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SAMOC - Führungsgefechtsstand im multinationalen Verbund

Manching, Kreta, 25.10.2011.
Der FlaRak-Gefechtsstand SAMOC ist nicht nur ein Schlüsselelement nationaler Flugkörperabwehr, sondern auch in der erweiterten Luftverteidigung der NATO und in einsatzrelevanten, internationalen Koalitionen stets im Mittelpunkt des Geschehens.

Collage zum SAMOC

Collage zum SAMOC (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Fast sechs Jahre ist es inzwischen her, als im September 2005 das erste Surface to Air Missile Operation Center (SAMOC) beim FlaRakG 2 in Bad Sülze in Dienst gestellt wurde. Der ausschlaggebende Leitgedanke bei der Entwicklung eines Surface to Air Missile Operation Center war die Fähigkeit zur Vernetzten Operationsführung im Rahmen der erweiterten Luftverteidigung – und damit die Etablierung einer konkreten Führungsebene für die Flugabwehr in einem teilstreitkraftübergreifenden oder multinationalen Verbund.

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Flugkörperabwehrsysteme, die mit dem SAMOC agieren können

Flugkörperabwehrsysteme, die mit dem SAMOC agieren können (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Interoperabel und integrationsfähig

Mit der Interoperabilität ist die Fähigkeit zur Zusammenarbeit zwischen Luftverteidigungssystemen der deutschen Teilstreitkräfte Luftwaffe, Heer und Marine sowie mit Luftverteidigungssystemen aller Bündnispartner in einem multinationalen Luftverteidigungsverbund dargestellt. Integration beschreibt die eigentliche Umsetzung der Vernetzten Operationsführung. Hierzu zählen die Anbindung des SAMOC an über- sowie an nachgeordnete Gefechtsstände, die Nutzung der Luftlagedaten unterschiedlicher Sensoren und die Erstellung eines aktuellen Luftlagebildes sowie schließlich die Anbindung und taktische Führung verschiedenster Waffensysteme der bodengebundenen Luftabwehr. Und das alles im Rahmen eines gemeinsamen Luftverteidigungseinsatzes sowie der Teilnahme in einem multinationalen Trainings- und Simulationsverbund.

Das SAMOC im Mittelpunkt

Das SAMOC im Mittelpunkt (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Die Einzigartigkeit des SAMOC spiegelt sich in der softwaregestützten Einsatzplanung sowie der Vielfalt der verschiedenen Datensprachen wieder. Das SAMOC unterhält diverse standardisierte Verbindungen, die eine direkte Vernetzung mit anderen NATO-Einrichtungen ermöglichen: Mit wenigen Knopfdrücken ist man im Verbund mit Waffensystemen und Verteidigungseinrichtungen der NATO. Eine direkte Anbindung und daraus resultierende Führung von weiterer Waffensysteme der bodengebundenen Luftverteidigung ist gegeben, genauso wie eine Anbindung an seegestützte Waffensysteme, wie beispielsweise einer Fregatte der Typenklasse 124, aber auch zu übergeordneten Gefechtsständen, wie AWACS oder CRCs (Luftverteidigungsgefechtsstände). Die Luftlagedaten all dieser angebundenen Systeme und Sensoren werden können im SAMOC zu einem gemeinsamen Luftlagebild zusammengefasst werden.

International besetzte Flugkörperabwehrstellung

International besetzte Flugkörperabwehrstellung (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Auf diese Weise findet in dem der taktischen Ebene zugeordneten Führungsgefechtstand SAMOC eine Bedrohungsanalyse statt, auf welche eine konkrete Waffenzuweisung erfolgen kann, die alle Stärken der angebundenen Waffensysteme berücksichtigt und damit gegebenenfalls vereinzelte Schwächen ausgleicht. Beispielsweise ist es vorstellbar, einen unterstellten deutschen Patriot-Verband auf eine Bedrohung durch ballistische Flugkörper auszurichten, während ein unterstellter norwegischer Luftabwehr-Verband (NASAMS) sich auf eine Bedrohung feindlicher, bemannter wie unbemannter, Flugziele konzentriert. Die Vorzüge einzelner Waffensysteme gelangen damit - unter eine einheitliche Führung - optimiert zur Wirkung, was den bodengebundenen Luftabwehrverbund insgesamt effektiv macht. Das SAMOC wurde an alle drei Flugabwehrraketengeschwader der Luftwaffe ausgeliefert. Untergeordnet sind jeweils zwei Flugabwehrraketengruppen mit dem Waffensystem Patriot. Eine intensive Zusammenarbeit mit dem deutschen Patriot - System ist daher sehr ausgeprägt und wird im Routinedienst immer wieder geübt. Darüber hinaus gehende Interaktionen mit Waffensystemen anderer Teilstreitkräfte und Systemen der Partnernationen lassen sich durch Gemeinschaftsvorhaben, wie beispielsweise dem Taktischen Schießen auf Kreta oder durch Großübungen wie Elite realisieren.

