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Hochwertausbildung auf dem Hachenberg

Erndtebrück, 17.09.2010.
Die Hachenberg-Kaserne in der Region Wittgenstein, direkt am Rothaarsteig gelegen, ist für jeden zukünftigen Einsatzführungsoffizier ein Muss. Dem Standort Erndtebrück und dem dort beheimateten Einsatzführungsbereich 2 kommt als zentrale Ausbildungseinrichtung des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe eine besondere Bedeutung zu.

Hochwertausbildung mit modernsten Ausbildungsanlagen
Hochwertausbildung mit modernsten Ausbildungsanlagen (Quelle: Luftwaffe/Andreas Haßler)Größere Abbildung anzeigen

Nahezu alle Soldaten im Einsatzführungsdienst der Luftwaffe haben hier ihre fachliche Ausbildung absolviert und kehren zu unterschiedlichen Ausbildungsgängen immer wieder nach Erndtebrück zurück.

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Hier sind noch Plätze frei
Hier sind noch Plätze frei (Quelle: Luftwaffe/Andreas Haßler)Größere Abbildung anzeigen

Jährlich mehr als 450 Lehrgangsteilnehmer

In der Einsatzführungsausbildungsinspektion 23 durchlaufen jährlich durchschnittlich 450 Lehrgangsteilnehmer die verschiedenen Ausbildungsgänge.
Mit ihren 65 Offizieren und Unteroffizieren, unterstützt durch zahlreiche Gastlehrer der anderen Einsatzführungsbereiche, arbeitet das Ausbildungsteam an dem gemeinsamen Ziel der Hochwertausbildung nach einheitlichem Standard. "Der Vorteil der lehrgangsgebundenen Ausbildung an einem Ort liegt klar auf der Hand: Knappe Ressourcen werden sinnvoll genutzt, sowie einheitliche Standards - basierend auf gemeinsamen Vorgaben - gepflegt. Gleichzeitig können sich die Heimatverbände auf ihre Kernaufgabe konzentrieren", so Oberstleutnant Michael-G. Lux, Chef der Einsatzführungsausbildungsinspektion 23.

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Blick von der Radaranlage auf Erndtebrück
Blick von der Radaranlage auf Erndtebrück (Quelle: Luftwaffe/Andreas Haßler)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildung mit hohem Anspruch

Die anspruchsvolle Tätigkeit im Einsatzführungsdienst der Luftwaffe erfordert eine intensive und hochqualifizierte Fachausbildung. Das Erlernen der Einsatzgrundsätze für Luftoperationen im nationalen und multinationalen Rahmen sowie die notwendige Flexibilität und Integrationsfähigkeit erfordern ein hohes Ausbildungsniveau. Aufgrund der hohen Verantwortung, die Sicherheit im deutschen Luftraum zu gewährleisten, sind die Ausbildungen zu verschiedenen operationellen Tätigkeiten im Einsatzführungsdienst immer durch einen Lizenzerwerb abzuschließen.

Noch vorher müssen einige Voraussetzungen für die Ausbildung zum Einsatzführungsoffizier erfüllt werden. Nach grundsätzlicher Feststellung der gesundheitlichen Eignung für den Einsatzführungsdienst, die am Flugmedizinischen Institut in Fürstenfeldbruck erteilt wird, müssen die Bewerber über sehr gute Sprachkenntnisse in Englisch verfügen, respektive dazu ausgebildet werden. Zusätzlich wird ihnen die erfolgreiche Teilnahme an einem Lehrgang „Luftfahrtenglisch“ abgefordert.

Die jungen Offizieranwärter und Offiziere erwerben zunächst die „Jagdlizenz“, später die „Luftlagelizenz“ und/oder die „FlaRak-Lizenz“. Im denkbaren Fall einer Fortbildung zum Einsatzführungsstabsoffizier ist es notwendig, außerdem die Radarführungslizenz zu erwerben, um dann als Master Controller (MC) eingesetzt zu werden. Der MC trägt im täglichen Dienstbetrieb die operationelle Gesamtverantwortung in einem Luftraumüberwachungs- und Kontrollzentrum, im Luftwaffenterminus besser unter dem Kürzel „CRC“ bekannt (Control and Reporting Center).

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Teamwork ist wichtig. Oberleutnant Sebastian Hainz und Oberfähnrich Uwe Dörnath mit dem Ausbilder Hauptmann Dennis Dünhaupt (v.r.n.l.).
Teamwork ist wichtig. (Quelle: Luftwaffe/Andreas Haßler)Größere Abbildung anzeigen

