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Luftwaffe erprobt neue Technologien

Indiana, USA, 17.11.2011.
Bei der multinationalen Übung „Bold Quest“ übt die Luftwaffe die Erprobung neuer Verfahren und Techniken zur Identifizierung eigener Truppen, um das Risiko einer unbeabsichtigten Bekämpfung eigener Kräfte zu verringern. Darüber hinaus werden Mittel für eine zeitgerechte und effektive Luftnahunterstützung getestet.

Übungswappen Bold Quest 2011

Übungswappen Bold Quest 2011 (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Neben Deutschland und den USA nahmen elf weitere Nationen mit insgesamt 800 Teilnehmern an der Technologiedemonstration teil. Bold Quest findet alle zwei Jahre statt und dient vor allem der Erprobung neuer Verfahren und Techniken zur Identifizierung eigener Truppen, um das Risiko einer unbeabsichtigten Bekämpfung eigener Kräfte zu verringern. Darüber hinaus werden Mittel für eine zeitgerechte und effektive Luftnahunterstützung getestet.

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Die Deutschen Teilnehmer der Bold Quest 2011

Die Deutschen Teilnehmer der Bold Quest 2011 (Quelle: Luftwaffe/Harald Grüner)Größere Abbildung anzeigen

Teilnehmer und Material

Aus Deutschland nahmen 46 Soldaten und zivile Mitarbeiter der Luftwaffe und anderer Bundeswehr- und NATO-Behörden an der Übung Bold Quest 2011 teil. An technischem Gerät verlegte die Luftwaffe zwei Lufttransportfahrzeuge C-160 D Transall, neun Fahrzeuge, zwei Kabinen als Boden- und Relaisstation, Antennenanlagen, Generatoren, Waffen, Munition und zwei Ausstattungssätze für Forward Air Controller (Fliegerleitoffiziere) in die USA.

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Soldat mit DSID-Ausstattung

Soldat mit DSID-Ausstattung (Quelle: US Army/David Bruce)Größere Abbildung anzeigen

Technik im Test

Zum Einsatz während BQ 11 kamen das „Dismounted Soldier Identification Device“ (DSID) der Firma Rheinmetall und das Erkennungssystem „Reverse Identification Friend / Foe“ (Reverse IFF). Ferner wurden Server zur Sammlung und Verteilung von Identifizierungsdaten von Truppenteilen eingesetzt. DSID ist ein, auf Laser- und Funkbasis operierendes, Identifizierungssystem. Dabei wird mittels eines an der Waffe oder an optischen Systemen montierten Lasers ein anvisiertes Zielobjekt abgefragt. Das Laserempfangs- und Funkantwortmodul ist in einer Weste, die jeder Soldat trägt, integriert. Zielt nun ein Soldat auf einen verbündeten Soldaten, wird dies im Empfangsteil dessen Weste registriert und ein Funksignal an die Weste des abfragenden Soldaten gesendet. Er wird mit einem Ton-, Licht- und Vibrationssignal gewarnt, dass die ins Visier genommene Person ein eigener oder verbündeter Soldat ist.

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Einbaurack in der C-160 Transall

Einbaurack in der C-160 Transall (Quelle: US Army/David Bruce)Größere Abbildung anzeigen

Transall simuliert Tornado

DSID wurde unter deutscher Führung während BQ 11 vergleichend mit anderen Identifizierungssystemen in komplexen Szenarien getestet. Dadurch wurde es auch Soldaten anderer Nationen ermöglicht, dieses System kennenzulernen und zu erproben. Über die ursprüngliche Funktionalität hinaus ist durch eine Weiterentwicklung von DSID die Übertragung der durch GPS ermittelten Positionsdaten der Soldaten an einen Server (Combat Identification German Automated Request Response Relay – CIGAR3) sowie in das gesamte BQ-Netzwerk ermöglicht worden. Dort wurden die für eine Identifizierung nutzbaren Informationen aller Nationen gesammelt und wiederum allen Beteiligten zur Verfügung gestellt, so dass jeder über die aktuellen Positionen eigener und verbündeter Truppen informiert war.

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Fliegerleitoffizier mit DSID-Ausstattung

Fliegerleitoffizier mit DSID-Ausstattung (Quelle: Luftwaffe/Harald Grüner)Größere Abbildung anzeigen

Kommunikation mit dem Boden

Bei der Technologie Reverse IFF handelt es sich um ein Abfragesystem, bei dem Luftfahrzeuge mit einem modifizierten bordeigenen Transponder den Standort eigener Kräfte am Boden ermitteln können, sofern diese ebenfalls über einen entsprechendes Gerät verfügen. Ein CIGAR3 und ein Transponder Reverse IFF waren in eine von der Gruppe Taktik, Technik und Verfahren der Lw (TTV-OrgLw) umgerüstete C-160 eingebaut worden. Mit der ebenfalls integrierten „Interface Computer Unit (ICU)“, einem System zur digitalen Übertragung von Daten zwischen Fliegerleitoffizier und Waffensystemoffizier simulierte die C-160 das Waffensystem Tornado in der Rolle Luftnahunterstützung (Close Air Support-CAS). Durch die Integration von CIGAR3 und Reverse IFF in dieses System konnte innerhalb kürzester Zeit die Anwesenheit von eigenen bzw. verbündeten Soldaten im Zielgebiet erfasst werden.

Technische Analysen und Auswertungen der erstmalig erfassten Systemdaten und Werte laufen zurzeit noch, während alle BoldQuest-Übungsteilnehmer bereits wieder wohlbehalten zu Hause angekommen sind. Fazit der Technologiedemonstration ist, dass die für Bold Quest 2011 gesetzten Ziele erreicht wurden und Deutschland einen großen Beitrag zur „Identifizierung eigener und verbündeter Kräfte“ geliefert hat.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Harald Grüner


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