Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Zukunftsfelder der Luftwaffe > Air Surface Integration > ASI für den Einsatz

ASI für den Einsatz

Büchel, 20.10.2011.
Die Einbindung von Kampfflugzeugen in einen Wirkverbund mit Land- und/ oder Seestreitkräften ist eines der Zukunftsfelder der Luftwaffe und wird allgemein mit der Terminologie „Air Surface Integration“ beschrieben. Ein Beitrag über einen deutschen Jagdbomberverband im Verbund mit niederländischen Bodenkräften, der die Wirkungsfähigkeiten der ASI für den Einsatzfall beschreibt.

Convoy bei Nacht aus Sicht des Laser Designator Pod

Convoy bei Nacht aus Sicht des Laser Designator Pod (Quelle: Luftwaffe/Bildstelle JaboG 33)Größere Abbildung anzeigen

Bei dieser unterstützenden Operationsform handelt es sich um den koordinierten und kollektiven Einsatz von (multi-)nationalen Luft-, See- und Landstreitkräften, mit dem Ziel Wirkmittel und Effekte synchronisiert gegen gegnerische Kräfte, Fähigkeiten oder Einrichtungen am Boden einzusetzen, um operative und/oder taktische Vorgaben erfüllen zu können.

nach oben

Tornado mit anmontiertem Laser Designator Pod

Tornado mit anmontiertem Laser Designator Pod (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Einsatznahe Ausbildung

„Ghost 01, this is Windmill 51. We are receiving effective fire. Report ready to copy friendly position”. Der Waffensystemoffizier (WSO) des Tornados mit dem Rufzeichen „Ghost 01“ gibt die Koordinate des unter Beschuss liegenden niederländischen Convoys, der durch den Fliegerleitoffizier ( Forward Air Controller; FAC) „Windmill 51“ begleitet wird, in seinen Waffenrechner ein und führt seinen elektro- optischen Laser-Zielbeleuchter auf die genannte Position ein. Der Laser-Zielbeleuchter, auch Laser Designator Pod oder kurz „LDP“ genannt, kann bei jeder Witterung wie Tag und Nacht optische Eindrücke an den Piloten weiterleiten und erkennt dabei jede Geländeerhebung auf den Zentimeter genau.
Durch ein Sendemodul innerhalb des LDP werden diese Bilder direkt und in Echtzeit an „Windmill 51“ übertragen, der nun auf seinem Laptop am Boden genau das gleiche sieht, wie der Pilot in dem Maschine über ihm.

Der Laser Designator Pod wird am Tornado anmontiert

Der Laser Designator Pod wird am Tornado anmontiert (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Mit diesen Bildern aus der Vogelperspektive kann der Fliegerleitoffizier in kurzer Zeit den Tornado auf das feindliche Ziel einweisen. Nach erfolgreicher Bekämpfung durch die Tornadorotte ist der Weg frei und der Convoy kann seine Patrouille wieder aufnehmen. Die Tornados begleiten mit ihren LDP nun die Route der niederländischen Truppe und übermitteln deren Convoyführer aktuelle Bilder von dem, was noch vor ihm liegt. Ein solches wie ähnliche Szenarien übten Tornados des Jagdbombergeschwader 33 Ende August/Anfang September zusammen mit niederländischen Einheiten, die kurz vor ihrem Einsatz in Afghanistan standen.

nach oben

ROVER 4 Empfangsmodul und Laptop (Remotely Operated Video Enhanced Receiver)

ROVER 4 Empfangsmodul und Laptop (Remotely Operated Video Enhanced Receiver) (Quelle: Luftwaffe/Ulrich Metternich)Größere Abbildung anzeigen

Technische Anforderungen

Technische Vorraussetzung einer solchen Verzahnung ist zunächst eine drahtlose Vernetzung aller Teilnehmer und Effektoren auf dem Gefechtsfeld, damit in Echtzeit überlebenswichtige Informationen verteilt werden können. Dem Waffensystem Tornado stehen dazu unter anderem der von der israelischen Firma Rafael produzierte LDP Litening mit dem Sendemodul ROVER (Remote Optical Video Enhanced Receiver) zur Verfügung. Mit Hilfe dieses Sendemoduls lässt sich das Bild des LDP per Video Downlink an eine Empfängerstation übertragen. Der Fliegerleitoffizier am Boden oder aber auch ein Führungsgefechtsstand haben so die Möglichkeit, über den flugzeugeigenen Sensor Ziele zuzuweisen oder in Echtzeit das eigene Lagebild zu verbessern: Der Tornado hat quasi „einen Lotsen an Bord“, der ihm im unbekannten Terrain den Weg weist.

Interface Computer Unit mit Touchscreen

Interface Computer Unit mit Touchscreen (Quelle: Luftwaffe/Bildstelle JaboG 33)Größere Abbildung anzeigen

Darüber hinaus wird der Tornado in Kürze über den Datenfunkdemonstrator „Interface Computer Unit“ (ICU) verfügen. Hierbei handelt es sich um ein System, das digitale Nachrichten über das luftfahrzeugeigene Funkgerät empfangen kann. Diese Information können nun auf der bordeigenen digitalen Karte das Lagebild komplettieren. Nachrichten und Aufträge, die bisher durch Sprache und Funk übermittelt wurden, können so in Sekundenschnelle übertragen werden und eventuelle Missverständnisse bei der Sprachübermittlung ausschalten. Vorteil: Der Pilot wird nicht durch zusätzlichen Funk- oder Sprachverkehr abgelenkt, die notwendigen Daten werden ihm direkt in sein Display eingeblendet

Damit bewegen sich die deutschen Tornados insgesamt am Puls der Zeit und stellen einen wertvollen Beitrag auch in der Ausbildung von Heereseinheiten und Fliegerleitoffizieren im internationalen Rahmen sicher.

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 26.11.13 | Autor: Stefan Zwetsch


http://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.team.2020plus.asi&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB060000000001%7C8MQ99P548DIBR