RecceLite - "Auftrag ausgeführt"
Jagel, Mazar-e Sharif, 12.10.2010.
Am 22. September 2010 hat Verteidigungsminister Dr. Karl-Theodor zu Guttenberg in Absprache und in voller Übereinstimmung mit Außenminister Dr. Guido Westerwelle entschieden, die beim Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif stationierten Aufklärungstornados aus Afghanistan abzuziehen. Noch in diesem Jahr werden die Maschinen mit dem modernen RecceLite demnach wieder im Grundbetrieb im norddeutschen Jagel eingesetzt. Aber wofür steht RecceLite eigentlich ? Vorweg genommen: Das Kürzel steht für modernste digitale Technik.


Mit dem Einsatz des RecceLite-Pod (Reconaissance Litening Targeting Pod) wird eine deutlich höhere Qualität der Aufklärungsergebnisse und eine verbesserte Auswertemöglichkeit erzielt. Das System ist in der Lage, hochauflösendes digitales Bildmaterial bei Tage und Nacht mit Hilfe von Infrarot- und optischen Sensoren aus niedrigen und mittleren Höhen sowie in einem weiten Einsatzradius zu sammeln.
Ein Mehrfachabtastverfahren - kombiniert mit der Möglichkeit von hohen Schwenkungsgraden der Optiken - ermöglicht es, bei hoher Fluggeschwindigkeit und voller Manövrierfähigkeit des Tornados, hochwertige Aufklärungsergebnisse zu erzielen. Die dabei zur Verfügung stehende Möglichkeit der Übermittlung der digitalen Daten noch während des Fluges an die Bodenauswertungsstation, der „Ground Exploitation Station“ (GES), tragen zu einem hochaktuellen Lagebild bei und erhöhten damit in Vergangenheit unmittelbar den Schutz der ISAF-Truppen.

Das RecceLite System besteht aus dem eigentlichen Bordbehälter, der digitalen Breitband-Datenübertragungsverbindung und der Bodenauswertungsstation mit jeweils vier Auswerteplätzen. Es wurden vier Systeme beschafft, also jeweils die betreffenden Pods, eine Datenübertragungsstation und eine Auswertestation. Das entspricht im Einsatz einer operationellen Befähigung von mindestens zwei Aufklärungsmissionen pro Tag.
