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Keine Herausforderung ausgelassen

Uedem, 20.09.2011.
Hauptfeldwebel Michael Nienhuysen administriert bei der Führungszentrale Nationale Luftverteidigung in Uedem/Kalkar einsatzwichtiges IT-Gerät. Und nicht nur da. So ziemlich alles im IT-Bereich - bis hin zum Einsatz - hat der emsige Hauptfeldwebel in Sachen IT schon gesehen.

Teamarbeit im Lagezentrum: Gemeinsam mit einem Kameraden administriert Hauptfeldwebel Nienhuysen (links) die Rechner im neuen Lagezentrum

Teamarbeit im Lagezentrum: Gemeinsam mit einem Kameraden administriert Hauptfeldwebel Nienhuysen (links) die Rechner im neuen Lagezentrum (Quelle: Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Die Soldaten und Mitarbeiter der Führungszentrale Nationale Luftverteidigung nehmen ihre verantwortungsvolle Tätigkeit aus einem hochmodernen Gefechtsstand in einem Erweiterungsbau der Luftverteidigungsstellung Uedem-Paulsberg wahr. Von hier aus wird der gesamte militärische Luftverkehr überwacht.

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Kabelsalat? Nicht für Michael Nienhuysen!

Kabelsalat? Nicht für Michael Nienhuysen! (Quelle: Michael Nienhuysen)Größere Abbildung anzeigen

Neue Herausforderungen für eine neue Einrichtung

Die Infrastruktur ist das eine, doch das Herzstück der Anlage ist ihre hochmoderne, auf den Auftrag zugeschnittene Hard- und Software. Hauptfeldwebel Michael Nienhuysen steht gerade vor einem Serverschrank. Ein kaum zu überschauendes Kabelgewirr und unzählige blinkende LEDs präsentieren sich ihm. Das, was für den Laien chaotisch wirkt, zeigt dem Fachmann sofort den Status aller Systeme. Kein Fehler bleibt dem erfahrenen Portepee-Unteroffizier verborgen. Michael Nienhuysen ist IT-Systemadministratorfeldwebel und seit April 2010 in Uedem bei der Führungszentrale Nationale Luftverteidigung (FüZNatLV). „Ich wollte einfach was anderes machen“, so die Begründung von Hauptfeldwebel Nienhuysen zu seiner Versetzung an den Niederrhein. „Ich habe über die letzten Jahre die verschiedensten IT-Systeme kennengelernt“, so Nienhuysen und denkt dabei an die Einheitsebene mit ihren Arbeitsplatzrechnern, genauso, wie an die Systeme einer Höheren Kommandobehörde und an die Besonderheiten der IT eines Gefechtsstandes: „Jetzt kommt die Hard- und Software des Einsatzführungsdienstes noch hinzu“, so der Hauptfeldwebel zufrieden: Wieder eine neue Herausforderung für den PC-Freak.

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Alles im Blick: Hauptfeldwebel Michael Nienhuysen an seinem Arbeitsplatz in Uedem

Alles im Blick: Hauptfeldwebel Michael Nienhuysen an seinem Arbeitsplatz in Uedem (Quelle: Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Eine bemerkenswerte Lehrgangsbiografie

Neue Herausforderungen schätzt der verheiratete Vater eines vierjährigen Sohnes sehr. Als einen seiner wichtigsten Schritte bezeichnet er die Versetzung ins Luftwaffenamt im Jahre 2001, wo der gelernte Radio- und Fernsehtechniker im Fernmeldesektor 113 zunächst als Fernmeldespezialist und Fernmeldemechanikermeister eingesetzt war. „Das war noch richtige Fernmelderei“, lacht Nienhuysen und erzählt, wie er noch Strippen gezogen, Telefone repariert und Telefondosen angeschraubt hat. „Das, was die Telekom „draußen“ gemacht hat, das haben wir bei der Bundeswehr „drinnen“ gemacht. Vor zehn Jahren erhielt ich dann die Möglichkeit, in den Bereich Informationstechnik einzusteigen.“ Und da Hauptfeldwebel Nienhuysen immer weitsichtig plant, hatte er sofort erkannt, dass in diesem Bereich auch bei der Luftwaffe die Zukunft liegt: Rund 30 Lehrgänge (!) und Schulungen hat er seitdem durchlaufen und besucht: Netzwerk-Architektur und -management, Aufbau und Funktion von Serverbetriebssystemen wie Windows oder Linux, IT-Sicherheit bis hin zur Lotus-Notes-Administration. „Die meisten dieser Ausbildungen finden ganz oder teilweise bei Anbietern aus der Industrie statt, weil gerade in den Anfangsjahren die Fachexpertise und Lehrgangskapazitäten bei der Bundeswehr noch nicht in Gänze vorhanden war.“ Weiterbildung sei ganz wichtig, speziell in dieser Branche, weiß der Fachmann: „Da gibt es keinen Stillstand, da muss man immer auf dem neuesten Stand bleiben.“

