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Change happens – aber mit Augenmaß

Köln-Wahn, 25.07.2011.
Ob Leitender beim Schießen oder auch Ausbilder im Gelände: „Draußen zu sein“ hat Hauptfeldwebel Kindling damals wie heute begeistert. Drei mal war er im ISAF-Einsatz. Und obwohl er heute einen Bürojob hat, ist er dennoch nicht mit seiner Situation unzufrieden: Er plant das Führungsunterstützungspersonal für die Einsätze ein.

Einsatzrealität. Gerade Fernmeldepersonal steht immer wieder im Fokus

Einsatzrealität. Gerade Fernmeldepersonal steht immer wieder im Fokus (Quelle: Kindling)Größere Abbildung anzeigen

Eigentlich wollte Hauptfeldwebel Kindling seine Zeit bei der Bundeswehr als Zeitsoldat im Rang eines Stabsunteroffizier nach acht Jahren beenden und zurück ins Zivilleben, zu seinem alten Ausbildungs- und Arbeitgeber, der Deutschen Bahn AG. Doch es sollte anders kommen…

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Kindling in seiner Fernmeldekabine im Einsatz

Kindling in seiner Fernmeldekabine im Einsatz (Quelle: Kindling)Größere Abbildung anzeigen

Wenn sich das Personalkarussel dreht

Damals arbeitete er im Fernmeldesektor 114 in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn in einer der größten Vermittlungen der Luftwaffe. Tägliche Entstör- und Wartungsfahrten gehörten zum Alltag, genauso wie das Einrichten von neuen Teilnehmern an der Vermittlung oder das Beheben von Störungen im Telefonverkehr. Mit 17 abgesetzten Fernmeldestationen respektive Vermittlungen von Düren bis Koblenz war er in seiner Zeit als Telekommunikationselektroniker viel und gerne unterwegs.
Heute weiß jeder, dass es die lokalen Vermittlungen in der Weise wie früher nicht mehr gibt. Es wurde rationalisiert – und eigentlich könnte man an dieser Stelle erwarten, dass Kindling zurück zur Deutschen Bahn gehen würde.
Doch es kam anders. Da man sich in der Personalbearbeitung der Bundeswehr – neben anderen Parametern – in erster Linie am Bedarf orientiert, wurde Kindling aufgrund seiner gezeigten außerordentlichen Vielseitigkeit und Selbständigkeit gebraucht.

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Die „Schaltzentrale“ Kindlings in Köln-Wahn

Die „Schaltzentrale“ Kindlings in Köln-Wahn (Quelle: Kindling)Größere Abbildung anzeigen

Change happens

Im Personalkarussel eines Tätigkeitsfeldes, in dem die Bundeswehr eigentlich immer Bedarf hat, wurde er schneller als gedacht „nach oben geschleudert“: Heute ist Kindling Berufssoldat - Pech für die Bahn.
Wer sich außerordentlich einsatzfähig zeigt, der kommt im Bereich Kommunikationstechnik an den Führungsunterstützungsbereich der Luftwaffe in der Luftwaffenkaserne Köln-Wahn nicht vorbei. Hier ist der „ehemalige, technische Außendienstmitarbeiter“ heute für die Einsatzplanung des Personals eingesetzt, sieht die Luftwaffe heute aus einer ganz anderen Perspektive.
„Als ich meine neue Funktion besetzte, war mir sofort klar, dass ich nicht mehr als Techniker dauernd unterwegs sein werde, sondern nun meinen Dienst größtenteils am Computer versehen werde.“
Die dem Führungsunterstützungsbereich der Luftwaffe unterstellten IT-Sektoren sind nun seine ständigen Anlaufpunkte im Bereich Übung und Einsatz, wo Kindling die Einsatzplanung des Personals für die Einsätze ISAF und KFOR koordiniert. Hier empfiehlt er die seitens des Luftwaffenführungskommandos A 1b vorgegebenen Einsatzdienstposten zur Besetzung.
Der Einsatzstatus und die Einsatzbelastung sind hierbei ein entscheidender Faktor: „Nicht nur die Einsatztauglichkeit muss passen“, bemerkt Hauptfeldwebel Kindling, „auch das Gleichgewicht der Einsatzbelastung der unterstellten Bereiche“.
Sobald mehrere Personalmeldungen der IT-Sektoren für einen Einsatzdienstposten bei Ihm eintreffen, prüft er, wie oft die ausgewählten oder freiwilligen Kandidaten im Einsatz waren. „Es bringt nichts, immer die gleichen in den Einsatz zu schicken“, sagt Hauptfeldwebel Kindling, „auch andere müssen die Chance erhalten, Einsatzerfahrung zu sammeln, zumal ein Auslandseinsatz einen wichtigen Punkt für die weitere Zukunft des Soldaten in der Bundeswehr darstellt.“
Bis jetzt gab es übrigens immer mehr als genug Freiwillige, die in einen Einsatz freiwillig gehen wollten, bemerkt Kindling und unterstreicht dies auf rheinische Art mit dem nach oben gerichteten Daumen: „Toitoitoi!“

