Eine Ära neigt sich dem Ende zu
Fliegerhorst Kaufbeuren, 24.01.2012.
Nachdem die letzten Lehrgangsteilnehmer die Technische Schule der Luftwaffe 1 verließen, endeten 38 Jahre technischer Ausbildung am Waffensystem F-4 Phantom in Kaufbeuren.

Das Waffensystem McDonnell-Douglas „Phantom II“ wurde Anfang der 70er Jahre in den Versionen F-4F (Jagdflugzeug und/oder Jagdbomber) und RF-4E (Aufklärer) in die Lw eingeführt. Heute dient sie nur noch als Jagdflugzeug.

Mekka der Luftfahrzeugtechnik:
In knapp vier Jahrzehnten „F-4F und RF-4E – Ausbildung“ haben sich rund 10.000 Lehrgangsteilnehmer auf den Weg nach Kaufbeuren gemacht, um hier in den Fachlehrgängen für das Waffensystem Phantom die Fertigkeiten zur Durchführung ihrer technischen Tätigkeiten in den fliegenden und technischen Verbänden der Luftwaffe zu erlangen.
Die Ausbildung an der Technischen Schule erfolgte in den Bereichen:
- Luftfahrzeugelektronik, konkret in den Fachgruppen: Kommunikation, Flugregelung, Navigation, Feuerleitradar, Ausrüstung, Seitensichtradar (RF-4E)
- Luftfahrzeugmechanik, konkret in den Fachgruppen: Flugwerk, Hydraulik, Wartung, Klima, Triebwerk, Elektrik sowie in der
- Ausbildung von Luftfahrzeugwaffen und Rettungssystemen.

Wenn der Vorhang fällt
Hierbei wurden alle Tätigkeiten der Materialerhaltungsstufen 1 und 2 ausgebildet, in Ausnahmefällen auch darüber hinaus. Bis zum Dezember 2011 fand an der TSLw 1 ununterbrochen Ausbildung an der F-4 statt, denn der mehrfach verlängerte Einsatz der Phantom in der Luftverteidigungsrolle musste auch in den letzten Jahren in Form einer Regenerationsausbildung für das Waffensystem gewährleistet bleiben.
Was bleibt, ist die Ausphasung von unendlich viel Material, das verpackt, ausgesondert, gezählt und schließlich abgegeben werden muss – und Ausbilder, Instandsetzer und weiteres Unterstützungspersonal, dass sich über die enorme Zeitspanne von vier Dekaden mit dem Waffensystem F-4 verbunden fühlte …

