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Kameradschaft auch nach Dienstschluss

Bad Sülze, 01.06.2011.
Stabsgefreiter Andreas Langer versieht seinen Dienst als Stabsdienstsoldat (StDstSdt) im Flugabwehrraketengeschwader 2 „Mecklenburg-Vorpommern“ (FlaRakG 2 „M-V“) in Bad Sülze. Seinen klassischen Arbeitsalltag bestimmen Akten, Telefon und Computer.

Der Protagonist im Büro

Der Protagonist im Büro (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Als Stabsdienstsoldat arbeitet der 24-jährige im Personalbüro der Stabsstaffel des Flugabwehrraketengeschwader 2 „M-V“.
Stabsgefreiter ist er - und zusammen mit dem Personalfeldwebel vorrangig zuständig für die Bearbeitung der Personalunterlagen von rund 100 Soldaten.

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Besprechung mit dem „Spieß“

Besprechung mit dem „Spieß“ (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Daily Business as usual

Der tägliche Dienstbeginn hat für Langer etwas Rituelles. „Erst einmal in alle Büros hier im Innendienst und guten Morgen wünschen – das ist ein Muss. Dabei erfährt man schon einmal die wichtigsten Neuigkeiten und kann auch erste Termine absprechen“, erklärt der Mannschaftssoldat. Oft folgen im Anschluss die Arbeitsbesprechungen mit dem Staffelfeldwebel - auch als „Spieß“ bekannt - und direkter Vorgesetzter des gesamten Innendienstes. Hierbei werden dann außerplanmäßige Aufträge an die einzelnen Bereiche wie Personalbüro, Geschäftszimmer, Staffelnachschub oder die Gefechtsstands-, Ausbildungsgruppe verteilt, besprochen und priorisiert. „Routine und das altbekannte Tagesgeschäft dominieren die restlichen Aufgaben“, weiß der Stabsdienstsoldat aus der Praxis.

Für ihn bedeutet dies zum Beispiel Telefonanrufe entgegennehmen, Notizen schreiben sowie Akten vorbereiten und kontrollieren. Ein Aufgabenschwerpunkt: Die Bearbeitung der Nebenakten. „Für jeden Soldaten der Stabsstaffel existiert eine solche Personalakte, die als „abgespeckte“ Kopie der Hauptakte hier vor Ort geführt wird“, erläutert Langer. „Darin enthalten sind die wichtigsten personenbezogenen Daten des Soldaten seit Eintritt in die Bundeswehr. Dazu gehören beispielsweise Dokumente zu Lehrgängen, Beurteilungen, Disziplinarmaßnahmen, Kommandierungen und Beförderungen“, ergänzt er. Die Hauptakten liegen bei länger dienenden Mannschaften im Geschwaderstab, von Unteroffizieren in Köln bei der Stammdienststelle der Bundeswehr oder für die Offiziere beim Personalamt Bundeswehr, also den Dienststellen, die erstrangig mit der Personalbearbeitung und –führung betraut sind.

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Ein eingespieltes Duo: Langer und „seine“ Frau Oberfeldwebel

Langer und „seine“ Frau Oberfeldwebel (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Teamarbeit ist das A und O

„Klingt unspektakulär – ist es aber nicht!“, gibt Andreas Langer zu bedenken. „Hinter vielen dieser Vorgänge verbirgt sich ja schließlich ein Mensch mit seiner persönlichen Geschichte. Wenn wir hier nicht sauber arbeiten, kann das für den Betroffenen durchaus auch Nachteile mit sich bringen – egal, ob privat oder dienstlich.“ Anfragen und Vorgänge, die er selber nicht bearbeiten kann oder darf, gibt er an den Personalfeldwebel weiter. Hier im Geschwader - wie mittlerweile vielerorts in den Streitkräften - eine Frau, denn gerade Kaufleute sind mehrheitlich Frauen und daher immer häufiger bei Bürotätigkeiten innerhalb der Streitkräfte zu finden. Beide sind ein eingespieltes Duo, und so ist der Umgangston trotz Militär und Vorgesetztenverordnung durchaus „zivil“.

