Elite 2010 - elektronische Störsysteme
Heuberg, 30.06.2010.
Mit elf elektronischen Störsystemen, auch „Jammer“ genannt, waren verschiedene Nationen bei der ELITE 2010 vertreten, der größten deutschen Luftwaffenübung. Die Jammer können die Frequenzbereiche beeinflussen, die für Sprach- oder Datenübertragung oder auch für Radar benutzt werden.
Dabei gibt es unterschiedliche Arten dieses Störens und Täuschens. „Einfaches Stören bewirkt Rauschen.“, erklärt Hauptmann Andreas Dell in der Zentrale der Störer (Jamming Coordination Cell). Bei einem Radargerät werden auf den Bildschirmen Luftfahrzeuge nicht mehr dargestellt, obwohl sie sich im Empfangsbereich der Radarortung befinden. Sprechfunk kann verhindert werden. Ein Luftabwehrsystem am Boden, das den Himmel abtastet, reagiert plötzlich wie ein Fernsehgerät, bei dem man das Antennenkabel im laufenden Betrieb abzieht.

Bei der ELITE 2010 gibt es zum Stören und Täuschen am Boden den deutschen Kommunikationsstörer, Störpanzer Hummel, und das österreichische System SGS 2000. Außerdem werden auf dem Heuberg „Jamcars“ aus Deutschland, den Niederlanden und Schweden eingesetzt. Das sind Lastkraftwagen mit Anhängern, ausgestattet mit Elektronik zum Abstrahlen von Störsignalen. Aus der Luft stören Learjets mit Störeinrichtungen an Bord, die von Neuburg/Donau aus anfliegen.

Es gibt neben den weniger komplexen Störern, mit denen das Personal der bodengebundenen Luftabwehr zum Teil gut umgehen kann, eine Steigerung in der Ausbildung durch das schwedische System Astor. Bei der ELITE 2010 ist es einmal in der Luft und zweifach am Boden vertreten. Es gaukelt den Soldaten an den Bildschirmen in ihren Luftabwehrstellungen Ziele in der Luft vor, die es überhaupt nicht gibt. Hauptmann Dell: „Das Radar bekommt zurück, was es erwartet, aber mit falscher Information.“, dies bedeutet zum Beispiel, dass sich das erfasste Flugobjekt nicht an dem vom Radar dargestellten Ort befindet. Man kann auch vorhandene Ziele vom Bildschirm verschwinden lassen, das nennt man Zielunterdrückung. Beeinflusst wird hier, anders als beim einfachen Stören, nicht mehr der Signalempfang, sondern die Signalverarbeitung. Zusammen mit den Duell-Situationen von Luftfahrzeugen und Luftabwehr im gegenseitigen Zielauffassen ergibt sich durch die Varianten des Störens und Täuschens „ein Umfeld, das es sonst nirgendwo gibt“ und die ELITE für die Ausbildung international sehr attraktiv macht, sagt Dell.
Bilder
Störpanzer Hummel (Quelle: Luftwaffe/Gerhard Groeneveld)
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