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Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Appen, 29.02.2012.
Die Öffnung der militärischen Laufbahnen für Frauen war in den letzten Jahren eine der entscheidenden Veränderungen in der Bundeswehr. Mittlerweile sind Soldatinnen in allen Bereichen der Bundeswehr zu finden. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf bekommt dadurch in der Luftwaffe immer mehr Gewicht und spielt gerade bei jungen Soldatinnen eine immer größere Rolle. So gibt es an der Unteroffizierschule der Luftwaffe ein Eltern – Kind – Arbeitszimmer und somit die Möglichkeit, in besonderen Situationen Kinder zum Dienst mitzubringen und vor Ort zu betreuen.

Jannik auf seinem Bett in der Kaserne

Jannik auf seinem Bett in der Kaserne (Quelle: Luftwaffe/Ralf Nöhmer)Größere Abbildung anzeigen

Aber auch Lehrgangsteilnehmer, die ein kleines Kind zu betreuen haben, werden von der Unteroffizierschule unterstützt - wie das Beispiel Stabsunteroffizier Janett Machts zeigt. Die 26-Jährige Feldwebelanwärterin war bereits von April 2003 bis März 2007 als Zeitsoldatin bei der Bundeswehr. In dieser Zeit wurde ihr Sohn Jannik geboren. Seit Oktober 2010 ist sie erneut Soldatin bei der Bundeswehr und als Personalfeldwebel beim 1. / Führungsunterstützungsbataillon 286 in Rotenburg an der Fulda eingesetzt. Täglich fährt die alleinerziehende Mutter 180 km, um zu ihrem Wohnort nach Ohrdruf in Thüringen. Hier geht Jannik täglich in den Kindergarten und wird anschließend von seiner Oma abgeholt und betreut.

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Jannik und der Hörsaal 33

Jannik und der Hörsaal 33 (Quelle: Luftwaffe/Ralf Nöhmer)Größere Abbildung anzeigen

Unterstützung für jüngere Mütter

Für ihren weiteren Werdegang in der Bundeswehr war es nun notwendig, den 19-Wöchigen Feldwebellehrgang an der Unteroffizierschule der Luftwaffe in Appen zu absolvieren. Der jungen Mutter war sofort klar, dass sie ihren Sohn mit ins über 400 Kilometer entfernte Appen nehmen würde. Nachdem sie ihre Lehrgangsverfügung erhalten hatte, erkundigte sie sich nach den Möglichkeiten einer Kinderbetreuung in Appen. Leider musste sie erfahren, dass während der Lehrgangszeit kein Kindergartenplatz in Appen und Umgebung verfügbar war. Unterstützung erhielt sie vom Sozialdienst der Bundeswehr, der ihr die Adresse der Familienbildung Wedel gab. Diese Einrichtung vermittelte der jungen Soldatin eine Tagesmutter. Hier konnte für Jannik eine ganztägige Betreuung sichergestellt werden. Den Abend verbrachte der Knirps natürlich bei seiner Mutter in der Kaserne.

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Gemeinsames Antreten

Gemeinsames Antreten (Quelle: Luftwaffe/Ralf Nöhmer)Größere Abbildung anzeigen

David und Goliath

Jannik fühlte sich bei den Soldaten sofort sehr wohl und wurde schnell zum Liebling des Lehrganges. Nach Dienstschluss spielten die Lehrgangsteilnehmer häufig Karten oder Fußball mit ihm. Von ihren Vorgesetzten, insbesondere vom Hörsaalleiter Hauptmann Roman Wolf, bekam sie jede erdenkliche Unterstützung. Besonders gefreut hat sich Jannik, dass er einmal an einem Unterricht der Gruppe teilnehmen durfte.Dass er hier gut aufgepaßt hatte, zeigt folgender Dialog zwischen Mutter und Sohn. „Wenn du nicht zu deiner Tagesmutter gehst, dann musst du auf der Stube bleiben“, so die junge Mutter. „Nö, dann gehe ich zu meinem Hauptmann und beschwere mich“, war die schlagfertige Antwort des Sohnes. Der Beschwerde wurde stattgegeben. Er durfte den Tag im Dienstzimmer von Hauptmann Wolf verbringen.

Ganz ohne Familienunterstützung ging es auf dem Feldwebellehrgang doch nicht. In den Wochen in denen Prüfungen, Nacht- oder Schiessausbildung durchgeführt wurde, blieb Jannik bei seiner Oma im heimischen Ohrdruf. Während ihres Lehrganges wurde die junge Soldatin wann immer nötig von ihren Vorgesetzten und Lehrgangskameraden fürsorglich unterstützt, so dass sie den Lehrgang erfolgreich abschließen konnte.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Norbert Siats


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