„Ohne Teamarbeit geht es einfach nicht“, so Langer. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Personalfeldwebel aber auch dem Staffelfeldwebel oder Staffelchef ist Grundlage seiner täglichen Arbeit und Basisanteil einer reibungslosen Führung der Staffel durch die Vorgesetzten.

„Der Stabsdienstsoldat ist vergleichbar mit einem Bürokaufmann in der zivilen Wirtschaft“, führt der junge Soldat aus. „Durch meine bisherige, fachliche Ausbildung bin ich flexibel im Innendienst einsetzbar“, soll heißen: Stabsgefreiter Langer springt auch ab und zu für die Kameraden aus dem Geschäftszimmer ein, wenn diese aufgrund von Krankheit, Urlaub oder Wache nicht zur Verfügung stehen. Auch der Erwerb der militärischen Fahrerlaubnis der Klasse B gehörte zu seiner Ausbildung. Bei Übungen wie im ganz normalen Tagesgeschäft fungiert er daher auch schon einmal als Kraftfahrer oder aber auch als Schreiber bei der Schießausbildung.

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Die Post wird verteilt

Die Post wird verteilt (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Von der Bibliothek in die Kaserne

Bevor Stabsgefreiter Langer zur Bundeswehr kam, schloss er in der Stadtbibliothek Rostock eine Ausbildung zum Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste ab. Er meldete sich bei seinem zuständigen Kreiswehrersatzamt und erhielt kurz darauf seinen Einberufungsbescheid. Die Allgemeine Grundausbildung (AGA) durchlief der Luftwaffensoldat in Strausberg und wurde im Anschluss, da gebürtiger Rostocker, heimatnah nach Bald Sülze in die Recknitztal-Kaserne zur Stabsstaffel des FlaRakG 2 „M-V“ versetzt. Die Arbeit im Innendienst sagte ihm zu und Langer stellte erfolgreich einen FWDL-Antrag (Freiwillig Wehrdienst leistender Soldat), wodurch sich die Dienstzeit auf 23 Monate verlängerte. Kurz vor deren Ende verlängerte Langer sein Engagement auf vier Jahre Verpflichtungszeit: Nun ist er als Soldat auf Zeit (SaZ).

Die Bürotätigkeiten in einer Staffel hält Langer auch für den Interessentenkreis des geplanten „Freiwilligen Wehrdienstes“ in der Laufbahn der Mannschaftssoldaten für sehr gut geeignet. „Die notwendigen Kenntnisse erhalten die jungen Frauen und Männer als einwöchige Ausbildung am Arbeitsplatz hier vor Ort. Den Rest bringen die Praxis und die Unterstützung aller Kameraden der Dienststelle.“

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Ein letzter Postgang vor Feierabend

Ein letzter Postgang vor Feierabend (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Kamerad oder Freund?

Der junge Soldat steht mit beiden Beinen im Leben. Seine größte Leidenschaft ist der Kraftsport. Um körperlich fit zu bleiben, treibt es den Sportler vier Mal wöchentlich in ein Fitnessstudio: „Das ist ein guter Ausgleich zur Büroarbeit.“, meint Langer. „Und als Soldat sind Belastbarkeit und Kondition sicher eine solide Basis für mögliche Einsätze.“ Den Rest der verfügbaren freien Zeit verbringt der gebürtige Rostocker gerne am Computer oder er trifft sich mit Freunden. Und was macht man da so? „Die üblichen Dinge, wie Kino oder Diskotheken.“, schmunzelt der 24-jährige. „Da wird auch schon mal mit Kameraden eine Cocktailbar unsicher gemacht oder wir grillen bei gutem Wetter alle zusammen.“, fügt er lächelnd hinzu. „Viele Kameraden aus dem Geschwader sind mittlerweile bereits zu guten Freunden geworden.“ Ein gelungenes Schlusswort, zeigt es doch, dass Beruf und Privatleben miteinander harmonieren können.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Helmut Leipertz, Glenn Charles Atienza


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