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Hautnah - Führungskräfte erleben den Alltag in der Luftwaffe

Die Luftwaffe hautnah kennen zu lernen - das war der Wunsch von 18 Führungskräften aus Wirtschaft, Verwaltung und Politik, die im Laufe des 8. Oktober 2006 in der Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth eintrafen. Neben vielfältigen Informationen über Waffensysteme, Ausbildungseinrichtungen und aktuelle Entwicklungen in der modernen Bundeswehr ging es vor allem darum, ihnen einen möglichst authentischen Eindruck vom soldatischen Berufsalltag zu vermitteln.

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Erst wird geübt - dann wird geschossen: Ausbildung am Gewehr G 36

Erst wird geübt - dann wird geschossen: Ausbildung am Gewehr G 36 (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Raus aus dem Büro und rein in die Truppe

Bereits am Folgetag, nach Einkleidung und einer Einführung in den Formaldienst, wurden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen eines feierlichen Gelöbnisses zu Offizieren mit dem vorläufigen Dienstgrad Oberleutnant ernannt. Im Flecktarn-Feldanzug, der für die kommenden zwei Wochen das Business-Outfit ersetzte, sowie untergebracht in der Kaserne, waren die Wehrübenden jetzt nicht mehr außenstehende, passive Beobachter, sondern selbst aktive Angehörige des Teams Luftwaffe. Betreut von der 14. Kompanie des Luftwaffenausbildungsregiments 3, sowie Angehörigen des Luftwaffenamtes, absolvierten die frisch ernannten Damen und Herren Oberleutnant in den folgenden zwei Wochen ein umfangreiches Programm, wobei es am Standort Roth zunächst um die Themen Innere Führung und eine allgemeine Vorstellung der Luftwaffe ging. Breiten Raum nahm der aktuelle Transformationsprozess ein, mit dem sich die deutschen Streitkräfte auf veränderte politische Rahmenbedingungen und neue Anforderungen durch zahlreiche Auslandseinsätze einstellen. Transformation - Wandel und Umbruch - war quasi der rote Faden, der sich durch die gesamte Veranstaltung zog. Aber auch die praktischen Fertigkeiten kamen nicht zu kurz: Als Soldaten unterzogen sich die Wehrübenden schon in den ersten Tagen einer Waffen- und Schießausbildung am Gewehr G 36, der Pistole P8 und setzten das Erlernte im Schießsimulator um.

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Zahlreiche Verbände, Rüstungsunternehmen und Ausbildungseinrichtungen hießen die Teilnehmer willkommen

Der Dienst in Uniform war aber nicht nur auf die Otto-Lilienthal-Kaserne in Roth beschränkt, sondern beinhaltete auch Besuche bei anderen Verbänden, Rüstungsunternehmen und Ausbildungseinrichtungen der Luftwaffe.

Erste Station war das EADS-Werk in Manching, wo die Wehrübenden die Produktion des modernsten Waffensystems der Luftwaffe - des Eurofighters - kennen lernten und sich umfassend über neue Formen der Kooperation zwischen Bundeswehr und Industrie in der Form der so genannten Public Private Partnership informierten.

Nur wenige Kilometer entfernt ist das Jagdgeschwader 74 in Neuburg an der Donau Bestandteil der integrierten NATO-Luftverteidigung und stellt kontinuierlich eine Alarmrotte zur Sicherung des deutschen Luftraumes zur Verfügung. Nach der Begrüßung durch den Kommodore konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer selbst ein Bild von der Leistungsfähigkeit des Geschwaders machen: Nur gut acht Minuten nach der Alarmierung - und damit deutlich schneller als in den geforderten 15 Minuten - stiegen zwei F-4F Phantom auf, die Aufgaben im Rahmen "Air Policing" wahrnehmen können.

Die Technische Schule der Luftwaffe 1 in Kaufbeuren stellte am folgenden Tag ihr Leistungsspektrum vor. Nach einem Vortrag über die Gliederung, den Auftrag und die Ausbildungsmöglichkeiten der TSLw 1 folgten Einweisungen in die Ausbildungsabläufe an den Waffensystemen Tornado und Eurofighter, immer nach der Maxime, einen möglichst praxisnahen Eindruck zu vermitteln. Der Einblick in die Ausbildung des militärischen Flugsicherungspersonals rundete das informative Programm in Kaufbeuren ab.

Widrige Witterungsbedingungen am Morgen verzögerten leider den Abflug der Wehrübenden von Füssen mit drei Bell UH-1D zum Standort des Lufttransportgeschwaders 61. Doch das Warten wurde mit einem einmaligen Erlebnis belohnt: Bei strahlendem Sonnenschein ging es in rund einer Stunde über die herbstliche bayerische Gebirgswelt nach Penzing. Dem engen Zeitplan geschuldet, musste hier das Programm leider etwas gestrafft werden, denn bereits am Nachmittag verlegte die Gruppe an Bord einer Transall C-160D nach Köln-Wahn.

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Brigadegeneral Broekelschen begrüßte die Wehrübenden in Köln

Die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung, neben Berlin hauptsächlich in Köln stationiert, stellte ebenfalls ausgesprochen praxisorientiert ihr Leistungsspektrum vor. Vor allem der Lufttransport von Kranken und Verwundeten - Medical Evacuation (MedEvac) - stieß auf großes Interesse, zumal sich die Wehrübenden aus erster Hand über solche Missionen bei einem aktiven Piloten, der unter anderem bei der Tsunami-Katastrophe 2004 im Einsatz war, informieren konnten. Aber auch der Airbus in VIP-Ausführung war zur Besichtigung freigegeben.

