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Rettungseinsatz auf der Zugspitze

Penzing/Garmisch Partenkirchen, 03.08.2011.
Am 3. August 2011 waren gleichzeitig zwei Personengruppen in den bayrischen Alpen in Bergnot geraten. Angesichts eines heftigen und langanhaltenden Gewitters konnten die neun Bergwanderer aber von SAR-Hubschraubern des Lufttransportgeschwaders 61 (LTG 61) und der Bundespolizei gerettet werden.

Der Hubschrauber fährt die Winde aus
Der Hubschrauber fährt die Winde aus (Quelle: Bergwacht / Piding)Größere Abbildung anzeigen

Am Mittag des 3. August 2011 gingen bei der Bergwacht Garmisch Partenkirchen nahezu zeitgleich zwei Notrufe ein: Zwei Gruppen zu je fünf und vier Personen waren im Rahmen einer Bergtour in ein heftiges, lang anhaltendes Gewitter geraten. Der Grat, auf den die betroffenen sich zu dieser Zeit befanden, war infolge des Unwetters für die Bergretter der Bergwacht Garmisch-Partenkirchen schon nicht mehr erreichbar: Ein geplanter Aufstieg auf die Zugspitze wurde auf Grund des andauernden Gewitters mit starkem Regen, Hagel und Blitz abgebrochen.

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SAR-Hubschrauber, Bell UH 1D
SAR-Hubschrauber, Bell UH 1D (Quelle: Bergwacht / Piding)Größere Abbildung anzeigen

Pragmatisch handeln

Jetzt musste ein Hubschrauber mit Rettungswinde her, doch während der normalerweise zuständige SAR-Hubschrauber bereits andernorts im Rahmen dringender Nothilfe tätig war und auch der Hubschrauber der Bundespolizei anderweitig bereits geblockt war, ging die dringende Anforderung weiter an das LTG 61, mit der Bitte um dringende Abstellung eines SAR-Rettungshubschraubers. Und die in Not geratenen Wandersleute hatten Glück: Ein an diesem Tag geplanter Übungsflug im Gebirge wurde kurzerhand verworfen. Pilot Oberleutnant Z., Copilot Hauptmann O. und der Bordtechniker Stabsfeldwebel F. trafen umgehend Vorbereitungen für den Rettungseinsatz. Von nun an zählte jede Minute. Die kürzeste Flugroute wurde festgelegt, letzte Wetterchecks durchgeführt und der Einsatzort auf unbekannte Hindernisse überprüft. Danach hob die Bell UH-1D bei denkbar schlechtem Wetter vom Fliegerhorst Landsberg mit Richtung Zugspitze ab.

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SAR-Hubschrauber bei der Abseilung eines Bergretters – während das Wetter bereits wieder umzuschlagen beginnt
SAR-Hubschrauber bei der Abseilung eines Bergretters – während das Wetter bereits wieder umzuschlagen beginnt (Quelle: Bergwacht / Piding)Größere Abbildung anzeigen

Volles Risiko

Nach 30 Minuten Flugzeit flog der Hubschrauber zunächst die Einsatzleitung der Bergwacht - auf bereits über 2.000 m Höhe - an, um sich mit dieser über das weitere Vorgehen abzustimmen. Als entgegen aller Vorhersagen das Gewitter plötzlich nachließ, wurde den beteiligten Rettungskräften unmittelbar klar, dass diese einmalige Chance sofort genutzt werden musste. Unmittelbar darauf stieg der Hubschrauber - mit den Bergrettern der Bergwacht an Bord - in den Himmel auf. Die Bergretter wurden bei den beiden betroffenen Gruppen in 2.741 m Höhe mit Hilfe der Rettungswinde abgesetzt. Hierbei übernahmen die Bergretter die Erstversorgung der Personen, sicherten sie vor einem möglichen Absturz und bereiteten sie für die anstehende Windenbergung vor. Eine der beiden Gruppen hatte sich derweil auf ein Plateau mit nur 5 Quadratmeter Größe gerettet – direkt am Bergabhang. Als das Wetter wieder schlechter zu werden drohte, musste der Pilot der Bell die risikobehaftete Entscheidung fällen, die betroffenen vier Personen mit einer „Ein-Kufenlandung“ komplett aufzunehmen.

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SAR-Hubschrauber über einer Gruppe Bergwanderer
SAR-Hubschrauber über einer Gruppe Bergwanderer (Quelle: Bergwacht / Piding)Größere Abbildung anzeigen

In letzter Minute

Bei diesem Verfahren berührt nur eine Kufe den Boden, während die zweite noch in der Luft schwebt – über dem Abhang. Doch mit diesem Manöver konnte diese Gruppe zügig und geschlossen in den Hubschrauber einsteigen. Innerhalb einer Stunde wurden die erschöpften, stark unterkühlten und auch teils durch Steinschlag verletzten Personen aus ihrer lebensgefährlichen Lage gerettet und zur Bergwacht transportiert. Während des Rettungseinsatzes traf der zusätzlich angeforderte Hubschrauber AS 332 Super Puma der Bundespolizei aus Oberschleißheim ein. Der flog alle Geborgenen unverzüglich weiter ins Krankenhaus Garmisch Partenkirchen zur medizinischen Folgeversorgung. Kaum war der Einsatz beendet, schlug das Wetter wieder um und das Gewitter legte so richtig los: Von da an war allen beteiligten Rettern klar: Das war knapp! Ohne das professionelle Zusammenspiel der Bayerischen Bergwacht, der Bundespolizei und der Bundeswehr hätten die beiden Gruppen wenig Chancen auf eine Rettung gehabt.

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Stand vom: 21.09.11 | Autor: Markus Zierlein, Ronald Fitz


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