Der Einsatz in Afghanistan wird anerkannt
Aurich, 28.09.2009.
Anlässlich des ISAF (International Security Assistance Force) - Einsatzes von Oberst Tilo Maedler vom 15. März bis 11. Juli 2009 wurden die örtlichen Medienvertreter durch den Kommandeur der 4. Luftwaffendivision Generalmajor Peter Schelzig am Montag, den 20. September 2009 in die Auricher Blücher-Kaserne eingeladen.

Hier referierte der Kommodore des Flugabwehrraketengeschwader 1 „Schleswig Holstein“ in Husum, Oberst Maedler, ausführlich über seine dortige Verwendung als Deputy Chief of Staff und stellvertretender Kommandeur des deutschen Einsatzkontigent beim Regional Command North in Mazar-e-Sharif, die aktuelle Sicherheitslage und seinen Erfahrungen in dieser Zeit. Der Schwerpunkt seiner Tätigkeit war die Absicherung der Wahlen und die Vorbereitung und Durchführung von militärischen Operationen in Nordafghanistan.

Eine Erfahrung fürs Leben
“Der fordernde Einsatz der deutschen Soldaten und Helfer wird sowohl in der örtlichen Bevölkerung, als auch international positiv wahrgenommen“ unterstreicht der 43-jährige Maedler gleich zu Beginn des Pressegesprächs seine Erfahrung. Der deutsche Verantwortungsbereich erstreckt sich über eine Fläche von 160.000 km² mit einer Ost-West Ausdehnung von 1000 Kilometer. Die anwesenden Pressevertreter bittet Maedler, die Wahrnehmungen über dieses Land nicht nur auf den Süden und Kunduz zu beschränken, „denn es gibt in diesem Land durchaus viele Bereiche wo „normal“ und friedlich miteinander gelebt wird“. „In persönlichen Gesprächen mit afghanischen Lehrerinnen, durfte ich erfahren wie dankbar unsere Hilfe aufgenommen wird und wie positiv unsere Anwesenheit vor Ort gesehen wird“. Auch was sich die dortige Bevölkerung vom Leben erhofft, ist gar nicht so weit von unseren Hoffnungen und Träumen entfernt. Auf jeden Fall sind sie fest entschlossen, künftig ihre Zukunft in die eigene Hand zu nehmen. Für die Soldaten im Einsatz ist die Unterstützung von „Zuhause“ ein besonders wichtiges Signal. Auch die Besuche durch die Bundeskanzlerin, den Außenminister und anderen Vertretern des öffentlichen Lebens werden als hilfreiche Unterstützung gesehen.

Aus seinem Einsatz nimmt der verheiratete Vater von zwei Kindern mit: „sich künftig noch mehr an kleinen Dingen zu erfreuen, wie grünen Wiesen, oder einfach nur in einem netten Straßencafe zu sitzen und das Leben zu genießen“.

Großer Einsatz seitens der Luftwaffe
Aus dem Bereich der 4. Luftwaffendivision sind zur Zeit 310 Soldaten im ISAF-Einsatz. Seit dem Jahr 2003 sind in Afghanistan insgesamt etwa 4.500 Soldaten nur von der 4. Luftwaffendivision gestellt worden. Ab dem Jahr 2007 stellte allein die Division rund 1.000 Soldaten jährlich. Dies entspricht fast 40 Prozent des gesamten Anteils der deutschen Luftwaffe.Die Einsätze des RECCE Tornado belaufen sich mittlerweile auf über 3.000 mit mehr als 5.000 Flugstunden. 20.000 Bilder wurden geschossen und ausgewertet.

Aufgabenfelder der Bundeswehr im ISAF-Einsatz
Mit der Resolution 1386 hatte der Weltsicherheitsrat den ISAF-Einsatz , auf der Grundlage des Petersberger Abkommens (Vereinbarung der größten ethnischen Gruppen Afghanistans) im Dezember 2001 beschlossen. Der Deutsche Bundestag hat erstmals am 22. Dezember 2001 ein Mandat für die Beteiligung der Bundeswehr an diesem Einsatz erteilt. Die Kernaufgabe der ISAF-Kräfte ist nach wie vor die Unterstützung der afghanischen Regierung bei der Herstellung und Wahrung der Menschenrechte und der inneren Sicherheit, sowie der Schaffung funktionierender Verwaltungsstrukturen unter Berücksichtigung der afghanischen Tradition und Kultur. Auch die Hilfe bei dem Aufbau der afghanischen Polizei und der Armee, die Unterstützung bei der Auslieferung von humanitären Hilfsgütern und der geordneten Rückkehr von Flüchtlingen gehört zu den vielfältigen anderen Aufgaben dieser internationalen Truppe. Über 40 Staaten sind zur Zeit beim Wiederaufbau der „Muslimischen Republik Afghanistan“ engagiert.

Deutschland ist drittgrößter Truppensteller
Die deutschen Kräfte des Einsatzkontigents belaufen sich zur Zeit auf etwa 4.000 Soldaten. Zusätzlich können seit Juli diesen Jahres bis zu 300 zusätzliche Soldaten in AWACS (Airborne Warning and Control System)- Flugzeugen der NATO eingesetzt werden. Deutschland ist somit drittgrößter Truppensteller in diesem Land und trägt die Verantwortung für das Regionalkommando in Nordafghanistan.
