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Den Aufbruch wagen

Köln-Wahn, 22.03.2012.
Bedeutungsschwer und brandaktuell „schwebte“ das diesjährige Leitthema über dem Jahresempfang der „Gemeinschaft Katholischer Soldaten“ (GKS) der Kreise Köln und Wahn, der am 22. März 2012 in den Räumlichkeiten der Offizierheimgesellschaft (OHG) Wahn stattfand.

Gut 120 Gäste folgten der Einladung der GKS-Kreise Köln und Wahn zum Jahresempfang 2012.

Gut 120 Gäste folgten der Einladung der GKS-Kreise Köln und Wahn zum Jahresempfang 2012. (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz)Größere Abbildung anzeigen

Die Menschheit steht permanent vor neuen Herausforderungen – eine Binsenweißheit. Aktuell stehen Eurokrise und Energiewende im allgemeinen Fokus und verlangen nachhaltige Lösungen. Auch die katholischen Kirchen beschäftigten derzeit unterschiedlichste Problemfelder. Seelsorgermangel, Erhaltung der Infrastruktur und Vertrauensverlust in der Bevölkerung sind nur einige, die zumindest einen Großteil der Deutschen ansprechen.

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Glauben und Vertrauen

Aussetzung der Wehrpflicht, Auslandseinsätze und Strategien eines geplanten Rückzuges aus den Krisengebieten, doch vor allem die Neuausrichtung der Bundeswehr sind Schlagworte, die in der Zivilbevölkerung eher unterschwellig zur Kenntnis genommen werden. Für Soldaten allerdings sind es fundamentale Themenfelder – berühren sie doch nicht nur ihre individuellen Lebensumstände, sondern auch die ihrer Familien und Angehörigen. Auch wenn „Wandel“ immer stärker und selbstverständlicher zum Merkmal des Soldatenberufes geworden ist, bedingt jeder Wandel auch unterschiedlich ausgeprägten Gesprächsbedarf und Raum zur persönlichen Entscheidungsfindung. Beinhaltet doch jeder Aufbruch zum Neuen immer ein gewisses Wagnis. Ein Risiko, dem Glauben und Vertrauen zumindest ein wenig den Schrecken nehmen können.

OTL Hecht begrüßte die Anwesenden und stimmte sie auf eine „hochkarätige“ Gastrede ein.

OTL Hecht begrüßte die Anwesenden und stimmte sie auf eine „hochkarätige“ Gastrede ein. (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz )Größere Abbildung anzeigen

Rund 120 Gäste, unter ihnen zahlreiche politische Mandatsträger und militärische Dienststellenleiter des Standortes Köln, folgten der Einladung der beiden Kreisvorsitzenden Dipl.-Ing. Oberstleutnant Walter Raab (GKS-Kreis Köln) und Oberstleutnant Albert Hecht (GKS-Kreis Wahn) zum diesjährigen gemeinsamen Jahresempfang in die Kasernenanlage Wahn.

In seinen einführenden Worten hieß der Organisator, Oberstleutnant Hecht, die anwesenden Gäste auf das Herzlichste willkommen, bevor er zu einer musikalischen Einstimmung auf die kommenden Stunden durch den Männerchor der Bundeswehr Wahn an dessen Leiter, Stabsfeldwebel Markus Wolters, übergab.

Auch der Männerchor der Bundeswehr Wahn wusste das Auditorium zu begeistern.

Auch der Männerchor der Bundeswehr Wahn wusste das Auditorium zu begeistern. (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz)Größere Abbildung anzeigen

Der Männerchor, der mittlerweile weit über die Grenzen der Kaserne bekannt und beliebt ist, wusste mit abwechslungsreichen a capella-Darbietungen – unter anderem „Forellenvariationen“ a` la Schubert, Mozart, Beethoven und Weber – zu begeistern. Die Sänger, allesamt Soldaten, Zivilbedienstete oder Pensionierte des Standortes Wahn, machten ihrem Ruf auch diesmal wieder alle Ehre und ernteten dafür den verdienten Applaus des Auditoriums.

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Aktuelle Herausforderungen annehmen

Anschließend übernahm der Organisator erneut das Wort, um die Gäste auf den Festvortrag des Stellvertreters des Generalinspekteurs der Bundeswehr, Generalleutnant Günter Weiler, informativ vorzubereiten. Dabei verwies er noch einmal auf das diesjährige Leitthema der GKS - „Den Aufbruch wagen“ – und umriss aktuelle Handlungsfelder aus Kirche, Wirtschaft und Bundeswehr. Die Gemeinschaft Katholischer Soldaten versuche, aus der Perspektive des christlichen Glaubens heraus, Antworten auf Lebensfragen der Soldaten und ihrer Familien zu finden, wobei die Besonderheiten, die sich aus dem Soldatenberuf ergeben, möglichst in die Meinungsbildungsprozesse von Politik, Gesellschaft und Kirche implementiert werden sollen.

Generalleutnant Günter Weiler spannte in seiner Festrede einen weiten Bogen – vom Alten Testament bis hin zur Neuausrichtung der Streitkräfte

Generalleutnant Günter Weiler spannte in seiner Festrede einen weiten Bogen – vom Alten Testament bis hin zur Neuausrichtung der Streitkräfte (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz)Größere Abbildung anzeigen

Hiernach übergab Hecht - nach kurzer Vorstellung des militärischen Werdeganges - dann das Mikrofon an den Festredner, Generalleutnant Günter Weiler.