Ein Job, der Persönlichkeiten fordert

Oberleutnant Sebastian Hainz und Oberfähnrich Uwe Dörnath haben ihre Ausbildung zum „Einsatzführungsoffizier Jagdlizenz“ gerade erfolgreich beendet. In einem Zeitraum von acht Monaten haben sie die erste Lizenzhürde geschafft.
Ersterer wurde nach der Ausbildung an der Offizierschule der Luftwaffe und dem Studium der Wirtschafts- und Organisationswissenschaften an einer Universität der Bundeswehr als Einsatzführungsoffizier beim Einsatzführungsbereich 1 in Meßstetten eingeplant. „Im Truppenpraktikum während des Studiums habe ich mich entschieden, dass dies das ist, was ich machen will: Spaß an der Fliegerei hatte ich schon immer und im Einsatzführungsdienst ist man sehr nah dabei“, so Hainz.
In Aurich geboren, hatte Oberfähnrich Dörnath schon in der Jugendzeit Kontakt mit der militärischen Fliegerei. Das Jagdgeschwader 71 in Wittmund war quasi direkt vor seiner Haustür. Nach dem Abitur wurde er zum Wehrdienst einberufen und entschied sich für die Feldwebellaufbahn im Einsatzführungsdienst. Nach diversen Stationen, unter anderem beim NATO E-3A Verband in Geilenkirchen und dem Einsatzführungsbereich 4 in Aurich, wurde er als Berufsunteroffizier in die Laufbahn der Offiziere des militärfachlichen Dienstes übernommen. Seit dem Jahr 2008 ist er Angehöriger der Einsatzführungskompanie 21 in Erndtebrück.
„Die Qualität der Ausbildung ist sehr gut. Aber es ist schon mal eine Achterbahnfahrt, da der Lehrgang kein „Selbstläufer“ ist. Es ist eine Herausforderung“, stellt Dörnath fest. Eine Herausforderung, der sich die beiden Soldaten gestellt haben. „Reine Fleißarbeit bringt einen nicht unbedingt zum Abschluss. Ein gewisses Talent ist erforderlich“, resümiert Oberleutnant Hainz.

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Blick auf den Monitor
Blick auf den Monitor (Quelle: Luftwaffe/Archiv EinsFüBer 2)

Realitätsnahe Ausbildung im Simulator

Nach viel Theorie über Flugsicherung, Waffensystemkunde, Wetterkunde und Funksprechverfahren folgte bereits nach drei Wochen der erste Einsatz in der Simulationsanlage. Hier müssen die zukünftigen Einsatzführungsoffiziere das erste Mal Luftfahrzeuge führen. Auf einem Bildschirm wird ein simuliertes Luftlagebild dargestellt. Die Lehrgangsteilnehmer haben die Aufgabe, simulierte Militärmaschinen im Luftraum zu einem bestimmten Ziel zu führen. „Auch wenn es sich um einen Simulator handelt, rutscht einem das Herz trotzdem in die Hose“, erinnert sich Hainz an sein erstes Simulatortraining.

Bis es zum ersten Live-Einsatz im CRC kommt, muss immer wieder intensiv geübt werden. Nur einmal „rechts“ und „links“ verwechselt, kann gravierende Folgen für die Flugsicherheit bedeuten. „Vor dem ersten Simulations-Fliegen ist man schon sehr nervös. Doch kurz bevor es in die Live-Phase geht, ist es noch schlimmer. Man ist sich der großen Verantwortung bewusst, dass es jetzt um Menschenleben geht“, schildert Dörnath sein erstes „Live-Fliegen“. Die Lehrgangsteilnehmer werden jedoch nicht alleine gelassen. Es sind immer ein erfahrener Einsatzführungsoffizier als Ausbilder und ein Einsatzführungsfeldwebel dabei, um zu unterstützen, wenn es nötig ist.

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Wieder ein Ausbildungsabschnitt bestanden! Der Kommandeur Einsatzführungsbereich 2, Oberst Dieter Beck, gratuliert Oberfähnrich Uwe Dörnath zur bestandenen Jagdlizenz.
Wieder ein Ausbildungsabschnitt bestanden! (Quelle: Luftwaffe/Florian Neumann)Größere Abbildung anzeigen

Auf der Zielgeraden

Nach drei Monaten in der Praxisphase des Lehrgangs werden täglich bis zu drei Alarmrotten - bestehend aus zwei Kampfjets Eurofighter oder Phantom - oder aber andere militärische Luftoperationen durch den Schüler geführt.
Die Abfangjäger werden dabei durch eigenständige Anweisungen des zukünftigen Einsatzführungsoffiziers zu einem Flugziel geführt. Dies erfordert eine enge Zusammenarbeit im Team, räumliches Denken, Führungsverantwortung und Waffensystemkenntnisse. Flexibilität und Entschlossenheit sind wesentliche charakterliche Merkmale eines „Controllers“, um schnelle und richtige Entscheidungen zu treffen und militärische Luftfahrzeuge über große Entfernungen und in komplexen Szenarien zu leiten.

Oberleutnant Hainz und Oberfähnrich Dörnath haben es geschafft. Vielleicht wartet schon bald - nach dem praktischen Einsatz als Jägerleitoffizier im Einsatzführungsdienst der Luftwaffe - eine weiterführende Lizenzausbildung in Erndtebrück auf die beiden Soldaten…

 

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Stand vom: 21.09.11 | Autor: Andreas Haßler


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