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Ein Mann für alle Fälle: Kindling als Leitender beim Schießen

Ein Mann für alle Fälle: Kindling als Leitender beim Schießen (Quelle: Kindling)Größere Abbildung anzeigen

Kameradschaft und Entspannung machen stark

Dabei ist ausrechnet Fernmeldepersonal schon im Grundbetrieb „ständig Mangelware“ – nicht nur bei der Bundeswehr. Erstaunlich um so mehr, dass es immer wieder ausreichend Freiwillige gibt, die einen Einsatz auf sich nehmen, denn schließlich hinterlassen diese im Grundbetrieb eine Lücke, die bei einer Mangelverwendung umso deutlicher ausfallen muß. Dass dies im Team Luftwaffe aber dennoch nicht zu einem Problem führt, muß was mit der sprichwörtlichen Kameradschaft zu tun haben, die das entstehende Fehl kompensiert, egal, ob fachlich eng am Funkgerät oder allgemeinmilitärisch auf der Schießbahn: „Ich kann mich selbst als Glückspilz bezeichnen. Ich hatte nicht nur immer Super-Kameraden, sondern auch das Glück, mit einigen meiner Kameraden aus meiner alten und neuen Einheit in den Einsatz gehen zu können.“
Und neben diversen anderen dienstlichen Aufgabenfeldern findet Kindling auch noch Zeit, sich in der Unteroffizierskameradschaft des Führungsunterstützungsbereiches der Luftwaffe zu engagieren.
Als Ausgleich zum regulären Dienst freut sich Kindling nach Dienst zuallererst auf sein zu Hause, denn dort kann er sich mit seinem kleinen Sohn befassen wie auch seiner Leidenschaft: Dem Lesen. Natürlich treibt er auch Sport. Neben Fahrradfahren und Schwimmen betreibt er zudem Karate: „Man muss ein gesundes Maß zwischen Dienst, Familie und Sport finden. Das habe ich für meine Familie und mich gefunden. Lesen für den Geist und Karate für den Körper, denn ich sehe Karate nicht als Kampfsport, sondern als Möglichkeit, auch den Körper zu entspannen.“

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Kameradschaft ist wichtig: Foto mit den Kameraden im ISAF-Einsatz

Kameradschaft ist wichtig: Foto mit den Kameraden im ISAF-Einsatz (Quelle: Kindling)Größere Abbildung anzeigen

Mobilität kennzeichnet die Streitkräfte von morgen

Hauptfeldwebel Kindling war selbst bereits drei Mal im ISAF-Einsatz. Die Erfahrungen, die er dort gemacht hat, kamen Ihm nicht nur persönlich zu Gute, sondern auch dienstlich. Durch die Einblicke in das Einsatzleben und die damit einhergehenden Entbehrungen kann er die dort gemachten Erfahrungen in seinen heutigen Dienstbetrieb und damit in seine Entscheidungsfindung miteinfließen lassen. Viele wichtige Belange für die Einsatzvorbereitung, den eigentlichen Einsatz und die Rückkehr des Soldaten fallen ebenfalls in den Aufgabenbereich von Hauptfeldwebel Kindling. Sei es die Einsatzfähigkeit des Soldaten, die Erstellung von Verlegebefehlen, der Hinweis zu Familienbetreuungszentren oder die Präventivkur, die jeder Soldat nach einem Einsatz beantragen kann: Kindling hilft jedem Soldaten, wo es möglich ist. Dass der Hauptfeldwebel sich so sehr für seine Kameraden einsetzt, hat auch was mit seiner eigenen dienstlichen Vergangenheit zu tun, die ihn immerhin mehrfach in verschiedene berufliche Richtungen bugsierte. Daraus hat Kindling die entsprechenden Schlüsse gezogen: Rechtzeitige Information lässt so manches Ärgernis gar nicht erst aufkommen. Die Wertschätzung dieser an sich plausiblen Tatsache bekommt unter seiner Ägide das angemessene Gewicht. Die Art und Weise, wie Kindling sein Tätigkeitsfeld mit Hinblick auf die Informationsversorgung organisiert hat, ist transparent, zielorientiert und kameradschaftlich, mit einem Wort: Vorbildlich.

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: FüUstgBer Köln


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