Force Protection - Flugabwehrfeldwebel bei der Luftwaffe
Wittmund/Schortens, 28.10.2010.
„11.00 Uhr, zwei Flugzeuge, Entfernung 8.000“, ertönt es über Funk von einem der Beobachter. Der Adrenalinspiegel des Stinger-Truppführers steigt. Jetzt wird sich zeigen, ob er das Erlernte punktgenau abrufen kann. Noch ist nicht zu erkennen, ob es sich um feindliche oder eigene Flugzeuge handelt.

„Entfernung 6000, Rot Rot! - die Flugzeuge gehören nicht zu uns.“
Jetzt muss alles rasend schnell gehen. Eine Zielabsprache, der Schütze nimmt das Ziel auf - und dann gibt der Truppführer die Feuererlaubnis. Mit einem lauten Zischen verlässt der Flugkörper das Rohr auf der Schulter von Oberfeldwebel Langier. Die kleine Rakete schießt in den blauen Himmel – und trifft ihr Ziel mit einem ohrenbetäubenden Knall.

„Getroffen“ – und zwar die richtige Wahl
Als „abwechslungsreich, fordernd und verantwortungsvoll“ beschreibt Oberfeldwebel und Ausbilder Daniel Langier seine Aufgabe bei der Luftwaffe. Er ist als Flugabwehrfeldwebel Fliegerfaust bei der 4. Staffel des Objektschutzregimentes der Luftwaffe „Friesland“ eingesetzt.
Im Jahr 2004 trat der aus Brandenburg stammende, gelernte Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik zunächst als Freiwillig Wehrdienstleistender seinen Dienst bei der Bundeswehr an.
Nach 13 Monaten Dienstzeit als Mannschaftsdienstgrad verpflichtete er sich als Soldat auf Zeit und beantragte den Wechsel in die Laufbahn der Feldwebel. Über seine gesundheitliche Eignung und den zu erbringenden Nachweis seiner körperlichen Leistungsfähigkeit machte er sich keine Sorgen: Als Spieler in einer American Football Mannschaft und aktiver Snowboarder brachte ihn diese Untersuchung nicht in Bedrängnis.

Richtige Entscheidung zum richtigen Zeitpunkt
Flugplätze gegen Bedrohungen aus der Luft zu schützen, zählt zu den Standardaufträgen der Flugabwehr im Objektschutz der Luftwaffe. Das erfordert Reaktionsvermögen und Ausdauer sowie Geschick und Kraft.
Kraft? - Ja, denn allein die Fliegerfaust bringt es auf das stattliche Gewicht von knapp 16 Kilogramm. Eine richtige Entscheidung unter Zeitdruck treffen zu müssen, erfordert Wissen, Kompetenz und eine gewisse Portion Mut. Eine frühzeitige und verlässliche Erkennung von Flugzielen innerhalb der Reichweite seiner Waffe ist eine immer wiederkehrende Herausforderung an den Vorgesetzten und sein Team. Die Auslösung der Waffen zum richtigen Zeitpunkt ist eine höchst verantwortungsvolle Tätigkeit, deren Erfolg oder Misserfolg spezifisch ausgebildete Soldaten und Charaktere erfordert.

Teamwork ist wichtig
Ausbildungsschwerpunkte wie die Luftfahrzeugerkennung, Orientierungsmärsche, die Waffenausbildung und eine intensive Einsatzausbildung im Flugabwehr-Simulator bestimmen den Dienst des engagierten Oberfeldwebels. Sein Auftrag besteht vor allem darin, mit seinem Trupp schnell flugabwehrfähig zu sein, um Kräfte, Anlagen und Objekte vor Angriffen aus der Luft zu schützen.
„Ich arbeite gern im Team, es macht mir großen Spaß mit anderen Menschen gemeinsam zu arbeiten, Wissen und Meinungen auszutauschen. Das erweitert meine Basis, auf der meine Entscheidungen letztendlich stehen. Ich schätze den Zusammenhalt und die Kameradschaft. Erfahrungen, die ich in meinem Berufsleben vor der Bundeswehr in so hohem Maße nicht erlebt habe“, erklärt Oberfeldwebel Langier.

Abschalten von der täglichen Konzentration
Entspannung nach einem anstrengenden und fordernden Arbeitstag findet Daniel Langier im Kreise der Familie und seiner Freunde. Nach Feierabend und an den Wochenenden kann er beim American Football - aktiv - so richtig „Dampf ablassen“ und gleichzeitig von den dienstlichen Erfordernissen abschalten.
Bei Black Music, Soul und Hip-Hop sucht er Ausgleich und Entspannung vom Alltag. Dabei träumt er auch schon einmal, so verriet Langier, von „der kleinen Reise nach Neuseeland“. Die möchte er später einmal mit seiner Partnerin und dem gerade erst auf die Welt gekommenen Nachwuchs unbedingt „antreten“. Spricht`s und dreht mit einem Augenzwinkern den Bass auf.




