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Hauptsache gut angebunden

Bad Sülze, 07.11.2011.
Nur die abgestimmte und verifizierte Information rechtfertigt den Abschuß einer Patriot-Rakete. Eine gute Netz- oder Fernmeldeanbindung kann dabei zum Maß aller Dinge werden – eine Bestandsaufnahme des Fernmeldesystems der Flugabwehrraketenverbände.

Etablieren einer Richtfunktverbindung

Etablieren einer Richtfunktverbindung (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Das Waffensystem PATRIOT hat schon seit langem den Ruf, ein „schießendes Fernmeldesystem“ zu sein. Und tatsächlich: Der Anteil der Fernmeldekomponenten im Verhältnis zu den Waffensystemanteilen eines Flugabwehraktenverbandes liegt bei etwa 25 Prozent, Tendenz steigend. Der Dienstteilbereich FlaRak ist derjenige, der im Vergleich zu anderen Einsatzverbänden mit Abstand die höchste Anzahl von organischen Führungsunterstützungskräften vor Ort haben dürfte. Dies begründet sich durch die Notwendigkeit, das Waffensystem mobil, flexibel und räumlich disloziert einsetzen zu können.

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Hauptsache gut angebunden: Die getarnte Richtfunkanlage

Hauptsache gut angebunden: Die getarnte Richtfunkanlage (Quelle: Luftwaffe/Archiv)Größere Abbildung anzeigen

Ein breites Aufgabensprektrum

Dabei sind die Tätigkeiten und die Aufgaben des Führungsunterstützungspersonals sehr vielfältig und breit gefächert. Zu den klassischen „FlaRak- Fernmeldern“ gehören Richtfunktrupps (unterschieden in Endstellentrupps und Relaistrupps) mit einer bis zu 34 Meter hohen Antennenmastanlage, Fernmeldeschnittstellentrupps, Kurzwellenfunktrupps und auch Kabelbaukräfte. Deren Aufgabe ist es, die einzelnen Kampfstaffeln eines FlaRak- Einsatzkontingents untereinander und mit übergeordneten Gefechtsständen zu vernetzen, indem sie Sprach- und Datenanbindungen über Richtfunkstrecken mit 2x2 Megabit (MBit) Bandbreite herstellen. Fernmeldeschnittstellentrupp und Kurzwellenfunktrupp stellen Übergänge und Anbindungen an externe Daten- und Funknetze sicher. Dazu gehören zum Beispiel ein Control- und Reporting Center (CRC) oder auch eine Fregatte der Marine. Und selbst im Jahr 2011 sind Kabelbaukräfte unentbehrlich, die oft auch unter hoher körperlicher Anstrengung Feldkabelverbindungen realisieren müssen.

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Überblick über die neue Hardware

Überblick über die neue Hardware (Quelle: Luftwaffe/Robert Schmaler)Größere Abbildung anzeigen

Ein wichtiger Schritt in Richtfunk Zukunft

Während der Kampfwertanpassung 2 (KWA-2 / luftwaffe.de berichtete) wurde ein nicht unerheblicher Anteil neuer IT-Technik in nahezu jede Kabine des Waffensystems eingerüstet, um das sogenannte „Datentransportnetz FlaRak“ (DTN FlaRak) in möglichst viele Bereiche des operativen Verbandes zu etablieren. Dieses Netzwerk dient dazu, Sprache und Daten im gesamten FlaRak-Einsatzkontingent bis zur Einstufung „Geheim“ auszutauschen. In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies für nur einen Flugabwehrraketenverband - bestehend aus einem Anteil Geschwader-Gefechtsstand und 2 Flugabwehrraketengruppen mit je 5 Kampf-/Versorgungsstaffeln:

76 technisch umgerüstete Kabinen
76 SINA-Boxen (Schlüsselgeräte an den Endstellen)
152 Switche der Firma Cisco
126 IP-Telefone und IP-Fernsprechbedienpulte
24 Schlüsselgeräte für Richtfunkstrecken (Sitlink)
28 IP-Router

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Der Arbeitsplatz eines Administrators

Der Arbeitsplatz eines Administrators (Quelle: Luftwaffe/Markus Schwer)Größere Abbildung anzeigen

Neue Aufgaben - neue Dienstposten - neue Herausforderungen

Mit dem Schritt der KWA-2 haben sich die Aufgaben des Fernmeldepersonals nicht nur gewandelt, sie sind zudem auch umfangreicher geworden: Aus dem alten Fernmelder ist heute ein IT- Spezialist geworden. Umfangreiche Lehrgänge und Weiterbildungen des gesamten Personals waren notwendig, um das komplexe System überblicken, verstehen und administrieren zu können. Im Jahr 2009 wurden im Zuge einer STAN-Anpassung auch neue Dienstposten geschaffen, um der veränderten Technik gerecht zu werden. Die klassischen Trupp-Fernmelder werden seitdem durch sogenannte „Konfiguratoren“ und „Local Controller“ ergänzt, wobei es sich im eigentlichen Sinne um IT-Administratoren handelt. Sie sind Dreh- und Angelpunkt des Systems, ohne die ein Einsatz nicht denkbar ist.

Der Konfigurator administriert das Datennetzwerk der FlaRak

Der Konfigurator administriert das Datennetzwerk der FlaRak (Quelle: Luftwaffe/Markus Schwer)Größere Abbildung anzeigen

Ihre Aufgabe besteht darin, die neu eingerüstete Technik zu administrieren und für den jeweiligen Einsatzauftrag an die speziellen Gegebenheiten anzupassen. Sie überwachen während des Einsatzes rund um die Uhr die Einsatzbereitschaft der Technik und ergreifen Maßnahmen zur Störungsbehebung. Viele Erfahrungen mussten in den letzten Jahren im Umgang mit dem neuen Netz gesammelt werden, denn neue Technik sorgt oft auch für neue Herausforderungen, die es zu lösen gilt. Doch mit zunehmender Erfahrung kommt auch hier mehr und mehr Routine ins Spiel.

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Ein Richtfunk-Endstellentrupp mit Antennenmastanlage (AMA)

Ein Richtfunk-Endstellentrupp mit Antennenmastanlage (AMA) (Quelle: Luftwaffe/Robert Schmaler)Größere Abbildung anzeigen

Ausblick

Im April und Mai 2011 wurde das neue System bereits erneut an die aktuellen Entwicklungen angepasst. Für alle drei FlaRak-Verbände wurde die Anpassung an das IP-Adresskonzept der Luftwaffe realisiert. Dieser Schritt wurde erforderlich, da für die kommenden Jahre eine „Externe Anbindung FlaRak“ in Planung ist. Damit soll es möglich werden, ein Einsatzkontingent FlaRak über Firewalls und Sicherheitsgateways abgesichert via SATCOM an den Heimatstandort anzubinden. Das Spektrum der Spezialisten bei der FlaRak im Bereich des Sachgebiets 6 ist ernorm: Netzwerke, Cisco, Richtfunk, Software (Linux), Datenlinks, Kabelbau, IT-Sicherheit und künftig auch SATCOM sind herausfordernde Arbeitsgebiete. Dafür eröffnen sie aber dem Flugabwehrraketendienst der Luftwaffe ein modernes und attraktives Arbeitsfeld, bei dem Teamarbeit höchste Priorität hat. Wo auch immer der Weg für die FlaRak hinführt: Die Fernmelder kommen zuerst - und gehen zuletzt!

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Robert Schmaler


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