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Hauptfeldwebel Nienhuysen (links) in Mazar-e Sharif

Hauptfeldwebel Nienhuysen (links) in Mazar-e Sharif (Quelle: Michael Nienhuysen)Größere Abbildung anzeigen

Der Einsatz als I-Tüpfelchen

Eine besondere Herausforderung war für ihn der Einsatz in Mazar-e Sharif. Von September 2009 bis Januar 2010 war Nienhuysen als Administrator beim Einsatzgeschwader Mazar-e Sharif eingesetzt. „Ich wollte auch mal die IT im Einsatz kennenlernen“, so Nienhuysens Motivation. An Systemen, die es hier gar nicht gäbe, habe er dort arbeiten können, erzählt er, und erinnert sich zum Beispiel an die speziellen Flugplanungssysteme in den Gefechtsständen. „Außerdem waren wir IT’ler dort auch Allrounder. Dazu gehörte auch das kaputte Telefon oder die Einweisung in das Tetrapol-Fernsprechgerät.“ Dass alle an einem Strang gezogen haben, das habe ihn am meisten beeindruckt: „Alle haben auf das gleiche Ziel hin gearbeitet“, so Michael Nienhuysen, um „den Nutzern ein lauffähiges Netzwerk bereitzustellen.“ Die Einrichtung der Operationszentrale für die CH 53-MedEvac-Bereitschaft in Kunduz war sein persönliches Highlight der vier Monate in Afghanistan. „Da haben wir anfangs einen nackten Container vorgefunden“, so Nienhuysen, „und haben mit viel Arbeit und Improvisationstalent vom Netzwerk übers Telefon bis hin zum Funk alles bereitstellen können. Auch dort haben alle an einem Strang gezogen, und viele Leute haben über den Tellerrand hinausgesehen, um die Truppe aus Mazar-e Sharif bei ihrer Arbeit zu unterstützen.“

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Sport – so wie hier beim Strongman-Run in Weeze – ist die große Leidenschaft von Michael Nienhuysen

Sport – so wie hier beim Strongman-Run in Weeze – ist die große Leidenschaft von Michael Nienhuysen (Quelle: Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Auch privat engagiert

Auch als Mensch hat der begeisterte Sportler vieles mitgenommen. „Man wird reifer und der Blick für das Wesentliche wird geschärft.“, glaubt Michael Nienhuysen, der sich auch über diesen Einsatz hinaus für Afghanistan und vor allem für die Schwächsten – die Kinder des Landes – engagieren will. Aus diesem Grunde ist er heute Standortrepräsentant bei „Lachen Helfen“ und unterstützt die Hilfsorganisation Kinderberg International: „Ich finde es toll, wie diese Vereine sich engagieren und was sie aus ihren Möglichkeiten machen“, so Michael Nienhuysen.

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Das Dorf Ghandaki in Afghanistan

Das Dorf Ghandaki in Afghanistan (Quelle: Klaus Sattler)Größere Abbildung anzeigen

Der Blick für das Wesentliche

Herausforderungen spornen seinen Pragmatismus an. Auch die Lehmhütten in dem bitterarmen afghanischen Bergdorf Ghandaki waren so ein Auslöser und spornten ihn zu vielfältigen Projekten im Einsatzland an: „Solche Bilder schärfen den Blick für das Wesentliche.“ Seit der Rückkehr aus Afghanistan administriert der engagierte Portepee-Unteroffizier nun die komplexen Systeme des Nationalen Lage- und Führungszentrum Sicherheit im Luftraum. Mit dem Umzug des Lagezentrums in die neuen Räume hat er die erste große Herausforderung dort schon hinter sich. Aber Ruhe kehrt trotzdem nicht ein, dazu sind die Anforderungen an die Technik bei dieser verantwortungsvollen Aufgabe viel zu groß. Seit einigen Wochen ist Hauptfeldwebel Nienhuysen im Schichtdienst eingesetzt und ist zufrieden damit. „So habe ich mehr Zeit für meine Familie“, meint Nienhuysen, „vor allem für meinen Sohn.“

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Klaus Sattler


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