Jagel Flugsicherung wird europäisch
Kropp, 22.02.2012.
Ein Überprüfungsteam der militärischen Aufsichtsbehörde aus dem Amt für Flugsicherung der Bundeswehr hat die betroffenen Fluglotsen, Flugberater und Flugsicherungstechniker des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“ in Kropp überprüft. Um es gleich vorweg zu nehmen: Der Verband kann sich sehen lassen, denn seine Aktivitäten im Bereich Flugsicherung setzt internationale Akzente.

„Europa wächst zusammen – und die militärische Flugsicherung wächst mit!“ So könnte das Motto lauten zu der umfassenden und lange vorbereiteten Überprüfung, in der festgestellt werden sollte, ob die militärische Flugsicherung des Fliegerhorstes Jagel die strengen Anforderungen der Europäischen Gemeinschaft an das Vorhalten eines vorgegebenen Qualitätsmanagementsystems erfüllt.

Die Verpflichtung zur Einführung eines Qualitätsmanagementsystems in der Flugsicherung ist Bestandteil des Maßnahmenpakets zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Luftraums unter der Bezeichnung „European Single Sky“. Diese, von der deutschen EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2000 ins Leben gerufene Initiative, hat sich zum Ziel gesetzt, durch harmonisierte Regeln in den Mitgliedstaaten der Europäischen Gemeinschaft die sichere und wirtschaftliche Abwicklung des Luftverkehrs zu gewährleisten. Im Rahmen der Verantwortung für zivilen Flugverkehr in der Umgebung militärischer Flugplätze und in besonderem Maße bei der Durchführung von Flugsicherungsdiensten am zivilen Regionalflughafen Mazar-e Sharif in Afghanistan ist es selbstverständlich, dass auch die militärische Flugsicherung diesen internationalen Sicherheits- und Qualitätsstandards entspricht.
Bei der Überprüfung im Aufklärungsgeschwader 51“I“ stand insbesondere das Personal, aber auch die lückenlose Dokumentation und Beschreibung von Arbeitsprozessen und Verantwortungsbereichen im Vordergrund. Die Fragen reichten dabei von Kenntnissen über Mittel und Ziele des Qualitätsmanagements über Planung des Personaleinsatzes und der Personalregeneration bis hin zur Regelung der Zuständigkeit für die Zollabfertigung auf dem Fliegerhorst. Alle diese Aktivitäten fanden parallel zum üblichen Arbeitsablauf des Flugbetriebs statt.

Am Ende der arbeitsintensiven Woche wurde der Aufwand des Geschwaders durch das erwartete, aber durchaus nicht selbstverständliche Erfolgserlebnis in Form der Zertifizierung belohnt.
Schließlich überreichte der Leiter des Amtes für Flugsicherung der Bundeswehr, Oberst Werner Itzelberger, dem Kommodore des Aufklärungsgeschwaders 51 „Immelmann“, Oberst Hans-Jürgen Knittlmeier, die Zertifizierungsurkunde für das Qualitätsmanagement der Flugsicherungsdienste des Geschwaders.
Damit kann sich die Flugsicherung des Aufklärungsgeschwaders nicht nur in die Riege zertifizierter europäischer Flugsicherungsorganisationen einreihen. Mit den zusätzlichen militärischen Aufgaben, die im Verband aber vor allem im Auslandseinsatz in Afghanistan auf professionelle und souveräne Weise abgewickelt wurden, hat die Flugsicherung bewiesen, dass ihre Befähigung weit über die Anforderungen an ein ziviles Unternehmen hinaus geht. Eine Leistung, auf die das Team Luftwaffe zu Recht stolz sein darf.