Dass bei aller Technisierung der Luftwaffe Aspekte des Umweltschutzes von der Bundeswehr aktiv berücksichtigt werden, wurde bei einem Rundgang durch die an das Flughafengelände angrenzende Wahner Heide nahe gebracht.

Nach einem ersten - und einzigen - freien Tag in Zivilkleidung startete die zweite Woche mit hochkarätig besetzten Gesprächsrunden im Führungszentrum der Luftwaffe. Nach der Begrüßung durch Brigadegeneral Hanspeter Broekelschen sowie Briefings zu Aufgaben und Organisation der Höheren Kommandobehörden der Luftwaffe in Wahn stellten sich der Befehlshaber des Luftwaffenführungskommandos, Generalleutnant Aarne Kreuzinger-Janik und der Amtschef, Generalmajor Winfried Gräber, den Fragen der Wehrübenden. In der lebhaften und mit großer Offenheit geführten Diskussion ging es naturgemäß erneut um das Thema Transformation und die Herausforderungen, denen sich eine moderne Luftwaffe aktuell zu stellen hat.

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Sicher gelandet - zurück in Penzing

Sicher gelandet - zurück in Penzing (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Über Növerich und Fürstenfeldbruck führte die Reise zurück nach Roth

Mit einem Besuch des Jagdbombergeschwaders 31 "Boelcke" in Nörvenich bekamen die Wehrübenden Gelegenheit, ein weiteres wichtiges Waffensystem der Luftwaffe, den Panavia PA 200 Tornado, genauer in Augenschein zu nehmen. Neben umfassenden Besichtigungen einer Maschine und deren Bewaffnung gab es erneut Gelegenheit, den Start mehrerer Kampfflugzeuge live an der Runway zu verfolgen.

Mit einer Transall nach Bayern zurückgekehrt, starteten die Wehrübenden der Offizierschule der Luftwaffe in Fürstenfeldbruck einen Besuch ab. Briefings sowie Gespräche mit Lehrgangsteilnehmern des laufenden Offizierlehrganges vermittelten ein umfassendes Bild über die Professionalität der Ausbildung an der OSLw. Am Ehrenmal der Luftwaffe und der Luftfahrt legten die Wehrübenden einen Kranz nieder und gedachten mit einer Schweigeminute der Toten der Luftstreitkräfte und der Luftfahrt, die im Krieg und Frieden ihr Leben verloren haben.

Zurück in Roth lernten die Wehrübenden noch einen weiteren wichtigen Teil der Luftwaffe kennen: die Flugabwehrraketenverbände. Die 2. Staffel der Flugabwehrraketengruppe 23 führte umfassend in die Technik des Waffensystems Patriot ein, das die Wehrübenden anschließend als Static Display in natura ausgiebig in Augenschein nehmen konnten.

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Leben in der Lage - am Ende zeigten die Wehrübenden was sie gelernt haben

Die letzten Tage der Wehrübung standen vor allem im Zeichen der soldatischen Praxis. Auf der Standortschießanlage wurden die ersten Schüsse mit echter Munition abgegeben und an verschiedenen Stationen Fertigkeiten wie das Zurechtfinden im Gelände, Beobachten/Melden, der Umgang mit dem Feldtelefon und das Leben im Felde geübt. Ein abendliches Biwak rundete das Programm ab.

Am nächsten Tag galt es nun, das Gelernte im Rahmen einer Militärpatrouille umzusetzen. In drei Teams hatten die Wehrübenden je sechs Aufgaben zu lösen, die sie auch körperlich forderten. Brigadegeneral Broekelschen ließ es ich nicht nehmen, die Gruppen zu begleiten und an einzelnen Stationen wie dem Seilsteg, der den Teilnehmerinnen und Teilnehmern ein gewisses Maß an Selbstüberwindung abverlangte, aktiv mitzumachen. Bewertet wurden neben den objektiven Kriterien wie Zeit und Punktezahlen auch das Führungsverhalten und das Zusammenwirken im Team. Die glücklichen Sieger wurden im Rahmen eines abendlichen Oktoberfestes geehrt. Fröhlich, aber auch mit etwas Wehmut über das nahe Ende ihrer Zeit bei der Luftwaffe, feierten die Wehrübenden zusammen mit Ausbildern und Betreuern bis spät in die Nacht.

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Schön war's im Team Luftwaffe

Schön war's im Team Luftwaffe (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Professionelle Organisation und einmalige Erfahrungen beeindruckten die Teilnehmer

Im Evaluierungsgespräch am Schlusstag zogen alle Beteiligten eine uneingeschränkt positive Bilanz der beiden Wochen, die wie im Fluge vergangen waren. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Wehrübung, nach der Auskleidung wieder in Zivilisten verwandelt, hoben die guten, offenen Gespräche, den hohen Informationsgehalt sowie die straffe, aber sehr professionelle Organisation durch das Team des Luftwaffenamtes und des Luftwaffenausbildungsregimentes in Roth hervor. Die Damen und Herren Oberleutnant sind inzwischen wieder in ihren beruflichen Alltag zurückgekehrt. An die Informationswehrübung erinnern sie aber nicht nur eine Ernennungsurkunde zum Oberleutnant, sondern viele neue Eindrücke und Erfahrungen aus einer unvergesslichen Zeit bei "ihrer" Luftwaffe. Und genau das war schließlich der Zweck der Informationswehrübung.

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Stand vom: 25.11.13 | Autor: Michael Lorsch


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