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Rund um die Uhr wachsam (Teil 1)

Deutschlandweit, 07.09.2011.
Der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe führt seit 50 Jahren Luftraumüberwachung und im Bedarfsfall die Einsatzführung zur Sicherheit des Luftraumes über Deutschland als integraler Bestandteil der NATO-Luftverteidigung (NATINADS) durch.

Bei jedem Wetter im Einsatz: Radarstellung der Luftwaffe
Bei jedem Wetter im Einsatz: Radarstellung der Luftwaffe (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Die heutige Struktur des Einsatzführungsdienstes umfasst drei Luftverteidigungsgefechtsstände, sogenannte CRC (Control and Reporting Center), einen verlegefähigen Gefechtsstand (Deployable Control and Reporting Centre/DCRC) sowie die übergeordnete Führungszentrale Nationale Luftverteidigung (FüZNatLV).

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Eine Collage der Luftverteidigung im Bild
Eine Collage der Luftverteidigung im Bild (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Auftrag

Der zentrale Auftrag des Einsatzführungsdienstes der Luftwaffe (EinsFüDstLw) ist die lückenlose Luftraumüberwachung und die taktische Führung von Luftstreitkräften, sowohl im integrierten Luftverteidigungsverbund der NATO als auch in Einsätzen des sogenannten erweiterten Aufgabenbereichs. Gemeint ist damit konkret die Überwachung von zugewiesenen Lufträumen sowie die Koordination von Maßnahmen zur Luftverteidigung. Dazu betreibt die Luftwaffe drei CRC und die Führungszentrale Nationale Luftverteidigung (FüZNatLV) mit 18 über Deutschland verteilten Radarstationen.

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Kind des kalten Krieges: Eine Radarstellung wird in den 70er Jahren aufgebaut
Kind des kalten Krieges: Eine Radarstellung wird in den 70er Jahren aufgebaut (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Arbeitsplätze beim Einsatzführungsdienst

Die Luftwaffe betreibt derzeit drei Generationen von Radareinrichtungen. Zunächst ist hier das ortsfeste Medium Power Radar (MPR) zu nennen. Die sechs in Deutschland stationierten Radargeräte wurden durch den französischen Hersteller Thales (vormals Thomson CSF ) unter Verwendung von Baugruppen der AEG-Telefunken wie Siemens in den 1970er Jahren entwickelt. Der Einsatzführungsdienst der Luftwaffe betreibt insgesamt sechs Sensoren des Typs Medium Power Radar (MPR) an den Standorten Brekendorf, Visselhövede, Auenhausen, Erndtebrück, Lauda und Freising. Die sechs Radargeräte wurden ab 1971 als weitreichende Luftraumüberwachungssensoren eingeführt.

Die Radarstellung auf dem Erbeskopf
Die Radarstellung auf dem Erbeskopf (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Als HADR (Hughes Air Defense Radar) ist das in der NATO vielfach eingesetzte Radargerät HR-3000 der Firma Hughes bekannt. HADR ist ein dreidimensional agierendes Radar und wird auch im nationalen Luftverteidigungsnetzwerk eingesetzt. Dazu sind in Deutschland insgesamt vier Geräte an den Standorten Brockzetel, Erbeskopf, Marienbaum und Meßstetten im Einsatz. Diese ursprünglich als Schiffsensoren konzipierten Radargeräte wurden ab 1984 in die Luftwaffe eingeführt. Die Beschaffung zweier Sensoren erfolgte durch die NATO, die übrigen wurden national finanziert.

Die Radarstellung „Großer Arber“
Die Radarstellung „Großer Arber“ (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Das RRP 117 ist bereits ein Luftraumüberwachungsradar, das im großen mit Halbleitertechnik arbeitet, einem Sekundärradar sowie Subsystemen zur Simulation der erfassten Ergebnisse. Das RRP 117 liefert Zielinformationen in Echtzeit und 3D in einem gesamten Erfassungsraum von rund 450 Kilometern Umkreis. Der EinsFüDstLw betreibt derzeit acht Sensoren vom Typ RRP-117 der Firma Lockheed Martin an den Standorten Elmenhorst, Putgarten, Cölpin, Gleina, Döbern, Döbraberg, Großer Arber und Berlin-Tempelhof.

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Die Verteilung der Luftraumüberwachung

Derzeit sind die drei Einsatzführungsbereiche (EFB) wie folgt verteilt:

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Collage rund um den Gefechtsstand Meßstetten
Collage rund um den Gefechtsstand Meßstetten (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatzführungsbereich 1 in Meßstetten

In seiner Verantwortung stehen in der Regel die Überwachung des süddeutschen Luftraums und die enge Koordination mit den südlichen Nachbarstaaten Deutschlands. Die Geschichte des Einsatzführungsbereichs 1 geht bis ins Jahr 1962 zurück. Bereits vor über 40 Jahren war Meßstetten als höchstgelegene Region auf der Schwäbischen Alb aus geographischen Gesichtspunkten ein besonders günstiger Standort für den Bau einer Radarstellung.

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Radom am Standort Erndtebrück
Radom am Standort Erndtebrück (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatzführungsbereich 2 in Erndtebrück

Der EFB 2 stellt auch die zentrale Ausbildungsstätte des Einsatzführungsdienstes. Am Standort Erndtebrück wird die gesamte lehrgangsgebundene Ausbildung aller Offiziere und Unteroffiziere des Einsatzführungsdienstes durchgeführt. Darüber hinaus wird diese Einrichtung auch von Lehrgangsteilnehmern aus anderen NATO-Staaten zur fachlichen Grundqualifikation genutzt.

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Blick in den Gefechtsstand des verlegbaren DCRC
Blick in den Gefechtsstand des verlegbaren DCRC (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatzführungsbereich 3 in Schönewalde/Holzdorf

Neben der stationären Luftraumüberwachung im Osten Deutschlands ist dort der verlegefähige Gefechtsstand DCRC (Deployable Control and Reporting Center) stationiert, der im Bedarfsfall weltweit eingesetzt werden kann. Dieser verlegungsfähige Luftverteidigungsgefechtsstand ist mit eigenen Funk- und Fernmeldemitteln ausgestattet, kann aber auch im Einsatzland an vorhandene Radar- und Funktechnik angebunden werden.

Das Luftraumüberwachungsradar im Einsatz
Das Luftraumüberwachungsradar im Einsatz (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Insbesondere das mobile Luftraumüberwachungsradar hat bereits positiv auf sich aufmerksam gemacht, da es bereits seinen scharfen Einsatz - und zwar zur Unterstützung des Airports in Mazar-e Sharif in Afghanistan - erfolgreich absolviert hat. Mit dem verlegbaren DCRC kann die Luftwaffe eine größere Basis in einem fernen Einsatzland etablieren, sofern eine Mindestinfrastruktur zur Verlastung der Container gegeben ist. Insgesamt ist die Luftwaffe mit den gegebenen Mitteln gut aufgestellt, um den Auftrag der Luftraumüberwachung und Einsatzführung zu gewährleisten.

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Stand vom: 21.09.11 | Autor: Jürgen KG. Rosenthal, Norbert Thomas


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