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Ciao Italia – Reservisten auf Sardinien

Decimomannu, Sardinien, 04.06.2008.
Sieben Gewinner der Deutschen Reservistenmeisterschaften bekamen vom Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus-Peter Stieglitz als Sonderpreis eine Reise nach Decimomannu, Sardinien, zum Taktischen Ausbildungskommando der Luftwaffe Italien gestiftet. Dabei standen sowohl militärische als auch kulturelle Aspekte im Vordergrund. Auch wenn das Wetter nicht immer mitspielte.

Actiongeladener Abschluss

Actiongeladener Abschluss (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Die Reservisten sind Gewinner aus Einzel- und Mannschaftswettkämpfen der Deutschen Reservistenmeisterschaft, die vom 21. bis zum 23. September 2007 in Volkach stattfanden. Rund 190 Teilnehmer (davon 29 Einzelwettkämpfer und 32 Mannschaften à 5 Soldaten) hatten sich in Disziplinen wie Schießen, Orientieren im Gelände, Sicherheitspolitik und Hilfeleistung bei Katastrophen und Unglücksfällen gemessen. Als Sieger gingen die Einzelwettkämpfer Oberstleutnant der Reserve (d.R) Michael Krug (Ebene Bataillonskommandeur), Oberleutnant d.R. Zangerl (Ebene Kompaniechef) und Oberleutnant d.R. Johan Frisco Lock (Ebene Zugführer) sowie bei der Mannschaftswertung Major d.R. Andreas Bensching, Hauptmann d.R. Rüdiger Wagner, Leutnant d.R. Marc Hansmann und die Stabsgefreiten d.R. Rainer Nicolaus und Andreas Werle hervor.

Doch bevor es mit der Transall gen Süden ging, trafen sich die Reservisten am 13. Mai 2008 gemeinsam mit dem Begleitunteroffizier Oberstabsfeldwebel Mario Jankowski an der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck, die Einberufungsdienststelle war. Hier wurden die letzten administrativen Angelegenheiten geklärt, bevor es am nächsten Tag nach Sardinien ging.

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Die C-160 Transall nach Sardinien

Die C-160 Transall nach Sardinien (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Wolken statt Sonne

Schon die erste Etappe war für manche ein Highlight. Schließlich gehört ein Flug mit dem Transportflugzeug C-160 Transall nicht zum Tagesgeschäft eines Reservisten. Von Landsberg aus ging es in über sechs Kilometern Höhe über Frankreich, die französische Riviera und dem Mittelmeer zum italienisch-deutschen Militärflugplatz in Decimomannu. Dieser ist rund 20 Kilometer von der sardischen Hauptstadt Cagliari entfernt. Nach rund zweieinhalbstündigem Flug und einer sicheren Landung wurde zum ersten Mal sardische Luft eingeatmet. Begrüßt wurden die Reservisten jedoch nicht gleich von strahlendem Sonnenschein. Eine Wolkendecke bedeckte den Himmel, doch die Stimmung war alles andere als betrübt.

Hauptfeldwebel Klepsch erklärt den Kälteschutzanzug

Hauptfeldwebel Klepsch erklärt den Kälteschutzanzug (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Am 15. Mai wurden die Reservisten dann auf die bevorstehende Übung „Überleben See“ vorbereitet. In einer theoretischen Einweisung im deutschen Gefechtstand des Flugplatzes erklärte Hauptfeldwebel Joachim Klepsch den Sinn und Ablauf der Übung. Trainiert wird, wie der Name schon sagt, das Überleben auf hoher See. Doch bevor sich die Reservisten dieser Aufgabe stellen mussten war Freizeit angesagt.

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Stabsfeldwebel Globies führte durch Cagliari

Stabsfeldwebel Globies führte durch Cagliari (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Reise durch die Geschichte

Eine informative Stadtführung durch Cagliari vom Informations- und Betreuungsfeldwebel Stabsfeldwebel Bernd Globies schickte die Gewinner auf eine Zeitreise durch die Geschichte Cagliaris und Sardiniens. So führte der Weg unter anderem an dem ältesten erhaltenem Gebäude, dem antiken römischen Amphitheater vorbei, welches im zweiten Jahrhundert vor Christus erbaut wurde. Eine umfangreiche Renovierung im 19. Jahrhundert erlaubt es das Theater auch heute noch für Veranstaltungen nutzen zu können. Genauso bestaunt wurden die alten Befestigungstürme, die unter den verschiedenen Herrschaften auch verschiedene Verwendungen fanden. Cagliari war ursprünglich eine Kolonie der Phönizier bevor die Römer und später auch die Spanier die Stadt als ihr Eigen bezeichneten.

