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Tornado 3.0

Manching, 27.02.2012.
Mit dem Erstflug eines Tornado-Serienflugzeugs, das mit einem Fähigkeitspaket rund um die Software des sogenannten Standarts ASSTA 3.0 ausgerüstet ist, eröffnen sich für die Luftwaffe neue Fähigkeiten für ihre Tornado-Flotte im Bereich der Air Surface Integration.

Vielseitige Waffenplattform Tornado: Aufklärer aus Jagel, der eine HARM-Lenkwaffe zur Bekämpfung von Radarstellungen trägt

Aufklärer aus Jagel, der eine HARM-Lenkwaffe trägt (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Mit der ersten Auslieferung des neuesten Fähigkeitsstandards ASSTA 3.0 (Avionics System Software Tornado Ada) für die Tornado-Kampfflugzeugflotte der deutschen Luftwaffe wird mit Planungsdatum Mitte des laufenden Jahres ein Meilenstein in der Ausrüstung des Mehrzweckflugzeuges erreicht werden. Die erste, mit ASSTA 3.0 ausgerüstete Serienmaschine absolvierte bereits am 8. Februar 2012 bei Cassidian in Manching ihren Erstflug. In den kommenden Monaten wird nun mit Hochdruck die ASSTA 3.0 - Software finalisiert und zugelassen. Die ersten umgerüsteten Tornados sollen planmäßig Mitte 2012 an die Luftwaffe ausgeliefert werden.

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Jungfernflug der ersten, mit ASSTA 3.0 ausgerüsteten Maschine

Jungfernflug der ersten, mit ASSTA 3.0 ausgerüsteten Maschine (Quelle: Luftwaffe/Cassidian)Größere Abbildung anzeigen

DACAS im Gepäck

ASSTA 3.0 beinhaltet zunächst die Einrüstung des Kommunikationsstandards
MIDS (Multifunctional Information Distribution System), eher bekannt unter dem NATO-Kürzel „ Link 16“, welches die kompatible Kommunikation von und zu NATO-Einrichtungen und - Kampfflugzeugen ermöglicht. Hinzu kommt außerdem ein weiterentwickeltes Funkgerät, ein digitaler Video- und
Datenrekorder (DVDR) und die Integration der Laser Joint Direct Attack Munition. Dabei handelt es sich um gelenkte Sprengmittel, die sowohl mit Hilfe der Satellitennavigation, als auch per Laser ins Ziel gesteuert werden kann. Parallel zu den Aktivitäten bei ASSTA 3.0 laufen bereits die
Weiterentwicklungen auf ASSTA 3.1. an: Hierbei werden die monochromen Monitoren durch Farbdisplays ersetzt und das sogenannte MIDS Basic Package integriert. Letzteres ermöglicht eine umfassende Lagedarstellung während des Fluges (sogenannte Mission Control) und nutzt hierzu - je nach Einsatzauftrag - die Videobilder des Laser Designator Pods oder des RecceLite Pods. All diese Maßnahmen lassen sich unter dem Kürzel der DACAS „Digitally Aided Close Air Support" zusammenfassen, die die technische Einrüstung von Kommunikationsmittel zum Zweck von Luft/Boden-Einsätzen beschreibt.

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Der neu ausgerüstete Tornado. Im Hintergrund der Tower des Fliegerhorsts Manching

Der neu ausgerüstete Tornado (Quelle: Luftwaffe/Cassidian)Größere Abbildung anzeigen

Mehrzweckflugzeuge, die (fast) alles können

Was heißt das nun für die Tornados an sich? Nun, mit der Ausrüstung auf einen gemeinsamen Standart können die derzeit in der Nutzung befindlichen drei Muster des Tornados trotz unterschiedlicher Konfiguration vergleichbare Einsätze fliegen: Die drei Muster IDS, ECR und Recce werden in ihren Fähigkeiten derart angeglichen, dass sie mit dem neuen Fähigkeitspaket alle denkbaren Einsatzformen im Verbund aus Aufklärung, Führung und Wirkung ausüben können. Mit Hinblick auf die nächste Luftwaffenstruktur gelingt der Luftwaffe damit ein bemerkenswerter Fähigkeitszuwachs, da damit mittelfristig die Alleinstellungsmerkmale bestimmter Standorte und Waffensysteme entfallen: Dann können beispielsweise die ECR-Tornados aus Lechfeld zukünftig auch Aufklärungsmissionen an der Küste fliegen, für die bisher die Aufklärungstornados aus Jagel prädestiniert waren.

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Aufklärer, Jagdbomber? In Zukunft werden sich die Tornadomuster deutlich angleichen

In Zukunft werden sich die Tornadomuster deutlich angleichen (Quelle: Luftwaffe/Henk Schmidt-Bergemann)Größere Abbildung anzeigen

Deutlicher Fähigkeitszuwachs für die Luftwaffe

Nicht zusätzlich eingebaut werden dagegen diejenigen Bestandteile, auf die bereits bei den jetzigen Mustern (in der Vergangenheit) verzichtet wurde. Beispiel: Der Tornado ECR, der zur Niederhaltung der feindlichen Luftverteidigung benötigt wird, hatte bisher keine Bordkanone an Bord – und wird im Rahmen der nun angelaufenen Modernisierung auch keine mehr bekommen.

Dennoch: Insgesamt wird die gesamte Tornado-Flotte deutlich flexibler für etwaige Einsatzzwecke, denn mit den neu einzurüstenden Fähigkeiten aus dem Hause Cassidian werden die Tornados der Luftwaffe in die Lage versetzt, bis über das Jahr 2025 hinaus mehrrollenfähig einsatzfähig zu bleiben und gleichzeitig den neuesten Standarts der Air Surface Integration zu genügen.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Norbert Thomas


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