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Gemeinsam auf dem Schirm - Luftwaffe und Marine bei Rapid Arrow 2011

Kreta, 10.11.2011.
In schneller Fahrt kreuzt die Fregatte „Sachsen“ durch das Kretische Meer. Auf dem Bildschirm des Luftverteidigungsoffiziers in der Operationszentrale tauchen die ersten Ziele auf.
Sekundenschnell gelangen die Daten zum Führungsgefechtsstand des Patriot-Verbandes der Luftwaffe, der schnellstmöglich die Bekämpfung der Ziele einleitet…

Blick auf das Radar

Blick auf das Radar (Quelle: IMZ)Größere Abbildung anzeigen

So, oder so ähnlich kann man sich die Situation vorstellen, die nicht etwa aus einem Action-Film stammt, sondern einfach nur real ist: Die Datenverarbeitung Patriots und der Fregatte Klasse 124 ist kompatibel, so dass sich die jeweilige See- ,Land- oder Luftlage überspielen lässt: Interoperabilität zeitnah – und nahezu unabhängig von Entfernungen oder störenden Geländeerhebungen.

Ein maritimes Element von Rapid Arrow 2011 stellte die Fregatte Sachsen dar.

Fregatte Sachsen (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Als letztes der drei Flugabwehrraketengeschwader der Luftwaffe agierte das Flugabwehrraketengeschwader 2 „Mecklenburg-Vorpommern“ (FlaRakG 2) auf der NAMFI Firing Range Kretas. Zusammen mit Einheiten der deutschen und amerikanischen Marine übten die Flugabwehrspezialisten aus dem hohen Norden verschiedene Einsatzverfahren.
Doch bis dahin war es ein langer Weg, sind doch für den scharfen Schuss auf der Insel Kreta enorm viele Vorkehrungen zu treffen. Deshalb verlegt ein Teil des Schießkontingentes schon eine Woche vor Beginn des eigentlichen Schießens auf die Halbinsel Akrotiri.

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Fregatte und Luftwaffe kommunizieren eng miteinander: Eine Kommunikationseinrichtung, respektive deren Aufstellung, hat für das Schießen daher eine besondere Bedeutung

Eine Kommunikationseinrichtung, hat für das Schießen eine besondere Bedeutung (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Intensive Vorbereitungen

Ein Vorkommando erhält dazu die Aufgabe, alle für ein erfolgreiches Schießen notwendigen Vorarbeiten zu leisten. Zuallererst steht die Crew vor der Übernahme sämtlichen Gerätes, beginnend mit dem Patriot-Waffensystem und den dazugehörigen Fahrzeugen über die Unterkünfte mit den Betreuungscontainern bis hin zu den Kommunikationsmitteln wie Computer und Funkgeräte. Im Anschluss stehen die Erkundungsteams vor ihrer ersten bewerteten Herausforderung. Sie vermessen und planen die Feuerstellungen auf Grundlage der ebenfalls im Vorkommando abgeschlossenen Einsatzplanung der Geschwaderführung. Alle notwendigen Maßnahmen für ein erfolgreiches Taktisches Schießen sind so vorzubereiten und abzuschließen, dass das Schießkommando in der Schießwoche verzugslos verlegen und die Einsatzbereitschaft herstellen kann.

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Schnelligkeit ist hier gefragt: Während die Bedienungen der Feuerleitkomponente die Einsatzbereitschaft herstellen, verlegt die nächste PATRIOT-Staffel in die Stellung.

Schnelligkeit ist hier gefragt (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Steiler Anmarsch in die Stellungen

Die Staffeln des Flugabwehrraketengeschwaders 2 „Mecklenburg-Vorpommern“ stehen derweil in den Startlöchern. Untergezogen und entspiegelt warten sie angespannt und konzentriert auf das Startsignal aus dem rückwärtigen Führungselement. Endlich ist es soweit: Vom führenden Staffelchef kommt das Kommando „Ampel gelb“. Daraufhin werden mit schnellen Handgriffen die Entspiegelungsplanen von Fenstern, Spiegeln und Reflektoren entfernt, die Motoren angelassen, die Signalflaggen in die Aufnahmen gesteckt und zum Zeichen der Marschbereitschaft wird das Abblendlicht eingeschaltet.

Zweifelsohne das schwerste Gefährt des Patriot-Systems ist das verlastbae Multifunktionsradar

Das verlastbae Multifunktionsradar (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Wenig später gibt der Staffelchef das Kommando „Ampel grün“, die Motoren heulen auf und die Kolonne setzt sich in Bewegung. Die schwerbeladenen Lastkraftwagen fahren zügig den steilen Anstieg zur Feuerstellung hinauf. Auf dem schmalen Weg zur Hügelkuppe nutzen die Waffensystemfahrzeuge die komplette Straßenbreite. Links und rechts des asphaltierten Pfades hat sich die griechische Natur üppig ausgebreitet, bis fast zur Straßenmitte hängen die Äste der Bankettbepflanzung.

