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Der Anwendungsprogrammierer

Birkenfeld, 09.02.2011.
Der Anwendungsprogrammierer Hauptfeldwebel Michael Simon arbeitet im Systemunterstützungszentrum Führungsdienste der Luftwaffe in Birkenfeld. Sein fachliches Metier ist seine Leidenschaft. Er ändert täglich die Informationsplattform der Luftwaffe, das sogenannte Führungsinformationssystem der Luftwaffe (FüInfoSysLw).

Hauptfeldwebel Simon bei der täglichen Arbeit

Hauptfeldwebel Simon bei der täglichen Arbeit (Quelle: Luftwaffe/Sven Fink)Größere Abbildung anzeigen

Ein (Führungs-) Informationssystem wie das der Luftwaffe besteht aus vielen Hardware- und Software-Komponenten. Sie müssen den aktuellen Anforderungen angepasst, verändert und optimiert werden, um neue Informationen zu einzubringen, darzustellen und austauschen. Ein Ausfall des Systems oder einfach nur fehlende Information beeinträchtigt die Arbeit aller Soldaten, da gegenseitiger Austausch von Informationen eine Grundlage der Zusammenarbeit ist. Wie in jeder „Firma“ auch, benötigen die Mitarbeiter beispielsweise eine Übersicht, welche Lehrgänge angeboten werden, wann und wo diese stattfinden. Daraufhin kann die Personalstelle eine Versetzung oder Abordnung beauftragen, die wiederum durch eine weitere Stelle finanziert wird: Nur ein Beispiel für eine Information, die gleich von drei Stellen in Anspruch genommen wird. Anwendungsprogrammierer wie Hauptfeldwebel Simon tragen dafür Sorge, dass derartige Informationen zeitnah ins Netz gestellt werden.

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Ein Team sieht mehr als eine Einzelperson

Ein Team sieht mehr als eine Einzelperson (Quelle: Luftwaffe/Sven Fink)Größere Abbildung anzeigen

Der Auftrag

Hauptfeldwebel Simon pflegt und verbessert die Informationsplattform der Luftwaffe (das sogenannte FüInfoSysLw) durch das Umsetzen neuer Anforderungen und Beheben von Fehlern. Dabei arbeitet er direkt an der Programmierebene des Systems und überprüft vorgenommene Änderungen. Zum Einsatz kommen hier neueste Technologien und Tools der Softwareentwicklung wie Eclipse, Java, Spring, Continuous Integration oder Issue-Tracking, um so das gesamte System aktuell und auf technisch neuestem Stand zu halten. Nicht nur reine Routine, sondern auch eigene Ideen und Konzepte zur Umsetzung der Anforderungen bringt der Anwendungsprogrammierer in seine tägliche Arbeit ein, die sich nahtlos in die vorgegebene „Software-Landschaft“ einfügen sollen. Warum ? – Weil Menschen Gewohnheitstiere sind. Aktualität ist zwar toll, aber nur genau so viel Aktualität, wie der Nutzer auch verkraften kann, um seinem Bedürfnis nach Orientierung Rechnung zu tragen. Der Programmierer ist also nicht nur Befehlsempfänger, sondern sucht immer nach einem tragfähigen Kompromiss aus Aktualität einerseits und dem, was er für subjektiv darstellbar hält, andererseits. Letzteres macht die Kreativität des Programmierers aus.

Die Intranetseite der Luftwaffe: Ein Produkt ausgiebiger Teamarbeit

Die Intranetseite der Luftwaffe (Quelle: Luftwaffe/)Größere Abbildung anzeigen

Um Forderungen und Wünsche des Nutzers gerecht zu werden, ist eine Projektteamarbeit erforderlich. Ein Projektteam besteht aus Programmierung, Qualitätssicherung, Projektmanagement und Konfigurationskontrolle. Hauptfeldwebel Simon arbeitet mit dem Team Hand in Hand zusammen. Nur im Team können Fehler schnell gefunden und behoben werden. Dies ermöglicht die Einhaltung geplanter Termine und stellt dem Nutzer somit die notwendigen Funktionalitäten rechtzeitig zur Verfügung. Der Programmierer stellt sich also darauf ein, dass er das Problem nicht allein beheben soll – sondern sein gesamtes Team. Dies schließt ein gewisses Maß an Kommunikation und Planungsfähigkeit mit ein.

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Qualität entsteht nur im Team

Qualität entsteht nur im Team (Quelle: Luftwaffe/Sven Fink)Größere Abbildung anzeigen

Mehrdimensionales Arbeiten

Aufgrund der Größe und der Komplexität des Systems arbeiten viele Personen in verschiedensten Aufgabengebieten zusammen. So ist die Arbeit direkt an der Hardware mit den dafür ausgebildeten Spezialisten immer wieder gefragt. Querschnittliche Funktionen werden von handelsüblicher Software bereitgestellt, die in das System integriert wird, beispielsweise bei Active Directory, Datenbanken oder Informationssystemen, die mit Wetterdaten arbeiten. Auch hier arbeitet Hauptfeldwebel Simon mit dem zuständigen Fachpersonal eng zusammen. Ein System wie das FüInfoSysLw muss ebenfalls in der Lage sein, mit anderen Systemen zu kommunizieren und Daten auszutauschen. Nicht nur nationale Systeme, wie das Führungsinformationssystem des Heeres oder der Streitkräfte, sondern auch internationale Informationsplattformen sind hiervon betroffen. Aus diesem Grund müssen bestimmte Standards vom Anwendungsprogrammierer implementiert und integriert werden, um einen problemlosen Datenaustausch der verschiedenen Systeme sicherzustellen. Dazu kommen noch ausgiebige Tests, damit die Verzahnung der verschiedenen Software im internationalen Umfeld auch funktioniert, sprich kompatibel ist.

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Zertifizierte Lehrgänge in neuesten Technologien

Zertifizierte Lehrgänge in neuesten Technologien (Quelle: Luftwaffe/Sven Fink)Größere Abbildung anzeigen

Umfangreiche und interessante Ausbildung

Um ein so weitreichendes Aufgabenfeld bewältigen zu können, ist nach einer erfolgreichen Eignungsfeststellung eine zielgerichtete Ausbildung notwendig. Hauptfeldwebel Simon durchlief dazu im heimischen Systemunterstützungszentrum eine grundlegende Ausbildung in der Softwareentwicklung - nach neuesten Standards und Technologien. Darin wurden verschiedene Programmiersprachen und Paradigmen gelehrt. Die Ausbildung wird sowohl von erfahrenen Programmierern als auch außerhalb der Streitkräfte in Industrielehrgängen - durchgeführt. Stetige Aus- und Weiterbildung sowie Interesse an neuen Ideen und Technologien sind für das Aufgabenfeld des Anwendungsprogrammierers unabdingbar. Aber es lohnt sich. Nicht umsonst werden gerade auch in diesem Tätigkeitsbereich immer wieder Zeitsoldaten zum Berufssoldaten übernommen.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Erich Prezewowsky


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