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Geschichte des Standortes Kalkar

Seit 1970 ist Kalkar Garnisonsstadt. Am 19. Januar 1970 bezog der Kommandostab der 3. Luftwaffensivision, die zuvor in Münster stationiert war, die neu erbaute Kasernenanlage auf dem Beginenberg.

Doch bereits ein halbes Jahr zuvor, am 20. Juni 1969, waren die ersten Soldaten in die heutige Von-Seydlitz-Kaserne eingezogen. Die Fernmelder der II. Abteilung des Fernmelderegimentes 11 waren die ersten Luftwaffensoldaten in Kalkar.

Der Aufgaben- und Einsatzbereich des Großverbandes 3. Luftwaffendivision war, geprägt vom kalten Krieg in den 70er- und 80er-Jahren, die Führung aller in der Nordhälfte der Bundesrepublik stationieren Luftangriffsverbände. Der geographische Zuständigkeitsbereich der Division erstreckte sich dabei in einer Linie Köln – Kassel bis hin zur dänischen Grenze. Rund 12.000 Soldaten und 2.500 zivile Mitarbeiter leisteten noch in den 80er-Jahren ihren Dienst in einem Aufklärungsgeschwader, vier Jagdbombergeschwadern, einem Flugkörpergeschwader sowie einer Waffenschule. Darüber hinaus gehörten zum Verantwortungsbereich der Kalkarer Division das Deutsche Luftwaffenübungsplatzkommando in Beja (Portugal), der deutsche Anteil bei der trinationalen Tornado-Ausbildungsorganisation in Cottesmore (Großbritanien), das Taktische Ausbildungskommando der Luftwaffe in Goose Bay (Kanada) sowie der deutsche Anteil des NATO-E-3A-Verbandes in Geilenkirchen.

Der Stab des Divisionskommandos, mit einem Zweisterne-General an der Spitze, umfasste 200 Soldaten und 60 zivile Mitarbeiter.

Doch auch am Standort Kalkar ging das politische Tauwetter seit Mitte der 80er-Jahre nicht vorbei. Mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten einher gingen auch Strukturreformen der Streitkräfte die zu einer Auflösung von Luftwaffenverbänden auch im Verantwortungsbereich der 3. Luftwaffendivision führten. Am 1. April 1994 wurde die Division am Standort Kalkar aufgelöst und in Berlin neu aufgestellt.

Der Standort Kalkar jedoch erfuhr trotz alledem eine Aufwertung, denn gleichzeitig wurde in der Kasernenanlage auf dem Beginenberg das Luftwaffenkommando Nord neu aufgestellt. Diese Kommandobehörde war, ebenso wie das Schwesterkommando in Meßstetten (Baden-Württemberg) auf der Korpsebene angesiedelt und umfasste den Kommandobereich zweier gemischter Luftwaffendivisionen mit ihren unterstellten Verbänden. Damit blieb die Führung der Luftwaffenverbände in der Nordhälfte der Bundesrepublik nach wie vor in Kalkar. Insgesamt gehörten zum Verantwortungsbereich des Luftwaffenkommando Nord rund 20.000 Soldaten und zivile Mitarbeiter an über 30 Standorten.

Der Kommandierende General des Luftwaffenkommando Nord im Range eines Generalleutnant, war jedoch nicht nur nationaler militärischer Führer der ihm unterstellten Verbände, sondern in Personalunion auch NATO-Kommandeur des NATO-Führungsgefechtsstandes Combined Air Operation Center 2 (CAOC 2), sowie Direktor des NATO-Planungsstabes für die alliierten Luftstreitkräfte, dem heutigen Joint Air Power Competence Centre (JAPCC).

Mit dem weitergehenden Reformationsprozess der deutschen Streitkräfte zu Beginn des neuen Jahrtausend wurde jedoch auch das Luftwaffenkommando Nord aufgelöste. Nur siebeneinhalb Jahre, bis zum 30. September 2001, hatte es existiert.

Doch der Standort Kalkar war auch hierdurch in seinem Bestand nicht gefährdet, denn anstelle des Luftwaffenkommando Nord trat am 1. Oktober 2001 das Kommando Operative Führung Luftstreitkräfte, das zum ersten male das heute geforderte Fähigkeitsprofil der deutschen Luftstreitkräfte abdeckt.

Heute zählt der Standort am Niederrhein zu den bedeutendsten Luftwaffenstandorten in Deutschland. Bedingt durch die enge Verzahnung von zwei NATO-Dienststellen - und einen auf den Einsatz ausgelegten, nationalen Kernstab - existiert eine sehr hohe Fachexpertise bei der Führung von multinationalen Luftstreitkräften in Kalkar. Durch die Einrichtung des "Nationalen Lagezentrums Sicherheit im Luftraum" zum 1. Oktober 2003 erfuhr der Standort auf dem Beginenberg eine weitere Aufwertung.

Unterstützt werden diese Einheiten bei der Durchführung ihrer Aufgaben durch ein exakt auf den Auftrag zugeschnittenes Bataillon, dem Luftwaffenunterstützungsbataillon, sowie dem Sektor für Informationstechnik 3. Die sanitätsdienstliche Versorgung wird durch das Sanitätszentrum Kalkar wahrgenommen.

Insgesamt leisten damit heute über 500 Soldaten und zivile Mitarbeiter ihren Dienst auf dem Beginenberg. Mit der Fertigstellung der Bunkeranlage auf dem Uedemer Paulsberg erfährt der Standort in naher Zukunft nicht nur eine erneute Aufwertung, sondern auch personellen Aufwuchs.

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Stand vom: 07.08.12


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