Internationales Flair und unterschiedliche Erkenntnisse
Heuberg, 29.06.2010.
Ganz unterschiedlich sind je nach Nation und Waffensystem die Erkenntnisse, die die Flugabwehr-Soldaten aus elf Staaten vom Heuberg am Ende der Woche mit heim nehmen werden. Einigkeit besteht über den Umfang des Gelernten: Es ist sehr viel.

Feldwebel Dennis van Oort, vom niederländischen Kommando Luftabwehr, zum Beispiel hat für seine Stinger-Stellung auf dem Heuberg festgestellt, dass die Jagdflugzeuge und Jagdbomber, die hier Ziele darstellen, erheblich schneller sind als der Learjet, mit dem zusammen daheim in den Niederlanden geübt wird. Er sagt: „Sie sind nicht so leicht als Ziel aufzufassen. Und jeder muss dazu exakt auf seinem Platz sein.“

Hauptmann Per-Steinar Troeite sitzt in der norwegischen Operationszentrale für fünf auf den Heuberg entsandte Komponenten und stellt fest, dass insbesondere das Zusammenwirken mehrerer großer Flugabwehrraketensysteme in verbundenen Operationen auf dem Truppenübungsplatz hervorragend funktioniert hat. „Das war eine gute Erfahrung“, so die Bilanz des Offiziers aus dem Oerland-Bataillon. Ebenso reibungslos sei die Zusammenarbeit mit der Übungsleitung verlaufen.

„Während ELITE 2010 ziehen wir alle am gleichen Strang und wollen gute Ergebnisse erzielen. Dazu bietet diese Übung ideale Voraussetzungen“, meint Oberleutnant Christian Wagner, der seinen Dienst in der 2. Batterie des österreichsichen Fliegerabwehrbataillon 3 leistet. Der Vergleich Österreichs mit anderen internationalen Partnern ist für ihn von großer Bedeutung: „Wir konnten dadurch sehen, wo wir stehen.“ Das kameradschaftliche Miteinander in der Gemeinschaft war für den Österreicher stets offen und freundlich. „Für uns ist alles zur vollsten Zufriedenheit abgelaufen“, so Christian Wagner.

Übungsmöglichkeiten, wie bei der Übung ELITE 2010 findet Leutnant Fernando Barba aus Spanien nur sehr selten. An derartigen Kampfführungsübungen können er und seine Soldaten nur zweimal pro Jahr teilnehmen. „Wir konnten hier sehr realitätsbezogen arbeiten“, erklärt der spanische Soldat, der am TCO Nasam System eingesetzt wird.

„Wir konnten hier sehr gut üben und waren voll ausgelastet“, bemerkt der aus Slovenien stammende Hauptfeldwebel Robert Hribernik. Viele Ziele aus unterschiedlichsten Nationen veranlassten den in der slovenischen Stadt Vrnika beheimateten Soldaten, mit seinem System die jeweils angemessenen Störmanöver einzuleiten.

Die große Anzahl an unterschiedlichen Nationen, die an dieser Großübung teilnehmen, beeindrucken den französischen Oberstleutnant Pascal Bourgis. „Die Zusammenarbeit der teilnehmenden Staaten war optimal und sehr realistisch“, bemerkt Bourgis.

Oberfeldwebel Sven Cobaut findet es außerordentlich interessant , das er gemeinsam mit seinen Kameradinnen und Kameraden bei ELITE das neue belgische System Video Distribution Team (VDT) operationell ausprobieren kann. „Dadurch sind wir in der Lage, Live-Bilder zu übertragen und in Echtzeit zu verfolgen“, meint Cobaut, der davon überzeugt ist, das die multinationale Zusammenarbeit geholfen hat.

Die hervorragende Zusammenarbeit mit den internationalen Übungsteilnehmern hat auch Frau Hauptmann Gamze Menteşe aus dem türkischen Dijarbarkir erfreut. „Für unsere Kameradinnen und Kameraden kann ich feststellen, dass ein effizienter Trainingseffekt für Personal und Material auf hohem Niveau gegeben ist.“

Der polnische Systemoffizier, Oberleutnant Mark Zylak ist das erste Mal bei ELITE dabei. Seit sechs Jahren übt Polen regelmäßig auf dem Heuberg mit. „Meine Aufgabe ist es, nach Luftfahrzeugen Ausschau zu halten und diese Informationen dann an bodengebundene Flugabwehrkräfte zur Bekämpfung weiter zu leiten“, erklärt Systemoffizier Zylak.

„Unser Jammersystem lässt sich bis auf eine Höhe von neun Metern ausfahren. Die großen Übungen begeistern mich immer wieder, da der Erfahrungsaustausch von erbeblichen Wert ist“, resümiert Thord Brundin aus Schweden. Sechs Mal waren die Männer und Frauen der Firma Saab Technologie bereits in Meßstetten auf dem Heuberg dabei.

