremen. Der erstmalige Einsatz des DFS-Systems FL@PS (Flight Application Service) auf dem Tower in Laage soll zivile und militärische Lotsen bei der Arbeit entlasten.

DFS-System im Test

DFS-System im Test (Quelle: Luftwaffe/Cornelia Koch)Größere Abbildung anzeigen

Auf dem Tower des Flugplatzes Rostock - Laage werden die technische Inbetriebnahme des DFS-Systems FL@PS 24 Stunden betreut. Im Mai 2011 startete ein gemeinsamer Feldversuch von Bundeswehr und DFS, bei dem die Koordination zwischen Militär- und DFS-Lotsen getestet werden soll. Erstmals kommt dabei das System FL@PS auf einem militärischen Tower zum Einsatz. Das Ganze ist ein gemeinsames Projekt der DFS mit dem Amt für Flugsicherung der Bundeswehr (AFSBw) und dem in Laage stationierten Jagdgeschwader 73 "Steinhoff". „Dieses System automatisiert den Austausch von Flugplandaten zwischen der militärischen Platz- und Anflugkontrolle Laage und der DFS-Kontrollzentrale in Bremen", erklärt Oberstleutnant Michael Lokay, Staffelchef der Flugbetriebsstaffel Jagdgeschwader 73 "Steinhoff". Für die zivil-militärische Zusammenarbeit in Deutschland bedeutet das den Beginn einer neuen Etappe.

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Eine sichere Kontrolle des Luftraums

Eine sichere Kontrolle des Luftraums (Quelle: Luftwaffe/Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

Eine elektronische Zusammenarbeit

Die heutige Methode des Informationsflusses ist nicht nur sehr zeit- und arbeitsaufwändig, sondern auch anfälliger für Übermittlungsfehler. Deshalb gab es bereits seit mehreren Jahren Bestrebungen, für den Datenaustausch zwischen Kontrollzentralen der DFS und militärischen Plätzen, eine andere Lösung zu frieden. Erste Konzepte des Bereichs ATM-Operations (Air Traffic Managment Operations) stammen aus dem Jahr 2008. Dort wurde seinerzeit der Wunsch geäußert, das Verfahren zu automatisieren, um die Belastung der Koordinationslotsen der DFS zu verringern. Bei der Suche nach einem geeigneten System fiel die Wahl auf FL@PS. Eine DFS-Eigenentwicklung für Tower mit Einbahnsystem, die eine papierstreifenlose flugplanbasierte Koordination ermöglicht und für Flugplätze mit Mischverkehr aus Sicht- und Instrumentenflug ausgelegt ist. In seiner zivilen Version kommt das System bereits an den Flughäfen Münster/Osnabrück, Dresden und Erfurt zum Einsatz. Es basiert auf Web-Technologie und kommt ohne aufwendige Systeminstallation vor Ort aus. Ein normaler Standard-PC mit einem Linux-Betriebssystem reicht aus. PC und Browser sind am Tower installiert, der dazugehörige Server steht in Langen. "Der Vorteil ist, dass wir keine Techniker vor Ort zur Pflege und Systemunterstützung brauchen", erwähnt Oberstleutnant Lokay. "Das erledigen die Tower-Techniker im Service Management Center, Langen. Das Team kann aus der Ferne (Langen) auf das System zugreifen.

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Die wichtigsten Funktionen der FL@PS

Für die Bundeswehr wurde das Anforderungsprofil des Systems modifiziert. Von der Gestaltung der Benutzeroberfläche bis zu den technischen Leistungsmerkmalen waren verschiedene Softwareanpassungen nötig. Zu den wichtigsten Funktionen, in denen sich das militärische FL@PS von der zivilen Version unterscheidet, zählt die Verarbeitung von Formationsflügen und die neu integrierte Funktion für die Art des Anfluges, auch "Typ of Approaches" genannt.

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Vorteile für die zivile Luftfahrt

Vom gemeinsamen Feldversuch der DFS und der Bundeswehr profitiert in Rostock-Laage auch die zivile Luftfahrt. Das hat mit einer Besonderheit des Flugplatzes zu tun. Dort kontrolliert die Platz- und Anflugkontrolle nicht nur militärischen, sondern auch zivilen Flugverkehr. Airlines wie Lufthansa, Germanwings, Air Berlin, Austrian Airlines oder auch Air Arabia Egypt bieten in Laage Flüge zu innerdeutschen und internationalen Zielen an. Mit FL@PS ist das nun einfacher geworden. Jetzt reicht ein Mausklick, damit die Daten vom Tower Laage in die Kontrollzentrale Bremen gelangen. Dort werden sie den Lotsen des Müritz-Sektors auf dem Monitor angezeigt. Wenn die militärischen Lotsen etwas am Flugplan ändern, meldet das FL@PS automatisch.

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OTL Lokay(2.v.l) und Hptm Schneider (r.) reichen den DFS-Technikern die Hand

OTL Lokay(2.v.l) und Hptm Schneider (r.) reichen den DFS-Technikern die Hand (Quelle: Luftwaffe/Cornelia Koch)Größere Abbildung anzeigen

Ein Erfolg für die Zukunft

Für die militärischen Lotsen ersetzt FL@PS zudem die Arbeit mit Kontrollstreifen aus Papier. "Da fällt viel Schreibarbeit weg", sagt Hauptmann Ulrich Schneider, stellvertretender Flugsicherungseinsatzstabsoffizier, auf dem Tower Laage. Auch Oberstleutnant Lokay ist von den Vorteilen des automatischen Datenaustauschs überzeugt. Der Feldversuch ist auf 18 Monate ausgelegt und soll wichtige Erkenntnisse für die künftige Konzeption des automatischen Datenaustauschs mit der militärischen Flugsicherung liefern. Eine Ausweitung, das Verfahren Lauf möglichst vielen militärischen Flugplätzen zu nutzen, ist mit nur für die Deutsche Flugsicherung von Interesse.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Michael Lokay


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