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Die Chronik

Mazar-e Sharif/Jagel, 23.11.2010.
Am 22. November 2010 wurde der Flugbetrieb der Recce-Tornados eingestellt. Eine Chronik über einen der außergewöhnlichsten Aufträge, der bisher einem Luftwaffengeschwader erteilt wurde…

Ein CH-53 GS hebt zu einer Flugmission ab
Ein CH-53 GS hebt zu einer Flugmission ab (Quelle: Luftwaffe/Volker K.)Größere Abbildung anzeigen

2002-2006

Als Mittel der ersten Stunde waren Kräfte des Lufttransports mit den Waffensystemen C-160 und CH-53 GS seit Beginn des ISAF Einsatzes nach den Geschehnissen des 11. September 2001 in Afghanistan eingesetzt. Die C-160 zunächst vom Stützpunkt Termez, die CH-53 GS zunächst von Kabul, dann auch von Termez aus. Mit den beiden Waffensystemen wurden von Beginn an Lufttransport und MedEvac Einsätze erfolgreich geflogen. Als tragisches Ereignis in diesem Zeitraum bleibt der Absturz einer CH-53 GS in Kabul aufgrund eines technischen Defekts in Erinnerung.

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Die C-160 Transall stellt unter anderem den Passagiertransport zwischen Mazar-e Sharif und Termez in Usbekistan sicher
Die C-160 Transall stellt den Passagiertransport sicher (Quelle: Luftwaffe/Volker K.)Größere Abbildung anzeigen

Mai 2006

Indienstellung des EG MeS am 1. Mai 2006

Sein ursprünglicher Auftrag lautete: Luftumschlag für Passagiere und Fracht auf dem militärischen Teil des Flugplatzes für alle startenden und landenden Transportmaschinen der Bundeswehr und der ISAF-Schutztruppe.

So wurden bereits bis März 2007 insgesamt rund 4.000 Passagiere, über 2.200 Tonnen Fracht und etwa 900 Landungen abgewickelt. Darüber hinaus sicherten Objektschutzkräfte des Objektschutzregiments der Luftwaffe die Umgebung des Flugplatzes und bewachten das "Camp Marmal". Auch Kampfmittelbeseitigung und Startbahnschnellinstandsetzung waren Leistungen, die von Anfang an erbracht wurden. Vor allem die Herstellung der entsprechenden Feldflugplatz-Infrastruktur und der Flugbetriebsflächen stand immer im Vordergrund, um den möglichen Ausbau des Flughafens vorzubereiten. Danach folgte Zug um Zug die Verlegung der Hubschrauber CH-53 GS und der Transall C-160 von Termez/Usbekisten.

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Die Tornados landeten am 5. April 2007 in Mazar-e Sharif
Die Tornados landeten am 5. April 2007 (Quelle: PIZ EG MeS)Größere Abbildung anzeigen

Februar 2007

Am 7. Februar 2007 erging der Beschluss des Bundeskabinetts zur Stationierung von Tornado-Aufklärungsflugzeugen des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ (AG 51 „I“) in Afghanistan. Am 9. März 2007 beschloss der Deutsche Bundestag mit deutlicher Mehrheit die Verlegung von bis zu sechs Tornados des AG 51 „I“ in das Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif. Dieser Auftrag bedeutete nicht nur für Personal und Material eine Verlegung in das rund 5000 Kilometer entfernte Afghanistan, sondern auch viel Arbeit, um Bedingungen zur Aufnahme, Flugbetrieb und Wartungsmöglichkeiten für die Luftfahrzeuge und vieles andere mehr zu schaffen. Innerhalb weniger Wochen wurden daher umfangreiche Änderungen rund um die Flugbetriebsflächen realisiert, um nach Eintreffen der Tornados eine reibungslose Auftragsdurchführung zu gewährleisten. Knapp zwei Wochen nach der Erteilung des Mandates verlegten bereits die ersten 40 Soldaten des AG 51 „I“ in Richtung Afghanistan. Sie kümmerten sich zusammen mit ihren Kameraden aus dem EG MeS um all das, was vor dem Eintreffen der Tornado Luftfahrzeuge noch zu organisieren und instruieren war: unzählige Tonnen Gerät wurden aus rund 100 Containern ausgepackt, verteilt und aufgebaut, vernetzt und auf ihre Funktionsfähigkeit hin überprüft. Viel Zeit blieb den Männern und Frauen nicht, denn schon am 2. April 2007 machten sich die sechs Tornado Maschinen aus Jagel unter großem Medieninteresse auf den Weg nach Mazar-e Sharif.

