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Eurofighter im Einsatzbetrieb (Letzter Teil)

Neuburg, 07.06.2011.
Mit der Weiterentwicklung der Fähigkeiten zum Luft/Boden-Einsatz werden in Zukunft alle Eurofighter-Geschwader der Luftwaffe zum mehrrollenfähigen Einsatz befähigt sein. Mit der Landung des ersten Eurofighters beim Jagdbombergeschwader 31 in Nörvenich im Dezember 2009 hat eine neue Ära begonnen, nämlich die des Jagdbombers Eurofighter.

Erprobungsträger mit Luft/Bodenbewaffnung

Erprobungsträger mit Luft/Bodenbewaffnung (Quelle: Eurofighter GmbH)Größere Abbildung anzeigen

In Luftangriffsszenarien wird der Eurofighter mit seiner präzisen und skalierbaren Bewaffnung sowohl im Rahmen der Luftnahunterstützung von eigenen oder verbündeten Landstreitkräften, als auch mit seiner abstandsfähigen Bewaffnung zum punktgenauen Einsatz auf gehärtete und gut verteidigte Ziele über größere Entfernungen einsetzbar sein.

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Erster Eurofighter landet in Nörvenich

Erster Eurofighter landet in Nörvenich (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Weiterentwicklung der Mehrrollenfähigkeit

Die Aufnahme des Flugbetriebs im Jagdbombergeschwader 31 “Boelcke“ am 16. Dezember 2009 zeigte, wie schnell der Kampfjet auch in diese Rolle hineinschlüpfen und den Tornado mittel- bis langfristig ablösen wird. Derweil sich die meisten Eurofighter derzeit in Neuburg/Donau befinden, werden sowohl in Laage als auch in Neuburg derzeit die Piloten für das Nörvenicher Geschwader aus- oder fortgebildet. Die Umschulung von einem Doppelsitzer auf einen Einsitzer erfordert für nicht wenige Piloten eine ziemliche Neuorientierung.
Ein weiterer Schwerpunkt der Luftwaffe liegt derzeit auch auf dem Beginn der Luft/Boden- Ausbildung und der mehrrollenfähigen Weiterentwicklung des Eurofighters.
Die Rollenanpassung vom Abfangjäger zum Jagdbomber erfolgt dabei viernational in zwei Stufen.

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Schwer bewaffneter Eurofighter als Jagdbomber

Schwer bewaffneter Eurofighter als Jagdbomber (Quelle: Luftwaffe/JG 74)Größere Abbildung anzeigen

Die Realisierung der Luft/Boden-Fähigkeit

Die Rollenanpassung vom Abfangjäger zum Jagdbomber erfolgt viernational in zwei Stufen.
Sie wurde 2007 parlamentarisch gebilligt und beinhaltet für die Luftwaffe die Integration eines elektrooptischen Zielbeleuchters (Laser Designator Pod) zur Markierung von Bodenzielen und eine allwetterfähige Präzisionsbewaffnung kurzer Reichweite (GBU-48, 1000 lbs Effektor mit der Möglichkeit eines lasergeführten Endanflugs und GPS-Navigation), die ab 2012 eingeführt wird. Mit der Einführung der GBU-48 wird der Eurofighter erstmals zum Luft/Boden-Einsatz befähigt und ist damit ab 2014 auch in der Lage, im Rahmen von Luftnahunterstützung Bodentruppen im Einsatz effektiv, präzise, effektorientiert und schnell auch über große Entfernungen zu unterstützen. Mittelfristig wird der Eurofighter damit zum Träger des Luftangriffs.

Eurofighter mit Abstandswaffen

Eurofighter mit Abstandswaffen (Quelle: Luftwaffe/JG 74)Größere Abbildung anzeigen

Die 2. Stufe der Rollenanpassung ist für 2016 vorgesehen und wird derzeit viernational verhandelt. Priorität hat die Weiterentwicklung des Eurofighter für die einsatzrelevanten Aufgaben der laufenden und wahrscheinlichen Szenarien der Zukunft. Deshalb hat die Bewaffnung des Eurofighter für den Einsatz in der Luftnahunterstützung eigener und verbündeter Landstreitkräfte Vorrang. Dazu wird - neben dem Einsatz der Bordkanone – die Beschaffung eines allwetterfähigen, präzisen Effektors mit einer geringen und skalierbaren Wirkmasse und einer hohen Penetrationsleistung auf Basis der GBU-48 untersucht (Trojan Improved Penetrator, TIP.

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Erprobungsträger mit verschiedenartiger Bewaffnung

Erprobungsträger mit verschiedenartiger Bewaffnung (Quelle: Eurofighter GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Weitere potentielle Rollenmuster

Betrachtet wird auch der Einsatz des Eurofighter in der Aufklärungsrolle. Obwohl der Schwerpunkt der Weiterentwicklung der Maschine in der Integration von Luft/Boden-Fähigkeiten liegt, wird auch die Luft/Luft-Bewaffnung den Anforderungen moderner Luftkriegsszenarien entsprechend angepasst. Wie die meisten Konflikte der jüngeren Vergangenheit gezeigt haben, ist eine günstige Luftlage, Luftüberlegenheit oder im besten Fall Luftherrschaft Grundvoraussetzung für den Einsatz aller Streitkräfte. Es ist geplant, die Fähigkeiten des Eurofighter in der Luft/Luft-Rolle mit der in 2014 vorgesehenen Integration des leistungsstarken Lenkflugkörpers mittlerer Reichweite namens „Meteor“ zu erweitern. Damit - und mit dem bereits integrierten Lenkflugkörper IRIS-T - wird der Eurofighter über eine effektive Luft/Luft-Bewaffnung auf kurze und mittlere Reichweiten verfügen. Im Vergleich zur AMRAAM überzeugt Meteor vor allem durch sein Staustrahltriebwerk, das es ermöglicht, größere Entfernungen sehr viel schneller als vergleichbare Flugkörper zurückzulegen. Damit wird die Wirksamkeit des Einsatzes der eigenen Kräfte deutlich erhöht.

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Vielseitige Waffenlasten

Vielseitige Waffenlasten (Quelle: Eurofighter GmbH)Größere Abbildung anzeigen

Fazit

Da in Zukunft ein einziges Waffensystem für alle Einsatzarten eingesetzt werden kann, werden sowohl in der Unterstützung und Verlegung als auch im operationellen Einsatz deutliche Synergieeffekte erwartet. Die Mehrrollenfähigkeit des Eurofighters ist ein Kernelement in der Weiterentwicklung des Fähigkeitsprofils der Luftwaffe.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Frank Gräfe


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