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Fluggerätmechaniker - mit Herz und Seele

Holzdorf, 18.08.2011.
Holzdorf im Landkreis Wittenberg in Sachsen-Anhalt ist ein Ortsteil der Stadt Jessen (Elster) mit knapp 1.400 Einwohnern. Im eher landwirtschaftlich geprägten Umfeld stellt die Bundeswehr mit dem dortigen Fliegerhorst einen der größten Arbeitgeber dar. Der 1968 errichtete Militärflugplatz, der genau genommen auf dem Gebiet der Stadt Schönewalde in Brandenburg liegt, wurde „nach der Wende“ Stück für Stück an die Bundeswehrstrukturen angepasst und beheimat heute unter anderem auch das Hubschraubergeschwader 64 (HSG 64). Am 1. Oktober 2010 aus der Lufttransportgruppe des Lufttransportgeschwaders 62 hervorgegangen ist das Geschwader auch Arbeitsplatz von Oberfeldwebel Christian Glatzer - Fluggerätmechanikerfeldwebel an der Bell UH-1D.

Der Protagonist im Cockpit

Der Protagonist im Cockpit (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

Die Bell UH1D – fliegendes Arbeitstier und Kult-Drehflügler mit über 50-jähriger Geschichte – ist vielen als SAR-Rettungshubschrauber oder als „Film- und Fernsehstar“ aus „Apocalypse Now“ oder „Die Rettungsflieger“ bekannt. Die Bundeswehr, die insgesamt 290 „Hueys“ erhielt, nutzt das Muster seit 1968.

Der Arbeitsplatz unseres Technikers

Der Arbeitsplatz unseres Technikers (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

Trotz des relativ hohen Alters leistet sie aber immer noch gute Dienste und ist seit dem Vietnamkrieg, für den sie ursprünglich und eigens von den US-Streitkräften konzipiert war, im weltweiten Einsatz – natürlich auch Dank der Pflege und Wartung von Soldaten wie Oberfeldwebel Christian G., dessen Spezialgebiet das Triebwerk ist. Wenn der Soldat auf Zeit mit einer Verpflichtungszeit von 12 Jahren morgens seinen Dienst beginnt, gilt sein erstes Augenmerk dem verfügbaren Wartungspersonal. „Derzeit übernehme ich die Funktion des Teileinheitsführers „Triebwerk“ Bell UH-1D in der Technischen Gruppe des HSG 64".

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Auch Schreibarbeit gehört zum Arbeitsalltag

Auch Schreibarbeit gehört zum Arbeitsalltag (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

Alltag und Zukunft im Overall

„Um die anstehenden Arbeiten zu priorisieren und das verfügbare Personal auf die jeweiligen Dienste der entsprechenden Hubschrauber und Triebwerke einteilen zu können, erstelle ich morgens immer eine Stärkemeldung meiner Teileinheit“, so der Mechanikerfeldwebel. „Desweiteren übernehme ich auch administrative Aufgaben der Teileinheit „Triebwerk“. Hierzu gehören unter anderem das Erstellen von Arbeitsaufträgen, die Bestellung von benötigtem Material sowie die Koordination der Urlaubsplanung“ ergänzt der gelernte Kraftfahrzeugmechaniker. Sein fachlicher Auftrag im täglichen Dienst besteht in der Inspektion, Störbehebung aus dem Flugbetrieb sowie den Meisterabnahmen am Triebwerk der Bell: „Optimal, denn somit kann ich meine zivilberufliche Vorausbildung als Kfz-Mechaniker an den Triebwerken der Bell nutzen. Kfz- Motoren und Hubschraubertriebwerke sind von der Funktion her ähnlich und es fiel mir leicht, mich in das sechsköpfige Triebwerksteam in Holzdorf einzubringen“ beschreibt Glatzer sein Arbeitsumfeld.

Oberfeldwebel Glatzer an der Werkzeugkiste

Oberfeldwebel Glatzer an der Werkzeugkiste (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

Der 1983 in Cottbus geborene Zeitsoldat schloss 2003 seine zivilberufliche Ausbildung zum Kfz-Mechaniker in seiner Heimatstadt erfolgreich ab. Als Geselle bestand er anschließend auch das Fachabitur am Oberstufenzentrum in Cottbus in der Fachrichtung „Technik“. „Dann ging es „zum Bund“ - und seit nunmehr fünf Jahren diene ich hier auf dem Fliegerhorst Holzdorf“ berichtet Glatzer. Gerne würde G. auch langfristig bei der Luftwaffe bleiben. „Ich strebe beim Hubschraubergeschwader 64 eine Laufbahn als Berufssoldat oder einen Laufbahnwechsel zum Offizier im militärfachlichen Dienst an. Falls das nicht klappt, werde ich alternativ nach meiner Dienstzeit ein Studium in der Fachrichtung Maschinenbau aufnehmen“, beendet G. seine Ausführungen.

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Kontrolle am Triebwerk Bell UH-1D

Kontrolle am Triebwerk Bell UH-1D (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

An mehreren Fronten tätig

Glatzers größtes Hobby ist der Fußball. Aktiv kickt der vielbeschäftigte Soldat am Wochenende auch noch in der Brandenburgliga, obschon er gleichzeitig ein wenig bedauert, dass er ein nicht unwesentliches Quantum seiner Lebenszeit auf der Straße verbringt: „Aufgrund einer Fahrgemeinschaft sehe ich aber täglich meine Freundin in unserer gemeinsamen Wohnung in Cottbus. Es ist zwar etwas Fahrerei, aber die rund 100 km nach Hause stellen dadurch keine Belastung für meine Beziehung dar“, erläutert Oberfeldwebel G. gelassen: 200 km jeden Tag - er muß seine Freundin wirklich lieb haben! Vielleicht kommt aber genau das auch nicht von ungefähr: Ein ausgeprägtes Sozialbewußtsein, sogenannte „soft scills“, gehören dazu, wenn man neben seinem Engagement für die Sache mit Menschen umgehen will: Neben allem technischen Können muss er als Teileinheitsführer seine Aufmerksamkeit jetzt auch seinen unterstellten Soldaten widmen, denn er ist selbstverständlich deren Ansprechpartner für die kleinen und großen Nöte des Alltags.

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Endoskopie an der Arbeitsturbine

Endoskopie an der Arbeitsturbine (Quelle: Luftwaffe/Sabine Lehmann)Größere Abbildung anzeigen

Karriere Zug um Zug

Glatzers Karriere bei der Luftwaffe begann im Januar 2006 mit der dreimonatigen Allgemeinen Grundausbildung (AGA) in Strausberg und anschließender Versetzung nach Holzdorf. Da ihm Dienstbetrieb und Aufgaben in Holzdorf „gefielen“, „entschloss ich mich zu einer Verlängerung der Dienstzeit als Freiwillig Wehrdienstleistender (FWDL) für 23 Monate“, gibt der sympathische Oberfeldwebel unumwunden zu. „Mit dem Wechsel aus der Wartung in die Teileinheit „Triebwerk“ fand ich meine Berufung - und verpflichtete mich für eine Dienstzeit von acht Jahren“. Es folgten diverse Lehrgänge rein militärischer und rein fachlicher Art, die ihn unter anderem mehrfach in den norddeutschen Raum nach Fassberg Heide und Appen führten, bis er zuletzt als frischgebackener Feldwebel voll ausgebildet war. „Am 16. Mai 2009 wurde ich zum Feldwebel befördert – und ein Jahr später pünktlich zum Oberfeldwebel“, erklärt Glatzer und wendet sich Augen zwinkernd einem zu überprüfenden Triebwerk zu...

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Klaus Hubmann


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