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Die Luftwaffe beendet ihren Einsatz im Baltikum

Fliegerhorst Ämari, 07.01.2016.
Vier Monate lang haben 180 Soldaten und fünf Eurofighter die Außengrenze des NATO-Luftraums über dem Baltikum gesichert. Jetzt endet der deutsche Beitrag zur Verstärkung des Air Policings in Estland. Die ersten Jets sind bereits wieder sicher in Nörvenich gelandet. In Ämari übernimmt ab sofort die belgische Luftwaffe.

Das deutsche Einsatzkontingent bei der Übergabe-Zeremonie.

Das deutsche Einsatzkontingent bei der Übergabe-Zeremonie. (Quelle: Luftwaffe/VAPB PAO)Größere Abbildung anzeigen

Bei eisigen Temperaturen unter minus 20 Grad traf das belgische Einsatzkontingent ein. Und spätestens mit der Landung der F-16- Kampfflugzeuge auf der Airbase in Ämari war für alle Kontingentangehörigen des vierten deutschen Einsatzkontingentes klar, dass sich der Einsatz im Rahmen des Verstärkten Air Policings (VAPB) dem Ende nähert. Über vier Monate lang waren die deutschen Soldatinnen und Soldaten auf der Air Base, rund 50 Kilometer von der Hauptstadt Tallinn entfernt, stationiert. Unter dem Kommando der NATO und zusammen mit dem ungarischen NATO-Partner, der seine Kampfflugzeuge vom Typ Jas 39 Gripen auf einem Militärflugplatz im litauischen Šiauliai stationiert hatte, stellten die deutschen Soldaten und Soldatinnen den Schutz des NATO-Luftraums über den baltischen Staaten sicher.

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Eurofighter starteten zu über 300 Flügen

Deutsche Eurofighter und ungarische SAAB JAS 39 Gripen schützten gemeinsam den NATO-Luftraum.

Deutsche Eurofighter und ungarische SAAB JAS 39 Gripen schützten gemeinsam den NATO-Luftraum. (Quelle: Luftwaffe/VAPB PAO)Größere Abbildung anzeigen

Von September 2015 bis Januar 2016 gab es einen klaren Auftrag: die Sicherung und den Schutz der NATO-Außengrenze. Nach Übernahme der Verantwortung von den britischen NATO-Partnern wurden bis Anfang Januar über 300 Flüge durchgeführt und dabei rund 30 russische Flugzeuge durch internationalen Luftraum begleitet. Anders als bisher war das auch in der Nacht möglich. Die Piloten waren erstmals mit Nachtsichtgeräten ausgestattet. Eine technische Neuerung, die ihre Feuertaufe auch im Einsatz hervorragend bestand.

Deutsche Eurofighter begleiten russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-22M durch internationalen Luftraum.

Deutsche Eurofighter begleiten russische Langstreckenbomber vom Typ Tupolew Tu-22M durch internationalen Luftraum. (Quelle: Luftwaffe/VAPB PAO)Größere Abbildung anzeigen

Sichergestellt wurde der Auftrag durch fünf Eurofighter aus Nörvenich und gut 180 Soldatinnen und Soldaten, unterteilt in insgesamt vier Kontingente. Während des Einsatzes, der mit Tagestemperaturen von rund 20 Grad begann und nun Anfang Januar bei bis zu minus 25 Grad endet, erwiesen sich die Kampflugzeuge vom Typ Eurofighter als äußerst zuverlässig. „Ich bin beeindruckt von der Leistung der Soldatinnen und Soldaten hier im Einsatz. Durch ihre professionelle und sehr engagierte Arbeit im Kontingent konnte jederzeit die Einsatzfähigkeit der Eurofighter gewährleistet werden“, fasste der Kontingentführer des Deutschen Kontingentes, Oberstleutnant Gerd Schnell, den Einsatz im Baltikum zusammen.

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Fly-Out der deutschen Eurofighter

Deutsche Eurofighter verlassen Estland.

