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Manager der Lüfte

Neuburg a.d. Donau, 06.06.2011.
Im Januar 2000 begann Oberleutnant Alexander Weber seine Bundeswehrkarriere im Jagdgeschwader 74 bei der Luftwaffe. Als der damalige Stabsunteroffizier während eines Auslandskommandos in Goose Bay / Kanada den örtlichen Tower besucht, war für ihn klar: Er wollte Flugsicherungsoffizier werden.

Der Lotse nutzt sein Fernglas

Der Lotse nutzt sein Fernglas (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Die Ausbildung zum Fluglotsen findet in einer der modernsten Ausbildungsstätten der Bundeswehr, an der Technischen Schule der Luftwaffe in Kaufbeuren, statt. Außerdem durchläuft ein Bewerber für diesen Berufsweg die allgemeinmilitärische Ausbildung zum Offizier, zum „militärischen Manager“. Neben diversen Sprachlehrgängen dauert das gesamte Ausbildungspaket drei bis vier Jahre.

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Oberleutnant Weber gibt Anweisungen für die Landung an den Pilot weiter

Oberleutnant Weber gibt Anweisungen (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Ein langer Weg, der sich lohnt

Nach Abschluss seiner fachlichen Ausbildung in Kaufbeuren zog es ihn wieder in das Jagdgeschwader 74 nach Neuburg zurück, um in seinem „alten Verband“ die Gelegenheit zu nutzen, mit dem modernen Kampfflugzeug Eurofighter zu arbeiten. Am Platz musste er sich dabei zunächst die lokalen Flugsicherungsverfahren, sowohl theoretisch als auch praktisch, aneignen. „Die Herausforderungen und die Aufgabenstellung sind in jedem Verband sehr speziell“, erklärt Alexander Weber. Doch schon bald sollte er die spezielle Weiterbildung auf dem Platz unter Anleitung von ausgebildeten Fluglotsen erfolgreich beenden. Seit dem wird er als eigenständiger Fluglotse auf dem Kontrollturm und in der Anflugkontrollstelle eingesetzt.

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Oberleutnant Weber vor seinem Arbeitsplatz, dem Tower beim Jagdgeschwader 74

Oberleutnant Weber vor seinem Arbeitsplatz (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Von wegen Routine

„Nein, wir stehen nicht mit Kellen an der Startbahn!“ Nicht selten muss Oberleutnant Weber seine Tätigkeitsbeschreibung als Fluglotse mit dieser Aussage beginnen. Fluglotsen sind die stillen Manager der Lüfte im Hintergrund. Auf dem Kontrollturm und der Anflugkontrollstelle (Radar) sorgt er für einen sicheren, reibungslosen und effizienten Verkehrsfluss. „Nach der mehrjährigen Ausbildung die Verantwortung tragen zu dürfen, war jeden Schweißtropfen wert“, so sagt er. „Jeder Tag bringt neue Überraschungen und Herausforderungen“, berichtet Oberleutnant Weber. Die Anzahl der abzuwickelnden Luftfahrzeuge und die Komplexität des Luftverkehrs sind für ihn jeden Tag unterschiedlich - und damit immer eine neue Herausforderung. Oberleutnant Weber bietet diesen Air Traffic Service (Flugsicherungsdienst) nicht nur militärischen Luftfahrzeugen. Auch zivile Maschinen sind bisweilen Gast auf dem Flughafen Neuburg. Eine Besonderheit stellt für ihn die Alarmrotte (QRA/Quick Reaction Alert) dar. Hierbei handelt es sich um zwei ständig bewaffnete Eurofighter, die im Ernstfall innerhalb von 15 Minuten starten müssen. Daher ist es für ihn durchaus normal, das ein oder andere Wochenende in QRA-Bereitschaft zu verbringen. „Meine Frau und meine Kinder haben sich an die Abwesenheiten gewöhnt und kommen damit gut zurecht“.

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Der Lotse koordiniert den Flugverkehr mit einer anderen Flugverkehrskontrollstelle

Der Lotse koordiniert den Flugverkehr (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Alles erreicht – im Team Luftwaffe

„Bei dieser abwechslungsreichen Tätigkeit ist Sicherheit das oberste Gebot“, mahnt der Offizier. Eine sichere Verkehrsabwicklung im Luftraum ist ohne Flugsicherung nicht vorstellbar. Durch geschicktes Steuern des Verkehrs wird für jeden Teilnehmer in der Luftfahrt Sicherheit gewährleistet. Und das alles kann nur im Team geschehen. „Da gehört auch das Gespräch mit den Piloten bei einer Tasse Kaffee dazu: Das Verhältnis zu unseren Piloten ist nicht vergleichbar mit der zivilen Luftfahrt. Bei uns gehört zu jeder Stimme auch ein Gesicht. Man kann hier wirklich vom Team Luftwaffe sprechen.“, fasst Weber das gute Arbeitsklima am Standort zusammen.
„Nach einem Besuch auf dem Tower in Goose Bay / Kanada war mir bewusst, dass Fluglotse mein Traumberuf ist. Heute kann ich stolz behaupten, dass ich mit einem tollen Team für Sicherheit im süddeutschen Luftraum sorge“ – und das in einem Berufsbild, in dem es eigentlich immer Bedarf gibt. Wen wundert`s, dass Weber mittlerweile auch noch zum Berufssoldaten ernannt wurde…

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: JG 74 Autorenteam


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