Startseite Bundeswehr

Sie sind hier: Startseite > Über uns > Team Luftwaffe auf Übung > Teamarbeit ist das, was uns stark macht

Teamarbeit ist das, was uns stark macht

Bad Sülze, 11.05.2011.
Aus dem kleinen Waldstück des Truppenübungsplatzes dringt ein dumpfes Motorengeräusch. Langsam und vollautomatisch erhebt sich über die Baumkronen ein schlanker Antennenmast, bis er senkrecht zum Stillstand kommt. Vier untereinander angebrachte Parabolantennen deuten darauf hin, dass hier in Kürze eine Richtfunkstrecke in Betrieb genommen wird. Sie bildet einen der Bausteine des Flugabwehrraketensystems Patriot. Die Soldaten, die diese Kommunikationskomponenten betreiben, sind Spezialisten für Informationstechnik. Unter ihnen ist Richard Wißmann, Hauptgefreiter und Fernmeldesoldat im Flugabwehrraketengeschwader 2 in Bad Sülze/Mecklenburg-Vorpommern.

Nur noch wenige Minuten bis zur Verbindungsaufnahme

Nur noch wenige Minuten bis zur Verbindungsaufnahme (Quelle: Markus Schwer)Größere Abbildung anzeigen

In Zeiten, in denen der Grundwehrdienst zum 1. Juli 2011 ausgesetzt wird, rücken Zeitsoldaten in der Laufbahn der Mannschaften immer mehr in den Fokus. Sie werden die Lücke in der Personalstärke der Bundeswehr kompensieren müssen, die durch das Fehlen der Grundwehrdienstleistenden entsteht. Eine Organisation wie die Bundeswehr mit wenigen Worten zu skizzieren ist kaum möglich, erst recht nicht in der Vielzahl der interessanten Verwendungsmöglichkeiten. Jungen Frauen und Männern bieten sich zukünftig noch mehr Chancen, sich kurz-, mittel- oder längerfristig an den Arbeitgeber Bundeswehr zu binden. So wie auch Hauptgefreiter Wißmann.

nach oben

Über diese Kabel läuft die Kommunikation

Über diese Kabel läuft die Kommunikation (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Ohne Fernmelder läuft nichts

„Ohne uns Fernmelder läuft nichts", sagt der Hauptgefreite stolz. Und damit hat er sicherlich nicht Unrecht. Denn für das Flugabwehraketensystem Patriot „ist die Kommunikation das A und O", weiß der Mannschaftsdienstgrad zu berichten. Beim beweglichen Patriot-System ermöglicht erst die Vernetzte Kommunikation ein optimales Zusammenwirken der Feuerkraft, um im Einsatz die Abwehr von Flugzeugen, ballistischen Raketen und Marschflugkörpern sicherzustellen.

Bis zu acht sogenannte Feuereinheiten (Launcher) werden mittels Lichtwellenleiter mit dem Feuerleitstand verbunden, um die notwendigen Daten auszutauchen. In ungünstigen Fällen kann dies auch per Funkgerät geschehen. „Launcher und Feuerleitstand stehen zwei bis drei Kilometer entfernt und bilden eine Kampfstaffel“ erklärt Wißmann. „Das Herstellen der notwendigen Kommunikationsverbindungen übernehmen die dort eingesetzten FlaRak-Soldaten selber.“

nach oben

Über das Notstromaggregat wird die AMG versorgt

Über das Notstromaggregat wird die AMG versorgt (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Einsatzbereit zu jeder Zeit

Um die Fernmeldeverbindung zwischen den einzelnen Kampfstaffeln beziehungsweise den Feuerleitständen zu gewährleisten, bedarf es aber einer Richtfunkverbindung. Zur Überbrückung der Strecke von bis zu 30 Kilometern werden in die Nähe eines jeden Feuerleitstandes ein mobiler Antennenmast und eine Fernmeldekabine platziert. „Der dazu gehörige Trupp besteht meist aus zwei Feldwebeln als Truppführer, zwei Unteroffizieren als deren Stellvertreter und uns Mannschaftssoldaten.“, so der Hauptgefreite. Gemeinsam schaffen sie die Voraussetzungen für die vernetzte Operation. „Mit der Antennenmastgruppe (AMG) errichten wir eine Richtfunkstrecke mit zwei 2 MBit/s-Bündeln, über die dann der komplette Daten- und Sprechverkehr abgewickelt werden kann, selbstverständlich sicher und verschlüsselt." Hauptgefreiter Wißmann ist in seinem Element, wenn er von der AMG spricht. 34 Meter hoch kann sie ausgefahren werden. Über 20 Tonnen bringen die Mastanlage und das geländegängige MAN-Trägerfahrzeug zusammen auf die Waage. Doch Richard Wißmann kann sich selbst erst in einigen Wochen ans Steuer des Lastkraftwagens setzen. Dann, wenn er den Führerschein der Fahrerlaubnisklasse CE in einer Bundeswehrfahrschule erworben hat. Heute sind er und seine Kameraden aber schon für Wartung, Instandhaltung und für die Überwachung des Betriebszustands der Mastanlage, der beiden Lastkraftwagen und der zugehörigen Fernmeldekabine verantwortlich.

