Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Team Luftwaffe auf Übung > Weltweit unterwegs - von der Kabeltrommel zur Internet-Telefonie

Weltweit unterwegs - von der Kabeltrommel zur Internet-Telefonie

El Paso, Texas, 20.10.2011.
Auch bei der Bundeswehr stehen die Räder nicht still, und es gibt immer wieder Neuerungen und Verbesserungen, was den Beruf von Hauptfeldwebel Sven Fischer immer wieder interessant macht: Der Wechsel von der „Fernmelderei“ zur Datenverarbeitung, korrekt dem Fernmeldesystem – Feldwebel.

Sven Fischer steuert eine verlastbare Richtfunkanlage

Sven Fischer steuert eine verlastbare Richtfunkanlage (Quelle: Luftwaffe/S. Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Wenn der ehemalige Kommunikationselektroniker der Telekom auf seine berufliche Karriere zurückblickt, kann er für sich in Anspruch nehmen, schon einiges von diesem Planeten gesehen zu haben. Doch fangen wir vorne an…

nach oben

Kraftfahrer gibt es viele im Bereich FlaRak, hier bei der Verlegung ins Übungsgebiet von Texas

Kraftfahrer gibt es viele im Bereich FlaRak (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Auszubildende

Nach seinen allgemein-militärischen Lehrgängen in Kaufbeuren (Süddeutschland) und Appen (Norddeutschland) sowie den Fachlehrgängen in Lechfeld (wieder Süddeutschland), war Fischer voll ausgebildet und wurde als Truppführer auf einem Richtfunktrupp im Bereich des Flugabwehrraketendienstes (FlaRak) eingesetzt. Seine Hauptaufgabe bestand darin, das Waffensystem Patriot sprach- und datentechnisch in ein eigenes Fernmeldenetz anzubinden und Soldaten am Fernmeldesystem auszubilden.

nach oben

Unser Protagonist im Übungseinsatz

Unser Protagonist im Übungseinsatz (Quelle: Luftwaffe/S. Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Der Übende

Im Rahmen dieser Tätigkeit waren viele multinationale Übungen in Meßstetten (Baden Würtemberg), taktische Schießen auf Kreta sowie Übungen in Norwegen und Dänemark zu absolvieren. So ist er viel „rumgekommen“ und hat viele Kontakte mit Soldaten aus anderen Nationen geschlossen. Dies war insofern besonders interessant, weil man, wie man so schön sagt, auch über den nationalen Tellerrand hinausschauen konnte. Vor allem das jährliche taktische Schießen auf der Insel Kreta ist wohl für jeden FlaRak - Soldaten ein Höhepunkt.

Auch an der Flugabwehrraketengruppe 24, dem Verband, dem Fischer damals noch in Oldenburg (Nordwesten Deutschlands) angehörte, sind die Umstrukturierungen bei der Bundeswehr nicht spurlos vorbeigegangen. So hieß es 2006 die Koffer zu packen und in Richtung des neuen Standorts Bad Sülze in Mecklenburg-Vorpommern (Nordosten Deutschlands) umzuziehen, da für Fischer und seine Frau eine Wochenendbeziehung nicht in Frage kam. Die neue Heimat hieß nun Rostock.

nach oben

Ein Mann, der anpackt Sven Fischer in Aktion

Sven Fischer in Aktion (Quelle: Luftwaffe/S. Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Der Reisende

Wer nun denkt, dass für Hauptfeldwebel Fischer die Veränderungen nach insgesamt 12 Jahren in einem Fernmeldezug endlich ein Ende hätten, der hat wahrlich „falsche gedacht“. Mittlerweile hatte Fischer Gefallen an der Veränderung gefunden – und so war die Zeit für einen erneuten „Tapetenwechsel“ gekommen. Er bewarb sich auf seinen jetzigen Dienstposten beim Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen Luftwaffe in El Paso/Texas. Nach der Zusage für diese Verwendung durfte er in einer Sprachenschule noch sein Englisch verbessern und schließlich hieß es im Juli 2009 die Koffer zu packen und „über den großen Teich zu fliegen“, in die flache und sengende Wüste von Texas. Haben wir eigentlich schon erwähnt, dass er seine Grundausbildung in einer bergigen Gegend, nämlich in Goslar im Harz begonnen hatte?

