Litauische und deutsche Soldaten ziehen an einem Strang
Siauliai, Litauen, 11.03.2011.
Für die Hauptfeldwebel Markus Robben und Manfred Göke vom Jagdgeschwader 71 „Richthofen“, in Wittmund ist die Zusammenarbeit mit ihren litauischen Kollegen längst zur Routine geworden. Im Rahmen der Mission "Air Policing Baltikum" stellen sie die Schnittstelle zwischen der litauischen Einsatzstelle und der deutschen Luftfahrzeugtechnik sowie den Luftfahrzeugbesatzungen dar.

Der Luftraum der baltischen Staaten ist wie in Deutschland strukturiert. Es gibt Luftstraßen, Kontrollzonen und Lufträume, die zeitweiligen Beschränkungen für den zivilen Luftverkehr unterliegen. Bevor die in Siauliai stationierten Abfangjägern vom Typ F-4F Phantom zu einem Trainingsflug in den Luftraum von Litauen, Lettland oder Estland starten, muss der entsprechende Übungsluftraum, in einem klar definierten Zeitfenster, für den zivilen Nutzen gesperrt werden. Nur so kann der Luftraum effizient genutzt werden. Selbst bei einem eventuellen Alarmstart, darf es nicht zu Luftraumverletzungen kommen. Dieses System wird als Temporary Segregated Airspace (TSA, zeitweise getrennter Luftraum) bezeichnet.

Planung durch Kooperation
Neben der Buchung der Übungslufträume erstellen die beiden Hauptfeldwebel auch die Flugpläne für die litauische Einsatzstelle. Sie stehen hierbei unter ständigem Kontakt mit dem Wetterberater um witterungsbedingte Probleme zu vermeiden. Auch diese Aufgabe fordert Geschwindigkeit, Kooperation und Flexibilität.

Überwachen und Abfangen
Die deutsche Geschwaderleitstelle unterstützt die litauische Einsatzstelle in Kaunas bei Übungs- und Alarmflügen der Alarmrotte. Diese Übungs- und Alarmflüge dienen dem Command and Reporting Center (CRC, Luftverteidigungsgefechtsstand) in Kamelava, Nähe Kaunas. Sie geben den dort eingesetzten Controllern die Möglichkeit, ein aktuelles Luft-Lagebild zu erstellen und das Abfangen von Luftfahrzeugen (sogenannte „Intercepts“) durchzuführen.

Kernpunkt Information
Der Einsatz benötigt allerdings auch eine ständige Absprache über alle Einsätze der in Siauliai stationierten Alarmrotte, mit den Deutschen Stützpunkten. Sowohl das Führungszentrum Nationale Luftverteidigung in Kalkar als auch das Luftwaffenführungskommando in Köln müssen informiert werden. "Air Policing Baltikum" erfordert eine 24-stündige Einsatzbereitschaft aller zum Dienst eingeteilten Soldaten.