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Radar einer Patriot-Stellung im Rahmen der Übung Elite

Radar einer Patriot-Stellung im Rahmen der Übung Elite (Quelle: Luftwaffe/Gerhard Groeneveld)Größere Abbildung anzeigen

Elite als Prüfstein

Neben zahlreichen internationalen Verbänden, die mit einer Vielfalt von Kampfflugzeugen aufwarten, nimmt an dieser Übung auch ein breites Spektrum internationaler, bodengebundener Luftabwehrsysteme teil, ideale Voraussetzungen, um unter einsatznahen Bedingungen einen überzeugenden Nachweis der Leistungsfähigkeit des SAMOCs zu erbringen. Dabei wurde untersucht, ob auch die Flugkörperabwehrsysteme aus Norwegen, Slowenien, Spanien, Schweden, Frankreich und den Niederlanden mit in das deutsche SAMOC eingebracht werden konnten.
Nach Herstellung der technischen Voraussetzungen für die Anbindung der einzelnen Waffensysteme wurden diese im Rahmen verschiedenster Kombinationen von einzelnen Flugabwehrsystemen in einem Verbund taktisch geführt. Innerhalb der beiden täglich stattfindenden Hauptflugfenster sollte der luftgestützten Phalanx - bestehend aus Kampfflugzeugen unterschiedlichster Herkunft und Fähigkeiten - ein jeweils voneinander abweichender multinationaler Verbund bodengebundener Luftverteidigungskräfte unter Führung des SAMOC entgegengestellt werden.

Ließ sich problemlos während Übung Elite 2010 integrieren: Slowenische Flugkörperabwehr Roland

Ließ sich problemlos während Übung Elite 2010 integrieren: Slowenische Flugkörperabwehr Roland (Quelle: Luftwaffe/Gerhard Groeneveld)Größere Abbildung anzeigen

Was zunächst als hochgegriffenes Ziel galt, konnte bereits während der Übung relativ problemlos erreicht werden: Alle ins Auge gefassten Waffensysteme konnten angebunden und taktisch geführt werden - zunächst einzeln, dann auch im Verbund. Zusätzlich war als übergeordneter Gefechtsstand das CRC in Meßstetten angebunden, in einzelnen Durchgängen sogar eine AWACS.
Insgesamt hat sich das SAMOC als Führungsgefechtsstand auf Geschwaderebene bewährt und sein technisches Leistungspotenzial für den Einsatz im multinationalen Verbund überzeugend unter Beweis gestellt.

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Die Fregatte Hamburg beim Taktischen Schießen 2010

Die Fregatte Hamburg beim Taktischen Schießen 2010 (Quelle: Luftwaffe/Peter Schröder)Größere Abbildung anzeigen

Taktisches Schießen liefert den I-Punkt

Als weiteres Beispiel für einen erfolgreichen Waffensystemeinsatz unter der taktischen Führung des SAMOC sei das taktische Schießen auf Kreta im Jahr 2010 angeführt, währenddessen bereits zum zweiten Mal die Bundesmarine mit der Fregatte 124 „Hamburg“ teilnehmen konnte und deren Fähigkeit zur Luftverteidigung in das Schießen integriert wurde. In der Praxis wurde der Aufmarsch des Flugabwehrraketengeschwaders 5 mit dem SAMOC und drei Kampfstaffeln Patriot sowie deren Einziehen in die Verteidigungsstellungen durch die Fregatte Hamburg geschützt. Bis zur eigentlichen „Live Firing“-Phase übernahm die Fregatte Hamburg überdies die Aufgabe der übergeordneten Führung - entsprechend der Ebene eines CRC - und erweiterte dadurch mit ihren Sensoren das Luftlagebild, was zu einer optimalen Lageanalyse innerhalb des SAMOC führte.
Aus technischer Sicht waren damit bereits im Jahr 2010 alle Voraussetzungen zum Informationsaustausch zwischen SAMOC und der Fregatte gegeben, um konkrete Zielzuweisungen durchzuführen.
Als Fazit kann daher festgehalten werden: Insgesamt hat sich das SAMOC als Führungsgefechtsstand auf Geschwaderebene bewährt und sein technisches Leistungspotenzial für den Einsatz im teilstreitkraftübergreifenden wie multinationalen Verbund überzeugend unter Beweis gestellt.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: FlaRakG 5 PrÖa


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