Hier in El Paso, an der direkten Grenze zu Mexiko, ist Fischer seit August 2009 im IT – Bereich des Verbandes tätig. Eigentlich hat sich seine Tätigkeit nicht grundsätzlich geändert, dennoch ist die Aufgabe hier ist nicht mit derjenigen in der Flugabwehrraketengruppe 24 zu vergleichen. Das Hauptaugenmerk liegt nicht mehr darin, mit einer ganzen Staffel zu üben, sondern hier verteilen sich die Aufgaben anders, da diese Einheit im Prinzip eine Art Schule darstellt: Ein gesunder Mix aus Büroarbeit, Ausbildung von Lehrgangsteilnehmern - theoretisch wie praktisch - und natürlich Wartung der Kommunikationsmittel.

nach oben

Ein Mann, der anpackt

Ein Mann, der anpackt (Quelle: Luftwaffe/S. Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Der Ausbilder

Die praktische Ausbildung der Lehrgangsteilnehmer findet bisweilen auch schon mal in der Wüste statt. Drei mal im Jahr absolvieren die unterschiedlichsten Lehrgangsteilnehmer den Ausbildungsabschnitt „Rolling Shield“, bei dem sie ihr theoretisches Wissen in die Praxis umsetzen müssen. Damit alles reibungslos abläuft, ist die vorherige Erkundung des Geländes notwendig, um die Fernmeldanbindung sicherzustellen. Dabei werden die Richtfunkplanungen erstellt und mit den Verantwortlichen auf der amerikanischen Seite die Frequenzen und Aufbauplätze für die Antennenmastanlage abgestimmt.
Zudem ist Fischer für die theoretischen und praktischen Fernmeldeunterrichte bei den Lehrgangsteilnehmern - vom Startgeräteführer bis hin zum Feuerleitoffizier - eingebunden. Diese Vielfalt ist es unter anderem, was „den Job“ auch so reizvoll und interessant macht.

nach oben

Die gesamte Stellung wird getarnt

Die gesamte Stellung wird getarnt (Quelle: Luftwaffe/Timo Schwegmann)Größere Abbildung anzeigen

Der Vielfältige

Außerdem herrscht mehr Abwechselung im täglichen Dienstbetrieb. Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist der Betrieb des lokalen militärischen Telefonnetzes der vor Ort befindlichen Bundeswehreinrichtungen. Alle Anträge für deutsche Anschlüsse, sei es Telefon, Fax, Datenleitungen oder aber auch deren Störungen werden durch ihn bearbeitet und in Zusammenarbeit mit einer amerikanischen Dienststelle, dem Department of Information Management, umgesetzt.
Ein weiterer Schwerpunkt seiner Arbeit ist die Kryptologie, die Wissenschaft, die sich mit technischen Verfahren für die Informationssicherheit beschäftigt. So verwaltet er mit einem weiteren Kameraden alle kryptologischen Mittel des Standortes. Das geht von der Annahme über die Ausgabe bis hin zur fachgerechten und nachweislichen Vernichtung von Kryptomaterial.

nach oben

Die Raketenbehälter sind ausgerechnet: Fertig zum Einsatz

Fertig zum Einsatz (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Optimierende

Eine Veränderung seines Berufsbildes ergibt sich - und das geht übrigens quer durch die Bundeswehr im sogenannten Sachgebiet 6 (Kommunikation/S6) - aus der „Aufrüstung“ von der „verdrahteten Kommunikation“ zur Datenverarbeitung und Internet-Telefonie: Vom "normalen Fernmelder" zum IT -Spezialisten, der im bestehenden Waffensystemnetz ein zweites, zusätzliches und eigenständiges Voice-over IP-Netz implementiert. Dabei werden für die Telefonie typische Informationen, das sind Sprache und Steuerinformationen beim Verbindungsaufbau über ein auch für Datenübertragung nutzbares Netz übertragen. Bei den „Gesprächsteilnehmern“ kann es sich nun sowohl um Computer, um auf IP-Telefonie spezialisierte Telefonendgeräte, wie auch um spezielle Adapter angeschlossener klassischer Telefone handeln. Als ursprünglicher Fernmelder ist er dann mit seinem Team auch für die Konfiguration des Netzes, dessen Überwachung und natürlich auch für die Fehlersuche verantwortlich. Damit werden die Fernmelder für die „schießende Truppe“ immer wichtiger, denn wenn das Fernmeldenetz nicht steht, gibt es keinen Datenaustausch zwischen den Staffeln und damit auch keine Sprechverbindungen mehr untereinander: Letztendlich gibt es auch keinen „scharfen Schuss“ mehr.

nach oben

Sven Fischer im Unterricht

Sven Fischer im Unterricht (Quelle: Luftwaffe/S. Fischer)Größere Abbildung anzeigen

Der Privatmensch

Sven Fischer ist verheiratet und seit dem Jahr 2006 auch Berufssoldat. Auch in seiner Freizeit beschäftigt er sich gerne mit seinem PC: Typisches Kennzeichen für einen PC-Freak? Ein weiteres Hobby, mit dem er erst hier vor Ort in den USA begonnen hat und dem er sich seit dem leidenschaftlich widmet, ist das Bowling. Und natürlich steht in den USA Reisen im Vordergrund. Denn auch wenn er – immer im Auftrag des Dienstherrn – kaum ein Bundesland Deutschlands nicht gesehen hat im Rahmen zahlreicher Lehrgängen und Übungen, so gibt es doch hier Landschaften, die es in Deutschland nicht gibt: Wüsten, Canyons,…

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 26.11.13 | Autor: TAWZ


http://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.team.uebun&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB060000000001%7C8MMC9K956DIBR