Verlegen nach Maß: Der Abschussfeldwebel führt die beiden Startgeräte in die zugewiesenen Startstellungen.

Verlegen nach Maß (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Auf der Höhe des Berges angelangt, öffnet sich das Tal, in dem an den folgenden Tagen die Soldaten des Geschwaders ihre Expertise und ihr Können unter Beweis stellen sollen. Alle Fahrer kennen die Position ihres Fahrzeugs, gezielt und geordnet fährt ein Jeder auf den vorher festgelegten Stellplatz. Jetzt heißt es, das Patriot-System in möglichst kurzer Zeit aufzubauen, die Einsatzbereitschaft herzustellen und die Staffel im befohlenen Status an die Geschwaderführung zu melden.

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In der Operationszentrale der Fregatte

In der Operationszentrale der Fregatte (Quelle: IMZ/)Größere Abbildung anzeigen

Marine führt beim Schießen

Als Besonderheit des diesjährigen taktischen Schießens des Flugabwehrraketengeschwaders 2 galt die Rolle der Fregatte „Sachsen“. Die Schiffsklasse F124, zu der neben der Sachsen auch die „Hessen“ und die „Hamburg“ gehören, zeichnet sich durch die besondere Fähigkeit aus, Aufgaben der Luftverteidigung wahrzunehmen und Führungsaufgaben auf Ebene eines Luftverteidigungsgefechtsstandes zu übernehmen. So oblag der Marine diesmal die Führung eines Patriot-Verbandes, sowohl während der Verlegung als auch dem eigentlichen Schießen.

Höhepunkt der Zusammenarbeit: Abschuß der Patriot-Rakete

Abschuß der Patriot-Rakete (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Damit befanden sich die Marschbänder der Patriot-Staffeln während der Verlegung unter dem Luftabwehrschirm der Fregatte. Nach Herstellung der Einsatzbereitschaft übernahm der mobile Geschwadergefechtsstand (AMDOC) die Aufgaben des rückwärtigen Führungsgefechtsstandes. Nun boten sich das AMDOC des FlaRakG 2 und die Fregatte „Sachsen“ gegenseitig Schutz vor Luftangriffsmitteln, ähnlich dem Cluster-Prinzip der Luftverteidigungsgefechtsstände (CRC) der NATO-Luftverteidigung.

Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer schießt

Der amerikanische Lenkwaffenzerstörer schießt (Quelle: US Navy/Archivfoto)Größere Abbildung anzeigen

Als weitere Besonderheit galt die erstmalige Teilnahme und Einbindung der „The Sullivans“, einem US-Lenkwaffenzerstörer, der besonders befähigt zur Abwehr von ballistischen Flugkörpern ist. Dabei wurde dem Bündnispartner durch die Operationszentrale der „Sachsen“ nicht nur reale Drohnen- und STAR-Targets zur simulierten Bekämpfung zugewiesen, es wurden auch Fernmeldeverbindungen und Datenleitungen für die Lagedarstellung erprobt und getestet.

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Die Führung trifft sich auf der Sachsen: Die Führung der Fregatte „Sachsen“ und des Flugabwehrabwehrraketengeschwaders 2 nach der Begrüßung.

Die Führung trifft sich auf der Sachsen (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Zehn Kameraden „übergeben“

Nach dem Einlaufen der Fregatte „Sachsen“ in den Marinehafen der nahen Souda-Bucht am Abend machte sich eine Abordnung des Geschwaders auf den Weg zu einem teilstreitkraftübergreifenden Treffen. Kapitän zur See Eike Wetters und Fregattenkapitän Andreas Krug hießen die Kameraden der Luftwaffe entsprechend der maritimen Traditionen willkommen. Im Verlauf des Zusammentreffens entstand eine herzliche Atmosphäre, die intensiv zu einem regen Gedankenaustausch und interessierten Gesprächen genutzt wurde.

Soldaten der Luftwaffe treten auf dem Hangardeck der Fregatte „Sachsen“ an.

Soldaten der Luftwaffe auf dem Hangardeck (Quelle: Luftwaffe/Stefan Büttner)Größere Abbildung anzeigen

Neben den Gastgeschenken führte Oberst Stefan Drexler ein ganz besonderes „Gepäck“ mit. Einige Soldaten des FlaRak-Geschwaders sollten die Rückreise in die Heimat mit der „Sachsen“ absolvieren: Für die Luftwaffe sicherlich keine alltägliche Verlegemethode. Insbesondere die Anwesenheit von Feuerleitoffizieren der Luftwaffe auf einer Fregatte mit Luftverteidigungsaufgaben bietet eine überaus gute Gelegenheit, sich fachspezifisch auszutauschen und die Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu vertiefen.

Lesen sie nächste Woche, wie das FlaRak-Schießen auf Kreta schließlich endete – dem zweiten Teil von „Rapid Arrow 2011“.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Steffen Göllnitz, Stefan Büttner


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