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Visionen für die Missile Defence

El Paso, Texas, USA, 02.05.2011.
Der Einsatzwert von Waffensystemen, insbesondere im internationalen Umfeld, wird zunehmend bestimmt von den Netzwerk- und Vernetzungsfähigkeiten. Mit dem „Surface-to-Air-Missile-Operations-Center“, kurz SAMOC, verfügt die Luftwaffe über einen – auch in der NATO und Europa – einzigartigen Gefechtsstand. Vertreter der Rüstungsfirma Northrop Grumman und des Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrums Flugabwehrraketen der Luftwaffe (TAWZ) tauschten ihre Erfahrungen und Ideen aus.

Radarstellung während der Übung Rolling Shield in Fort Bliss

Radarstellung (Quelle: Luftwaffe/TAWZ FlaRakLw USA)Größere Abbildung anzeigen

Auf Einladung des Kommandeurs Taktisches Aus- und Weiterbildungszentrum Flugabwehrraketen der Luftwaffe (TAWZ), Oberst Volker Samanns, war eine hochrangige Delegation der Firma Northrop Grumman (NG) nach El Paso/Texas geladen worden, wo die Luftwaffe ihre modernsten Flugabwehrkomponenten unterhält und ausbildet.

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Vortrag des Kommandeurs TaktAusbWbZ FlaRakLw USA

Vortrag des Kommandeurs (Quelle: Luftwaffe/Timo Schwegmann)Größere Abbildung anzeigen

Eine Kooperation zum gegenseitigen Nutzen

Northrop Grumman ist ein weltweit agierendes US- amerikanisches Unternehmen mit mehr als 75.000 Mitarbeitern, das Produkte, Systeme und technischen Service für die zivile wie auch militärische Luftfahrt entwickelt, produziert und betreut. Die Firma, die für den Bau mehrerer NATO-Kampfjets verantwortlich zeichnet, ist aber auch in anderen Rüstungsbereichen tätig. Die Industrievertreter, unter der Leitung des ehemaligen US-Botschafters Dr. Jon Glassman, jetzt „Director for Government Policy“ bei NG, vertraten in ihrer Funktion als Abteilungsleiter wesentliche Geschäfts- und Entwicklungsbereiche des Unternehmens und verfügten insbesondere auf Grund der überwiegend vorhandenen militärischen Vergangenheit über detaillierte Erfahrungen und Kenntnisse im Bereich internationaler und US – nationaler Missile Defense (Flugabwehrraketendienst).

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Gruppenfoto

Gruppenfoto (Quelle: Luftwaffe/Timo Schwegmann)Größere Abbildung anzeigen

Das SAMOC – Herzstück der Missile Defense

Nach einem kurzen Einweisungsvortrag des Kommandeurs in die Geschichte, den Auftrag, die Organisation und die mögliche weitere Entwicklung des TAWZ erläuterte Oberstleutnant Mark Probst gemeinsam mit Hauptmann Ingo Jenning den Aufbau, die Funktionalitäten und zukünftige Entwicklungsoptionen des Surface to Air Missile Operations Centers FlaRak, kurz genannt, „SAMOC“. Die fachkundigen Zuhörer zeigten sich überaus beeindruckt von der auf NATO – Standards basierenden Informationsbereitstellung über alle Führungsebenen und den sich daraus ergebenden, vielfältigen Einsatzmöglichkeiten des SAMOC innerhalb der NATO – Luftabwehr - aber auch darüber hinaus. Sie bekundeten insbesondere ihr Interesse am umfangreichen Integrations- und Aufwuchspotential des Systems hinsichtlich der Anbindung nationaler und internationaler Air and Missile Defense - Waffensysteme (AMD / Luftabwehr und Flugabwehrraketendienst) sowie anderer bodengebundener und luftgestützter Sensorik.

Blick in den Gefechtsstand SAMOC

Blick in den Gefechtsstand SAMOC (Quelle: Luftwaffe/TAWZ FlaRakLw USA)Größere Abbildung anzeigen

Der anschließend durch Hauptmann Jens Schollbach vorgestellte Bereich Simulations- Analyse,- Auswerte-, Planungs- Experimentalverbundssystem FlaRak, kurz „SAAPES“, zeigte die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten des erst unlängst am Taktischen Aus- und Weiterbildungszentrum in die operationelle Nutzung genommenen Simulations- und Experimentalsystems, das völlig neue Möglichkeiten im Bereich der vernetzten Operationsführung erschließt und seine Bewährungsprobe anlässlich nationaler wie internationaler Übungsvorhaben bereits mit ausgezeichneten Ergebnissen bestanden hat.

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Scharfer Schuss des Waffensystems Patriot in der Wüste New Mexicos, USA

Scharfer Schuss (Quelle: Luftwaffe/TAWZ FlaRakLw USA)Größere Abbildung anzeigen

Schießende Netze

Danach war es an den Industrievertretern, über das Entwicklungsvorhaben „US Army Integrated Air and Missile Defense Battle Command System“ (IBCS) zu informieren. Analog zum deutschen SAMOC hat auch die US-Seite erkannt, dass es zur Anbindung unterschiedlichster Systeme der Air Defense (Luftabwehr) wie Missile Defense eines zukunftsfähigen, zentralen Datenverarbeitungssystems bedarf, dass jederzeit eine einheitliche Führung und lagegerechte Entscheidungen durch verzugslose Bereitstellung aller verfügbarer Information bei allen beteiligten Akteuren sicherstellt. Das durch die Firma NG im Rahmen eines US-Regierungsauftrages seit 15 Monaten entwickelte System soll mit dem gesamten Spektrum derzeit existenter und zukünftig zu entwickelnder Air- and Missile Defense Waffensystemen und – komponenten, sowie daran gekoppelter externer Sensorik, vernetzbar sein. Zum Abschluss würdigten Dr. Glassmann und Oberst Samanns gemeinsam den Besuch als einen ersten wichtigen Schritt hin zu einem besseren gemeinsamen Verständnis von operationellen Erfordernissen, technischen Möglichkeiten und internationaler Kooperation. Das TAWZ am Standort El Paso/Texas steht im Bereich der Weiterentwicklung des deutschen „Air and Missile Defence“ – AMD – mit an der Weltspitze. Oberst Samanns gab darüber hinaus seiner Hoffnung Ausdruck, in absehbarer Zeit mit den besonderen Fähigkeiten des TAWZ auf dem nordamerikanischen Kontinent die deutsche AMD und insbesondere das SAMOC zielgerichtet und mit internationalen Partnern weiterentwickeln zu können.

 

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Stand vom: 26.11.13 | Autor: Wolfgang Rasquin


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