Deutsche Eurofighter verlassen Estland. (Quelle: Luftwaffe/VAPB PAO)Größere Abbildung anzeigen

Mit Ankunft des belgischen Einsatzkontingentes verließen die ersten Eurofighter Estland und flogen zurück zu ihrem Heimatstandort in das nordrhein-westfälische Nörvenich. Wie der Großteil der Kontingentangehörigen stammen auch die Eurofighter von dem dort ansässigen Taktischen Luftwaffengeschwader 31 „Boelcke“. Nachdem Oberstleutnant Schnell die deutschen Eurofighter beim Combined Air Operation Centre in Uedem aus dem „heißen Status“ abgemeldet hatte, flogen am 06.01.2016 zwei weitere Eurofighter vom tief verschneiten Militärflugplatz in Ämari ab.

Der erste Eurofighter landet wieder sicher in Nörvenich.

Der erste Eurofighter landet wieder sicher in Nörvenich. (Quelle: Luftwaffe/Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

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Estnischer Verteidigungsminister dankte den deutschen Soldaten

Das deutsche Einsatzkontingent bei der Übergabe-Zeremonie. Am Rednerpult ein Vertreter der deutschen Botschaft.

Das deutsche Einsatzkontingent bei der Übergabe-Zeremonie. Am Rednerpult ein Vertreter der deutschen Botschaft. (Quelle: Luftwaffe)Größere Abbildung anzeigen

Im Rahmen eines feierlichen Übergabeappells wurde die Verantwortung an den belgischen NATO-Partner übergeben. Dabei waren auch zahlreiche Gäste wie der estnische Verteidigungsminister Hannes Hanso sowie Vertreter der belgischen und deutschen Botschaft. Hochrangige Militärvertreter aus Estland, Belgien und Deutschland gaben der Zeremonie einen besonders feierlichen Rahmen. Darunter auch der belgische Air Chief Generalmajor Frederik Vansina. Als ranghöchster deutscher Militärvertreter nahm Generalleutnant Joachim Wundrak teil. Der General ist nicht nur als Kommandeur des Zentrums Luftoperationen der nationale Befehlshaber für das deutsche Kontingent, sondern trägt auch als Commander des Combined Air Operations Centre auf der NATO-Seite die Verantwortung. Verteidigungsminister Hanso dankte in seiner Ansprache den deutschen Soldatinnen und Soldaten für ihre Arbeit im Baltikum: „Ihre Arbeit ist ein sichtbares Zeichen der Bündnissolidarität und ich freue mich, dass sie auch 2016 wieder die Verantwortung im Rahmen des Air Policings übernehmen werden“, betonte der Minister.

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Vorbereitungen für das achte Air Policing angelaufen

Umgehend nach Ende der feierlichen Zeremonie wurde der letzte Eurofighter für den 2.200 Kilometer langen Überflug nach Deutschland vorbereitet. Pünktlich um 15:45 Uhr hob das Kampflugzeug von Ämari in Richtung Deutschland ab. Mit einem kurzen Überflug über die Air Base verabschiedete sich der letzte deutsche Jet und beendete die siebte Teilnahme am Air Policing Baltikum. Ein Großteil des Kontingentes wird ihm einen Tag später mit einem Transportflugzeug in Richtung Nörvenich folgen. Ein kleiner Rest des Personals, der für den Abbau und die Verladung des noch vor Ort stehenden Gerätes verantwortlich ist, bleibt noch bis Mitte Januar in Estland. Trotz der Freude auf die Heimat ist der Abschied vom Baltikum aber nur von kurzer Dauer. Deutschland hat auch für 2016 die Teilnahme am Air Policing angezeigt und wird daher schon im kommenden Herbst wieder die Verantwortung für das Air Policing im Baltikum übernehmen und nach Ämari zurückkehren. Für das achte Air Policing Baltikum laufen bereits erste Vorbereitungen.

Zwei Eurofighter aus Ämari auf dem Weg in den heimatlichen Shelter.

Zwei Eurofighter aus Ämari auf dem Weg in den heimatlichen Shelter. (Quelle: Luftwaffe/Toni Dahmen)Größere Abbildung anzeigen

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Stand vom: 17.02.16 | Autor: Marcel Lücke


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