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Der Flugbetriebsbereich des Feldlagers Camp Marmal
Der Flugbetriebsbereich des Feldlagers Camp Marmal (Quelle: Luftwaffe/Volker K.)Größere Abbildung anzeigen

April 2007

Nach rund 20 Stunden Flugzeit und mehreren Zwischenstopps landeten am 5. April die Maschinen in Mazar-e Sharif. Damit erweiterte sich der Auftrag für das EG MeS signifikant: Er umfasste nun auch Aufklärung und Überwachung über gesamt Afghanistan. Dieser Auftrag wurde in direkter Unterstellung für das Hauptquartier ISAF in Kabul wahrgenommen. Neben den Maschinen und ihren Besatzungen landeten auch rund 200 weitere Soldatinnen und Soldaten des Verbandes, die den reibungslosen Betrieb für den Einsatzreitraum sicherstellten. Auch ihnen blieb wenig Zeit der Eingewöhnung, denn bereits am 9. April 2007 um 10:58 Uhr war es so weit: Zwei Tornados des EG MeS hoben zu ihren ersten Trainingsflügen von der Startbahn ab und lieferten bereits am 15. April erstmals Bilder an das ISAF Hauptquartier in Kabul.

Tag für Tag erbrachten die Aufklärungstornados von nun an verlässlich ihre Leistung. Ein erstes Einsatzresümee konnte bereits nach 100 Tagen gezogen werden: Mehr als 150 Einsätze wurden geflogen und über 450 Flugstunden absolviert. Im August des Jahres 2007 wurden erstmals planmäßig die Aufklärungsflugzeuge ausgetauscht, um sie in Deutschland routinemäßig zu warten. Ein Vorgang, der sich mehrere Male wiederholen würde.

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Erste Bewertung mit der Tornado Besatzung ob die „Mission“ erfolgreich war
Erste Bewertung mit der Tornado Besatzung ob die „Mission“ erfolgreich war (Quelle: PIZ EG MeS)Größere Abbildung anzeigen

September 2007

Auf den Tag, am 15. September, genau fünf Monate nach Einsatzbeginn verzeichnete das EG MeS den 500. Einsatz („Sortie“) eines Tornados. Mit Ablauf des Jahres 2007 hatten die Aufklärungstornados die beeindruckende Zahl von über 15.000 Bildern zur Auswertung an das ISAF Hauptquartier in Kabul übermitteln können. Doch kein Grund für die Soldaten und Angehörigen des EG MeS sich auf dieser beeindruckenden Zahl auszuruhen: Der Einsatz der Aufklärungstornados wurde beständiger Teil des Auftrages EG MeS.

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Der Recce-Lite Pod unter dem Tornado
Der Recce-Lite Pod unter dem Tornado (Quelle: PIZ EG MeS)Größere Abbildung anzeigen

Oktober 2009

Eine wesentliche und einschneidende Verbesserung der Aufklärungsdaten konnte mit dem Einsatz des Recce-Lite Pods erreicht werden, der ab Herbst 2009 für eine digitale Übertragung von Aufklärungsbildern an das ISAF Hauptquartier sorgte.

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Der erste Recce-Tornado wird durch den Kommodore des EG MeS, Oberst Dr. Kuebart auf die neue Runway gesteuert
Der Recce-Tornado wird durch Oberst Dr. Kuebart gesteuert (Quelle: Luftwaffe/Peter Müller)Größere Abbildung anzeigen

Dezember 2009

Im Dezember 2009 wurde die neue Start- und Landebahn des Flughafens Mazar-e in Betrieb genommen. Nach einer Bauzeit von fast zehn Monate absolvierte der Kommodore des EG MeS, Oberst Dr. Jan Kuebart, am ersten Weihnachtsfeiertag mit einem Aufklärungstornado die erste Flugbewegung auf der neuen Piste.