„Teamarbeit und Kameradschaft wird bei uns ganz groß geschrieben", sagt der junge Soldat. „Wir trainieren ja für den Einsatz und da muss jeder Handgriff sitzen!" Für den Einsatz? Richard Wißmann hat bislang nur an den jährlichen Übungen und NATO Überprüfungen teilgenommen. „Das waren schon echte Highlights." Doch der 24jährige ist sich auch im Klaren darüber, dass es nicht nur bei Übungen bleiben muss und wird. „Ich bin Soldat und mir ist bewusst, dass die Bundeswehr in Einsätze geht. Damit muss man rechnen", sagt der Fernmeldesoldat deutlich.

nach oben

Richard Wißmann ist ein Team-Player

Richard Wißmann ist ein Team-Player (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Am Anfang stand das Unbekannte

Hauptgefreiter Wißmann arbeitet gerne im Team. Und vor körperlich anstrengender Arbeit drückt er sich auch nicht. Das war schon so, als der 24-jährige noch seine Fleischerlehre absolvierte und im Anschluss als Fleischergeselle im Akkord arbeiten musste. „Büroarbeit ist nicht so mein Fall, ich wollte schon immer etwas Praktisches mit den Händen machen. Und in der Fleischerei, wo man häufig unter hohem Zeitdruck arbeitet, muss man sich auch auf den - besser gesagt die - Kollegen, verlassen können. Sonst kommt man mit der Arbeit nicht hinterher. In einem gut funktionierenden Team zu arbeiten, hat mir schon immer gefallen." Ohne eine Spur von Wehmut blickt er auf seine Zeit als Fleischer zurück. „Im Nachhinein bin ich ganz froh, dass es so gelaufen ist und ich als Soldat auf Zeit (SaZ) meinen Platz in der Bundeswehr gefunden habe."

Richard Wißmann hatte klare berufliche Vorstellungen, als er das Gespräch mit einem Wehrdienstberater suchte. Hier brachte er seine Wünsche gezielt vor. „Man kann da schon Einfluss nehmen", sagt der Hauptgefreite heute. „Ich wollte als Soldat zur Luftwaffe und dort den Führerschein für Lastkraftwagen erwerben. So wurde mir der Dienstposten des Fernmeldesoldaten im FlaRakG 2 in Bad Sülze angeboten. Ich fand das sehr interessant und abwechslungsreich.“ Der 24-jährige Fleischergeselle verpflichtete sich daraufhin als Soldat auf Zeit (SaZ) für vier Jahre. Die Begründung liefert er direkt und ohne Umschweife: „Ich wollte die Bundeswehr richtig kennen lernen und da waren mir die neun Monate Grundwehrdienst einfach zu kurz“.

nach oben

Die AMG wird zum Aufbau vorbereitet. Erst die Stützen raus, dann die Antenne hoch

Die AMG wird zum Aufbau vorbereitet (Quelle: Luftwaffe/Sylvia Wiemers)Größere Abbildung anzeigen

Geplante Karriere in Bad Sülze

Im Oktober 2008 trat Wißmann seinen Grundwehrdienst an, um erst einmal zu sehen, ob er denn mit der Bundeswehr „klar kommt“ und wie sich seine Karrierechancen auf längere Sicht darstellen. Nach seiner Versetzung zum FlaRakG 2 erhielt er eine 14-tägige fachliche Ausbildung am Arbeitsplatz zum Fernmeldesoldaten. Durch kontinuierliche Übungen konnte er seine fachliche Qualifikation weiter vertiefen und so fiel seine endgültige Entscheidung für die Luftwaffe recht schnell. Noch während der 4-jährigen Verpflichtungszeit stellte der 24-jährige einen Antrag zur Verlängerung der Dienstzeit auf 12 Jahre mit einem Wechsel in die Laufbahn der Feldwebel. Auch privat veränderte sich Wißmann mittlerweile: er verlegte seinen Wohnsitz von Tharandt bei Dresden nach Bad Sülze.

Keine Sehnsucht nach dem alten Job in sicheren Gefilden? „Keine Spur", so Wißmann. „Ich würde mich jederzeit wieder für eine Verpflichtung entscheiden. Und außerdem: Wir werden hier gut ausgebildet, fachlich und militärisch“. Die Bandbreite der Aufgaben eines Fernmeldesoldaten in den unterschiedlichen Trupps eines FlaRakG ist sehr groß. Hierzu zählen das Verlegen von Feldkabelverbindungen über längere Strecken genau so, wie das Aufschalten digitaler Datenbündel an Vermittlungsanlagen. Einrichten von Endteilnehmern, Errichten und Betreiben von Richtfunkverbindungen sowie das Bereitstellen von Schnittstellen zu nationalen und internationalen IT-Systemen ergänzen dies auszugsweise. „Der Bedarf an interessierten jungen Frauen und Männern ist im Geschwader auf jeden Fall vorhanden“ so der Luftwaffensoldat. „ein wenig technisches Verständnis und Durchhaltevermögen vorausgesetzt, kann man es bei uns weit bringen. Auch im neuen „Freiwilligen Wehrdienst“ (FWD) gibt es hier in den bis zu 23 Monaten sicher gute Einsatzmöglichkeiten“ ergänzt er.

Hauptgefreiter Wißmann denkt da aber weiter. „Ich habe hier im Geschwader einen abwechslungsreichen Job gefunden, in dem jeder auf den anderen aufpasst. Und keine Frage: ich würde mich immer wieder so entscheiden, wie ich das vor drei Jahren getan habe."

nach oben

 

nach oben


FußFzeile

nach oben

Stand vom: 26.11.13 | Autor: Michael Bertram; Helmut Leipertz


http://www.luftwaffe.de/portal/poc/luftwaffe?uri=ci%3Abw.lw.team.uebun&de.conet.contentintegrator.portlet.current.id=01DB060000000001%7C8GQBAF533INFO