Der Stellvertreter des Generalinspekteurs der Bundeswehr stieg zügig in die Thematik „den Aufbruch wagen“ ein. In Anlehnung an Vorworte zum 98. Deutschen Katholikentag begann er seinen Vortrag mit Beispielen aus dem alten und neuen Testament, bei denen „wagnisbehaftete Aufbruchszenarien“ bereits den Kontext zu Glauben und Vertrauen verdeutlichten. Danach spannte General Weiler den Bogen zu aktuellen politischen und wirtschaftspolitischen Themen – in vorderster Reihe die Euro-Krise.

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Bundeswehr im Umbruch

Kernpunkte seines gut 60-minütigen Vortrages waren allerdings die Themenfelder rund um die Neuausrichtung der Bundeswehr - Informationen und Erläuterungen zu Entscheidungsfindungen, geänderten Strukturen, Standort- sowie Bündnisfragen und Strukturauswirkungen auf betroffene Soldaten und Zivilbedienstete aus „erster Hand“. „Wir sind guter Dinge“, so General Weiler und ließ dabei keinen Zweifel daran, dass die Strukturkommission alles Notwendige eingehend betrachtet habe, um den Umbau der Bundeswehr so effizient wie möglich und gleichzeitig sozialverträglich zu gestalten. Er räumte aber - mit dem Hinweis auf das Bundeswehrreform-Begleitgesetz - auch ein, dass es bei aller Sorgfalts- und Fürsorgeverantwortung dennoch einzelne Härtefälle geben könne.

Die eingehenden Erläuterungen der Grundsätze für die Spitzengliederung, Unterstellungsverhältnisse und Führungsorganisation im Bundesministerium der Verteidigung und der Bundeswehr, die am Vorabend durch Dr. Thomas de Maizière in Dresden als „Dresdener Erlass“ verbindlich festgelegt wurden, kommentierte Weiler mit Blick auf die zeitliche Realisierung: „Die Bundeswehr hat aus den vergangenen Strukturreformen gelernt!“

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Mit sich selber im Reinen sein

Auch das neue Reservistenkonzept und ein Ausblick auf die künftig geforderten Kompetenzen der deutschen Armee im multinationalen Zusammenspiel fanden ihren Platz im Vortrag des Stellvertreters des Generalinspekteurs der Bundeswehr. General Weiler – auch Vorsitzender der Strukturplanungskommission – appellierte zum Abschluss seiner Festrede an jeden Bundeswehrangehörigen, die Entscheidung zum Beruf „Soldat“ intensiv zu reflektieren. Die künftigen Aufgaben der Bundeswehr verlangten von jedem Soldaten, dass er sich aller Risiken dieser ganz speziellen Berufswahl bewusst sei. Er forderte nicht nur jeden Einzelnen des hochkarätigen Auditoriums dazu auf, den „Aufbruch“ in die neue Ära Bundeswehr auch mit „Glauben und Vertrauen“ zu begleiten. Mit einem kurzen Gebetstext beendete der Vortragende seine Ausführungen, die in vielen Punkten sicherlich einen eigenen Vortrag wert gewesen wären.

OTL Hecht bedankt sich bei General Weiler für seine „klaren und deutlichen Worte“, die auch das nötige Quäntchen Humor nicht vermissen ließen.

OTL Hecht bedankt sich bei General Weiler für seine „klaren und deutlichen Worte“, die auch das nötige Quäntchen Humor nicht vermissen ließen. (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz)Größere Abbildung anzeigen

Die kurzweilig und mitunter „augenzwinkernd“ vorgetragene „Insider“-Rede quittierten die zahlreichen Zuhörer mit anhaltendem Applaus. Hiernach bot sich den Anwesenden die Möglichkeit, Fragen an General Weiler zu richten, von der auch entsprechend Gebrauch gemacht wurde.

Oberstleutnant Hecht bedankte sich abschließend mit einem kleinen Geschenk herzlich beim Gastredner für seinen engagierten Vortrag. „Ein Buch,“ so Hecht, „das aus meiner Sicht zu unserem Jahresthema passt. Und was könnte da besser geeignet sein, als das aktuellste Buch zu unserem neuen Bundespräsidenten mit dem Titel: Joachim Gauck – vom Pastor zum Präsidenten“.

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Von den Möglichkeiten zum Gedankenaustausch wurde reichlich Gebrauch gemacht.

Von den Möglichkeiten zum Gedankenaustausch wurde reichlich Gebrauch gemacht. (Quelle: Luftwaffe/Helmut Leipertz)Größere Abbildung anzeigen

Raum für informative Gespräche

Danach luden die beiden Vorsitzenden der GKS-Kreise alle Anwesenden zum Ausklang der Veranstaltung in das Musikzimmer der OHG ein. Hier boten sich dann ausreichend Gelegenheiten zum intensiven, „barrierefreien“ und informativen Dialog. Rundum ein gelungener Jahresempfang, dessen Inhalte sicher - auch über den Abend hinaus - ausreichend Gesprächsstoff boten.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Helmut Leipertz


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