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Fluggerätemechaniker im Ausland – Traumberuf mit viel Verantwortung

Alamogordo, New Mexico, 26.01.2012.
Die Startvorbereitungen sind abgeschlossen und der Pilot wartet auf die Startfreigabe durch das Personal im Tower. Mit professioneller Routine verfolgt auch Stabsunteroffizier Andreas Schmidt den Startvorgang auf dem Vorfeld. Schmidt ist Fluggerätemechaniker - und er trägt die Verantwortung für Mensch und Maschine…

Ist das Gurtsystem im einwandfreien Zustand?

Ist das Gurtsystem im einwandfreien Zustand? (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Nur noch wenige Augenblicke - und der Jagdbomber vom Typ PA-200 Tornado hat abgehoben. Stabsunteroffizier Schmidt kann sich zurücklehnen. Seit April 2010 ist er auf der amerikanischen Holloman Air Force Base in Alamogordo, New Mexico, stationiert und beim Fliegerischen Ausbildungszentrum der Luftwaffe (FlgAusbZLw) als Fluggerätemechaniker eingesetzt.
Bisher hat es noch keinen nennenswerten Zwischenfall gegeben – und so lange es derart verantwortungsbewusste Kameraden gibt wie Stabsunteroffizier Schmidt, wird es wohl auch so bleiben.

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Der Tornado auf dem Vorfeld wartet auf die Startfreigabe

Der Tornado auf dem Vorfeld wartet auf die Startfreigabe (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Einsatz auf einem amerikanischen Luftwaffenstützpunkt

Bereits seit 1996 bildet die Luftwaffe in Alamogordo ihre Luftfahrzeugbesatzungen auf dem Waffensystem PA-200 Tornado aus. Die Schwerpunkte liegen in der Vermittlung von fliegerischen Grundfertigkeiten und einer Basis-Waffenausbildung für junge Luftfahrzeugführer und Waffensystemoffiziere, aber auch der Ausbildung erfahrener Piloten zu künftigen Fluglehrern und Waffensystemoffizieren mit Überprüfungs- und Lehrberechtigung sowie der Waffenlehrerausbildung. Damit hochkomplexe und vielschichtige Ausbildung am fliegenden Waffensystem stattfinden kann, ist eine gründliche und fehlerfreie Wartung ein absolutes Muss.
Die Sicherheitsstandards sind hoch und erst der tagtägliche Einsatz der Techniker gewährleistet einen reibungslosen Flugbetrieb.

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Im Bord- und Wartungsbuch werden die ausgeführten Tätigkeiten dokumentiert

Im Bord- und Wartungsbuch werden die ausgeführten Tätigkeiten dokumentiert (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Fachleute mit hoher Verantwortung

„Der Schleudersitz besteht aus einer Vielzahl von mechanischen, elektrischen und pyrotechnischen Bauteilen. Diese müssen einwandfrei arbeiten. Denn in einem Notfall ist der Schleudersitz die einzige Überlebenschance der Besatzung“, erklärt Schmidt seine verantwortungsvolle Aufgabe im Verband. Gemeinsam mit weiteren sieben Kameraden ist er für die Wartung und Instandsetzung der Kabinendachanlagen und der Schleudersitze zuständig. Dabei arbeitet das Team der Fachgruppe Rettungssysteme der Instandsetzungs- und Elektronikstaffel im Zwei-Schichtbetrieb. Präzision, selbständiges Arbeiten und handwerkliches Geschick sind nur einige der Voraussetzungen, um als Fluggerätemechaniker an der Luftfahrzeugrettungsanlage arbeiten zu können.
Ob es sich bei den tagtäglichen Arbeiten um den Ein- und Ausbau von Baugruppen, um eine Sichtprüfung, um eine Fehleranalyse, um die Funktionsprüfung des Systems oder um die Dokumentation einer durchgeführten Tätigkeit im Bord- und Wartungsbuch handelt, ist dabei unerheblich. Denn nur das gründliche und fehlerfreie Arbeiten der Mechaniker am Boden wird in Notfallsituationen für die Luftfahrzeugbesatzungen unter Umständen zum lebensrettenden Anker.