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Stabsfeldwebel Weber bei seinem Vortrag

Stabsfeldwebel Weber bei seinem Vortrag (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Militärflugplatz Decimomannu

Am darauffolgenden Tag wurde den Reservisten von Stabsfeldwebel Christian Weber das TaktAusbKdoLw IT näher vorgestellt. Dazu erläuterte Weber zunächst die Geschichte der Deutschen auf dem Militärflugplatz Decimomannu, welche in den frühen 1960er Jahren ihren Lauf nahm. Zusammen mit der italienischen, kanadischen, amerikanischen und später auch der britischen Luftwaffe, übte man im Rahmen der NATO typische Szenarien wie sie zu Zeiten des Kalten Krieges noch real waren. Im Laufe der Zeit zogen die Kanadier, die Amerikaner und die Briten ihre Streitkräfte ab. Das TaktAusbKdoLw IT, das seinen Namen in der Form 1983 erhielt, blieb als einziger ausländischer Verband auf der Air Base. Mit Stab, Versorgungsstaffel und Sanitätsbereitschaft sind rund 100 Soldaten und 40 zivile Mitarbeiter dauerhaft dem TaktAusbKdoLw IT unterstellt. Nach der Besichtigung der ACMI (Air Combat Maneuvering Installation), einer Übungsanlage die zur Überwachung und elektronischen Aufzeichnung von Luftkampfübungen dient, konnten die Reservisten einen näheren Blick auf und in den Transporthubschrauber CH-53 werfen. Es sollte nicht der letzte Kontakt mit Hubschraubern sein, den die Gewinner auf der Reise hatten.

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Windsurfen lernen

Windsurfen lernen (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Aktiv und passiv entspannen

Am Nachmittag besuchten die Reservisten das Kommandocamp Calasetta. Nur mit einem Damm mit der Hauptinsel verbunden liegt im Südwesten die Insel San Antioco. In deren Norden liegt das malerische Fischerdorf Calasetta.

Das Camp ist eine Betreuungseinrichtung für Soldaten das am Wochenende geöffnet ist. Hier können die Angehörigen des TaktAusbKdoLw IT nach Dienst am Strand entspannen, schwimmen oder andere Aktivitäten unternehmen. Natürlich ließen es sich die Reservisten nicht nehmen die Kajaks und Surfbretter zu schnappen und die Küste zu erkunden. Bei strahlendem Sonnenschein kein Wunder, dass man gar nicht erst wieder den Rückweg antreten wollte. Das Wochenende war geprägt von guter Laune und Kultur. Strandbesuche waren genauso gern gesehen wie ein Besuch des Soldatenfriedhofs in Cagliari. Hier liegen die sterblichen Überreste von Soldaten vieler Nationen, die der Zweite Weltkrieg forderte. „Quer durch die Teilstreitkräfte“, schien das Motto der Reise, denn eine Führung durch die Korvette Braunschweig die im Hafen von Cagliari außerplanmäßig vor Anker lag und auf Versorgung wartete, deckte auch den Bereich „zu Wasser“ ab.

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Anstrengender als Wasserski: Überleben See

Anstrengender als Wasserski: Überleben See (Quelle: Luftwaffe/Mario Jankowski)Größere Abbildung anzeigen

Zwischen Quallen und Rettungsbojen

Am Montag, nach einem entspannten Wochenende, war es dann soweit. Zusammen mit Hauptfeldwebel Klepsch und einigen Helfern wurde die Übung „Überleben See“ vorbereitet. Das hieß Ausrüstung anlegen und Rettungsgerät vorbereiten. Über einen Kälteschutzanzug wurde der sogenannte „Frankenstein“, ein wasserdichter orangefarbener Anzug, angezogen. Danach wurde die Rettungsweste und das Gurtzeug eines Phantom-Schleudersitzes angelegt. Auch ein Helm gehört zu der Ausrüstung. „Überleben See“ simuliert einen Notfall über Wasser. Der Betroffene versucht nach der Landung im Wasser sich aus dem Gurtzeug seines Fallschirmes zu befreien. Die Schwierigkeit dabei: Es wird simuliert, dass der Fallschirm von einer Windböe erfasst wird und die Person durch das Wasser gezogen wird. Danach muss eine Einmann-Rettungsinsel bestiegen werden. All dies klingt einfacher als es ist. Defacto schlucken Teilnehmer die diese Übung zum ersten Mal machen nicht wenig Salzwasser. Auch die richtige Haltung im Wasser zu bewahren ist anstrengender als gedacht. Zu Übungszwecken wurde danach auch das Besteigen einer Sechsmann- und einer 20-Mann-Rettungsinsel geübt. In der Gegenwart von vielen Quallen auch kein Zuckerschlecken. Jeder Offizieranwärter der Luftwaffe muss diese Übung absolvieren. Piloten und fliegende Besatzungen müssen außerdem eine weitere Ausbildung in Nordholz durchlaufen und alle zwei Jahre eine Auffrischung mitmachen. Mit einem Sturmboot ging es dann wieder ans trockene Ufer und nach der Nachbereitung und einer warmen Dusche erwartete die Reservisten noch eine besondere Überraschung.

Korvette Braunschweg vor Anker in Cagliari

Korvette Braunschweg vor Anker in Cagliari (Quelle: Luftwaffe/Patrick Matzken)Größere Abbildung anzeigen

Nach einem letzten gemeinsamen Abendessen in einer alten Bahnstation im Nachbarort von Decimomannu und dem letzten Frühstück am nächsten Morgen auf der Base ging es mit der Transall wieder zurück in Richtung Heimat. Ein wenig wehmütig blicken alle noch ein letztes Mal aus dem Fenster der Transall. Obwohl der Himmel wieder behangen war.

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Stand vom: 03.12.13


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