Ein Wechsel an entscheidender Stelle
Mazar-e Sharif, 26.11.2009.
Mit einem feierlichen Appell übergab der Kommodore des Einsatzgeschwaders Mazar-e Sharif, Oberst Dr. Jan Kuebart, am 18. November 2009 das Kommando über die Einsatzgruppe von Oberstleutnant Daniel Draken an Oberstleutnant Guido Henrich.
„Diese Übergabe“, betonte Oberst Kuebart in seiner Ansprache an die angetretene Truppe, „ist ein Wechsel an ganz entscheidender Stelle im Einsatzgeschwader.“ Der Kommandeur der Einsatzgruppe – bei Luftwaffenverbänden in Deutschland spricht man von der Fliegenden Gruppe – ist für ein sehr breites Spektrum fliegerischer Fähigkeiten verantwortlich. Dies umfasst die Luftaufklärung mit den Recce-Tornados sowie die Transport- und Medical Evacuation-Einsätze (MedEvac) mit den C-160-Transall und den CH-53 des Heeres. Hinzu kommt die Verantwortung für die Luftraumüberwachung, die Flugsicherung und die Organisation des Flugbetriebes auf dem Flugplatz Mazar-e Sharif, der sowohl zivil als auch militärisch genutzt wird. „Nirgendwo sonst“, unterstrich Kuebart, „hat ein Kommandeur Fliegende Gruppe eine derart weite Spanne an Besatzungen und Luftfahrzeugen zu führen.“

Wertvolle Eigenschaften
Eine Reihe besonderer Herausforderungen während der Kommandeurszeit von Oberstleutnant Draken waren zu bewältigen, zum Beispiel die Verlegung von CH-53 nach Kunduz und die Vorarbeiten zur Aufnahme des Flugbetriebs auf der neuen Runway. „Bei all diesen Herausforderungen haben Sie sich bewährt“, lobte Oberst Dr. Kuebart, der dem scheidenden Kommandeur bescheinigte, dass er ein offener, herzlicher und immer positiv eingestellter Mensch sei: „Diese Eigenschaften sind im Einsatz Gold wert.“ Bei den Soldaten der Einsatzgruppe bedankte sich der Kommodore ganz besonders, „denn hinter all dem was ich zu Ihrem Kommandeur gesagt habe, stehen letztendlich Sie.“
„Unikatgruppe“
Oberstleutnant Draken machte aus seinem Herzen keine Mördergrube, als er zugab, dass sich unter die Freude auf die Heimkehr auch ein wenig Wehmut mischt. „Ich durfte als Kommandeur vor vier Monaten eine Unikatgruppe übernehmen“, resümierte Draken. Noch einmal ließ er einige Highlights aus seiner Verwendung im Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif Revue passieren, ehe er besonders die Angehörigen seiner Einsatzgruppe in den Vordergrund stellte: „Trotz einer hohen Rotationsrate steht die Qualität Ihrer Arbeit der im Inland in nichts nach.“ Draken erwähnte den besonderen Geist der Einsatzgruppe, „der es uns in kürzester Zeit ermöglicht hat, hier ein berufliches zu Hause zu finden.“ Wie der Kommodore auch, forderte er die Soldatinnen und Soldaten der Einsatzgruppe dazu auf, auch dem „Neuen“ Vertrauen entgegenzubringen. Oberstleutnant Henrich ist in Deutschland stellvertretender Kommandeur der Flugbereitschaft beim Bundesministerium der Verteidigung (BMVg).
Empfang und Abschied
Beim anschließenden Empfang in der Feuerwehrhalle nutzten zahlreiche Gäste aus den verschiedenen Einheiten im Camp Marmal die Gelegenheit, sich von Oberstleutnant Draken zu verabschieden und Oberstleutnant Henrich Willkommen zu heißen.