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Prüfung der Sprengschnüre an der Kabinendachanlage

Prüfung der Sprengschnüre an der Kabinendachanlage (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Ausbildungsintensive Zeit

Für den Zeitsoldaten Schmidt sind diese beruflichen Voraussetzungen nichts Neues. Denn bereits nach Beendigung seiner Schulausbildung hat er erfolgreich eine Ausbildung zum Industriemechaniker durchlaufen. Eine Vielzahl der dort bereits erworbenen Fachkenntnisse und Fertigkeiten kann er heute problemlos in seinem Dienstalltag anwenden. Im Sommer 2005 beginnt für den heute 28-jährigen mit der Grundausbildung beim Luftwaffenausbildungsregiment in Germersheim die Unteroffizierslaufbahn bei der Luftwaffe. Seine ersten „Gehversuche“ als Fluggerätemechaniker unternahm er in der Instandsetzungsstaffel des Jagdbombergeschwaders 31 „Boelcke“ in Nörvenich. Doch zuvor standen neben dem Unteroffizierlehrgang noch fachliche Lehrgänge auf dem Ausbildungsplan.

Sichtprüfung am Schleudersitz

Sichtprüfung am Schleudersitz (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Jeweils sechs Wochen erhielt der Luftwaffensoldat an der Technischen Schule der Luftwaffe 3 im niedersächsischen Fassberg zunächst eine Ergänzungsausbildung zum Unteroffizier im luftfahrzeugtechnischen Dienst und anschließend eine Aufbauausbildung zum Fluggerätemechaniker. „Aber erst mit der Schwerpunktausbildung auf das Waffensystem Tornado an der Technischen Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren ging eine sehr ausbildungsintensive und lehrreiche Zeit zu Ende“, so Schmidt rückblickend. Nach den regulären Lehrgängen muss jeder Mechaniker noch drei Monate unter Aufsicht eines Meisters und Luftfahrzeugnachprüfers arbeiten. Erst wenn er seine Fähigkeiten unter Beweis gestellt hat, erhält er eine Lizenz und eine Plombennummer und darf die Arbeiten eines Fluggerätemechanikers auch eigenverantwortlich durchführen.

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Diverse Maschinen auf dem Vorflugfeld, die alle gewartet werden wollen

Diverse Maschinen auf dem Vorflugfeld, die alle gewartet werden wollen (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Überall dort, wo Tornados fliegen

Mittlerweile ist der Fluggerätemechaniker Schmidt ein Soldat mit Fachexpertise. Besonders während der Ausbildungsvorhaben, Übungen und Kommandos seines ehemaligen Heimatverbandes, dem Jagdbombergeschwader 31 „Boelcke“, konnte er sich beruflich weiterentwickeln. „Ich werde natürlich dort gebraucht, wo unsere Tornados fliegen“. Und so packte er schon unter anderem seine „Verlegetasche“ für mehrwöchige Aufenthalte in Italien, Belgien und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Darüber hinaus war er auch schon in Afghanistan für die Wartung und Instandsetzung der Rettungssysteme mitverantwortlich: Vor knapp zwei Jahren war Schmidt für mehrere Monate Teilnehmer des deutschen Einsatzkontingentes beim Einsatzgeschwader in Mazar-e-Sharif.

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Sonnenaufgang über den Bergen New Mexicos

Sonnenaufgang über den Bergen New Mexicos (Quelle: Luftwaffe/Ihno Boekhoff)Größere Abbildung anzeigen

Land der unbegrenzten Möglichkeiten

Seine jetzige Tätigkeit auf amerikanischem Boden unterscheidet sich nicht grundlegend von der in Deutschland. Das FlgAusbZLw nutzt das baugleiche Waffensystem Tornado wie die in Deutschland beheimateten Geschwader. „Nur die Hitze ist mitunter ein Problem, mit dem man zu kämpfen hat“, gesteht der Stabsunteroffizier. Doch gerade die Wetterbedingungen sind einer von vielen Faktoren, die für eine Pilotenausbildung in der dünnbesiedelten Wüste von New Mexico sprechen. Vom mitunter kräftezehrenden Dienstalltag erholt sich Schmidt derzeit mit seiner Lieblingsbeschäftigung: Dem Reisen. Gemeinsam mit seiner Frau unternimmt er gerne Ausflüge in die nähere- und auch über die Grenzen des Bundesstaates New Mexicos hinausgehende Umgebung. Denn wann hat man schon einmal die Gelegenheit, so kostengünstig das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu erkunden?

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Torsten Meynle


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