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60 Tonnen Fracht hatte die AN-124 aus Deutschland mitgebracht
60 Tonnen Fracht hatte die AN-124 mitgebracht (Quelle: Luftwaffe/Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Januar 2010

Zum ersten Mal landet eine Antonow AN-124 am 16. Januar 2010 auf dem durch das EG MeS betriebenen Flugplatz, der erst seit einigen Wochen auf die notwendigen Maße zur Aufnahme derartiger Flugzeuge ausgebaut ist.
Damit einher geht auch eine neue logistische und operationale Dimension: Nun kann weitaus mehr Material direkt in das Einsatzgebiet des Regional Command North verbracht werden, was auch die Einsatzmöglichkeiten des Bundeswehr erweitert, da die AN 124 in der Lage ist, auch Großgerät bis zu einem Gesamtgewicht von 150 Tonnen zu transportieren.

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Der Heron 1 hebt ab
Der Heron 1 hebt ab (Quelle: Luftwaffe/Michael Bertram)Größere Abbildung anzeigen

März 2010

Seit dem 17. März 2010 ist das erste Unmanned Aircraft System (UAS) der deutschen Luftwaffe in Afghanistan. Mit der Zwischenlösung Heron 1 verfügt die Luftwaffe und das Regional Command North über deutlich verbesserte Fähigkeiten, das Geschehen über dem Einsatzgebiet aufzuklären und zu überwachen.
Die sechs beim Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif (EG MeS) eingesetzten Tornado-Aufklärungsflugzeuge werden - im Gegensatz zur Zwischenlösung Heron 1 - nicht nur im deutschen Verantwortungsbereich im Norden, sondern in ganz Afghanistan eingesetzt. Der Heron 1 ist im Gegensatz zum Tornado, der mit dem System Recce-Lite-Pod Einzelbilder erstellt, in der Lage, Full-Motion-Videos aufzunehmen.

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August 2010

Im August 2010 wird die Position des „Base Commander“ am Flugplatz MeS etabliert. Vor dem Hintergrund der massiven Zunahme des Flugbetriebs, insbesondere verursacht durch den Truppenaufwuchs der US Kräfte im Bereich des Regional Command North, war eine zentral verantwortliche Stelle für alle Aufgaben des Betriebs und der Organisation des militärischen Anteils am Flugplatz Mazar-e Sharif notwendig geworden. Mit der Neuregelung ist somit auch gegenüber der afghanischen, der nationalen zivilen Seite sowie den amerikanischen Dienststellen eine klare Bezugsperson geschaffen, die in allen Angelegenheiten des Flugbetriebes uneingeschränkt als kompetenter Ansprechpartner zur Verfügung steht.

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An den Transall-Transportern vorbei: Aufklärungstornados rollen an den Start
Aufklärungstornados rollen an den Start (Quelle: Luftwaffe/Bernd Berns)Größere Abbildung anzeigen

November 2010

Am 27. November 2010 rollen die sechs Aufklärungs-Tornados des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sharif zum letzten „Take off“ und verlassen Afghanistan in Richtung Deutschland.
Der Einsatz wurde insgesamt von 69 Piloten und 54 Waffensystemoffizieren geleistet. Insgesamt wurden 8.107 Flugstunden erflogen, wovon 7.872 auf die reine Aufklärungsleistung entfallen. 4.508 Aufklärungseinsätze wurden erflogen und dabei 50.555 Bilder geschossen.

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Anlass zum Feiern: Angetretene Soldaten der Heron 1-Crew
Angetretene Soldaten der Heron 1-Crew (Quelle: Luftwaffe/Volker K.)Größere Abbildung anzeigen

März 2011

Nach gut einem Jahr im Einsatz in Afghanistan absolviert das unbemannte System „Heron 1“ die 3.000ste Flugstunde.
Seit Beginn des Jahres konnte zudem der Einsatzradius des "Heron" kontinuierlich erweitert werden.

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Stand vom: 21.09.11 | Autor: Presse- und Informationszentrum der Luftwaffe


http://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.team.eins.maza.chro